Rede von Nicole Höchst (AfD) – Plenarprotokoll 20/72
Teil von Protokoll der 72. Sitzung des 20. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Nicole Höchst (AfD) – Plenarprotokoll 20/72
Vielen Dank. Das möchte ich gerne. – Frau Ministerin; Sie sind mir noch eine Antwort auf meine Frage von vorhin schuldig, ob sich die
Bundesregierung zu Deutsch als Bildungssprache in Deutschland bekennt.
In den Klassenzimmern herrscht immer häufiger Englisch als Lingua franca vor, weil so viele Kinder mit nichtdeutschem muttersprachlichem Hintergrund
in diesen Klassen sind,
dass ein Unterricht in deutscher Sprache vielfach nicht mehr möglich ist. Holen Sie es bitte nach, zu erläutern, wie Sie das sehen.
Wenn Sie es so sehen, dass Deutsch die Unterrichtssprache in Deutschland sein soll, dann möchte ich Sie bitten, darzustellen, wie dieses Bekenntnis
mit Leben gefüllt werden kann. Denn wie der Lehrerpräsident Meidinger – frei zitiert – schon sagte: Viele Migranten in den Klassen sind ursächlich für
schlechtere Schulleistungen, und das liegt nicht an den Migranten, sondern ist in der Sprachkompetenz begründet. – Wie wollen Sie dem begegnen? – Vielen
Dank.
Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für
Bildung und Forschung:
Frau Abgeordnete Höchst, ich habe es eben schon gesagt: Ich habe auch mal im Ausland gelebt. Sie betonen die deutsche Sprache, aber es geht nicht um
Deutsch als solches, sondern es geht darum, dass man versucht, die Sprache eines Landes zu erwerben, damit man sich zurechtfinden kann. Das ist die Grundlage
von allem.
Natürlich ist es so, dass dies in den Schulen und auch schon in den Kitas – deswegen ja auch das Gute-KiTa-Gesetz – die Grundlage sein soll. Aber ich
möchte eines zurückweisen, was Sie eben gesagt haben, nämlich dass der Grund dafür, dass Schulen heute vor dieser Herausforderung stehen, die Zuwanderung ist.
Das Problem ist, dass wir nicht genug Lehrinnen und Lehrer haben, die die jungen Menschen, die zu uns kommen, auf dem Weg, hier die Sprache zu lernen,
unterstützen. Deswegen möchte ich das von der Konnotation her wirklich noch mal anders darstellen.
Jetzt möchte ich noch ein Letztes sagen. Ich halte es für immens wichtig, dass wir zum Beispiel in den Universtäten auch Englisch als Sprache haben;
denn wir wollen als Land international sein. Wir wollen auch, dass international kluge Köpfe zu uns kommen. Deswegen müssen wir hier auch die Offenheit haben,
und deswegen kann man nicht eins gegen das andere ausspielen. Deswegen darf man Ursache und Wirkung in dieser Diskussion nicht verwechseln; sonst führt man das
auf eine schiefe Ebene, die niemandem hilft.
Relationen
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