Schriftliche Frage 41 von Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE): Wie viele Kinder und Jugendliche in Deutschland gelten aktuell nach Kenntnis und Kriterien der Bundesregierung als arm bzw. von Armut bedroh…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 16. Juni 2025 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.
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Schriftliche Frage 41 von Dr. Dietmar Bartsch (DIE LINKE): Wie viele Kinder und Jugendliche in Deutschland gelten aktuell nach Kenntnis und Kriterien der Bundesregierung als arm bzw. von Armut bedroh…
Frage 41 (Dr. Dietmar Bartsch, Die Linke):
Wie viele Kinder und Jugendliche in Deutschland gelten aktuell nach Kenntnis und Kriterien der Bundesregierung als arm bzw. von Armut bedroht (bitte gesamt und nach Bundesländern aufschlüsseln)?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Kerstin Griese vom 20. Juni 2025:
Armut ist ein gesellschaftliches Phänomen mit vielen Facetten. Sie ist im Wesentlichen ein Mangel an materiellen, kulturellen und sozialen Mitteln, der die Teilhabe an einer Lebensweise, die als gesellschaftliches Minimum angesehen wird, verhindert. Als komplexes Phänomen entzieht sie sich einer einfachen und eindeutigen Messung. Das gilt auch für die Armut von Kindern. Sozialpolitisch relevant ist in Deutschland das soziokulturelle Existenzminimum. Dessen Gewährleistung ist Aufgabe der Mindestsicherungssysteme. Ein weit verbreitetes Konzept ist die Berechnung der sogenannten Armutsrisikoquote. Sie ist eine statistische Maßgröße für die Einkommensverteilung und liefert keine Information über individuelle Bedürftigkeit. Da die Armutsrisikoquote auf dem äquivalenzgewichteten Einkommen des gesamten Haushalts basiert, hängen die Werte für im Haushalt lebende Kinder maßgeblich vom Einkommen der Eltern ab. Ihre Höhe hängt u. a. von der zugrundeliegenden Datenbasis, der Bezugsgröße (50 Prozent, 60 Prozent oder 70 Prozent des mittleren Einkommens/ regionalen Bezugs) und der Gewichtung der Haushaltsmitglieder bei der Bestimmung des Nettoäquivalenzeinkommens ab. Einer Konvention folgend werden 60 Prozent des mittleren mit der neuen OECD-Skala gewichteten Einkommens verwendet. Der Indikator ist insbesondere für Teilpopulationen sehr volatil und kann je nach Datenquelle unterschiedlich ausfallen. Aktuelle Daten liegen für das Jahr 2023 (Einkommensreferenzjahr) vor. Daten zur Armutsrisikoquote für Deutschland und in regionaler Differenzierung stellt die Sozialberichterstattung für Bund und Länder auf Basis des Mikrozensus zur Verfügung. Daten für Deutschland werden auch im Rahmen der europäischen Erhebung über Einkommens- und Lebensbedingungen (EU- SILC) ausgewiesen. Soweit Daten in den weiteren erfragten Abgrenzungen vorliegen, können sie über folgende Internetseiten des Statistischen Bundesamts und der Statistischen Ämter heruntergeladen werden: Armutsgefährdung nach soziodemografischen Merkmalen: www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Einkommen-Konsu m-Lebensbedingungen/Lebensbedingungen-Armutsgefaehrdung/Tabelle n/armutsgef-sozdem-zvgl.html. Armutsgefährdungsquoten, Bundesländer nach soziodemografischen Merkmalen (Bundesmedian) ab 2020: www.statistikportal.de/de/sbe/ergebnisse/einkommen-armutsgefaehrdun g-und-soziale-lebensbedingungen/armutsgefaehrdung-und-4. Armutsgefährdungsquoten, Bundesländer nach soziodemografischen Merkmalen (Landesmedian) ab 2020: www.statistikportal.de/de/sbe/ergebnisse/einkommen-armutsgefaehrdun g-und-soziale-lebensbedingungen/armutsgefaehrdung-und-5.
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