Rede von Harald Ebner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Eine krisenfeste, verlässliche und kostengünstige Energieversorgung Deutschlands ermöglichen
Teil von Protokoll der 191. Sitzung des 20. Deutschen Bundestages · TOP 10 a bis 10 c: Eine krisenfeste, verlässliche und kostengünstige Energieversorgung Deutschlands ermöglichen.
Das Protokoll 20/191 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 15.10.2024 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.
Text
Rede von Harald Ebner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Eine krisenfeste, verlässliche und kostengünstige Energieversorgung Deutschlands ermöglichen
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Kollege Geissler, Sie haben gut angefangen, aber dann schlecht geendet.
Aber jetzt zur AfD. Wieder und wieder, Herr Dr. Kraft, kommen Sie mit dem gleichen Märchen von der angeblich so gar nicht teuren und so gar nicht anfälligen und so gar nicht gefährlichen Atomenergie um die Ecke.
Damit zeigen Sie wieder und wieder, dass Sie nicht von gestern, sondern von vorgestern sind; denn diese Story ist aus den 50er-Jahren, und dieses Märchen war damals schon falsch.
Ihre Anträge strotzen vor Fehlern und vor Widersprüchlichkeiten. In dem einen stellen Sie die Wirkung von CO2 auf die Erderhitzung völlig in Abrede. In dem anderen wollen Sie den Leuten aber die hochrisikobehaftete Atomkraft als angeblich CO2-neutral aufschwatzen. Ja, beides zusammen ist irgendwie Murks. Da können Sie sich zwischen zwei falschen Märchen offenbar gar nicht entscheiden.
Ihre Heilslösung Atomkraft ist krisenanfällig und unzuverlässig. Eine einzige Naturkatastrophe hat das Atomkraftwerk in Fukushima zerstört. Ein warmer Sommer legt die veraltete AKW-Flotte in Frankreich lahm. Europas Atomkraftwerke sind in hohem Maße abhängig von Uran von Putins Gnaden. Deutschland ist seit dem Atomausstieg aus dieser Nummer raus. Und das ist gut so, meine Damen und Herren.
Jetzt gilt es, auch zu verhindern, dass der russische Atomkonzern Rosatom in der Brennelementefabrik Lingen ein- und ausgeht.
Das wäre ein Sicherheitsrisiko sondergleichen, das niemand eingehen darf.
Aber endgültig im Absurdistan für Denkverweigerung sind Sie mit Ihrer Behauptung angekommen, Atomkraft sei umweltfreundlich. Absurder geht es nun wirklich nicht. Die Folgen der verheerenden Atomkatastrophe in Tschernobyl sind bis heute spürbar. Die Folgenbewältigung von Fukushima wird noch mindestens das restliche Jahrhundert andauern. Auf diese Freundlichkeit kann unsere Umwelt wirklich verzichten.
Ihre Forderung für ein Rückbaumoratorium der Atommeiler ist außerdem unfassbar teuer und fällt den Anlagenbetreibern in den Rücken, und es würde uns auch Milliarden Euro kosten.
Sie wollen mehr Atommüll erzeugen, aber Sie wissen gar nicht, wohin damit. In Ihren Anträgen hoffen Sie in niedlichem Glauben auf die Verheißung von Fantasiereaktoren der x-ten Generation, die diesen Müll wegzaubern.
Auf der anderen Seite haben Sie, Herr Dr. Kraft, gestern im Ausschuss gesagt, man müsse dazu doch nur ein großes Loch graben. Nur ein großes Loch graben! Wer tatsächlich hochradioaktiven, strahlenden Atommüll einfach in einem Loch im Boden verbuddeln will,
der beweist, dass er mit Gefahren nicht umgehen kann.
Relationen
- part_of → Protokoll der 191. Sitzung des 20. Deutschen Bundestages
- spoke_in ← Harald Ebner (Rede)