Rede von Katrin Kunert (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 16/166
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Katrin Kunert (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 16/166
Ich denke, Sie sollten es sich trotzdem anhören, Herr
Kollege.
Herr Kollege Danckert, Sie haben gesagt, aufgrund
der föderalen Strukturen in der Bundesrepublik sei es gar
nicht möglich, dem Antrag der Linken zuzustimmen und
ein Sportförderungsgesetz zu verabschieden. Dazu
muss ich festhalten: Der Bund hat in der Vergangenheit
immer mehr Kompetenzen an die Länder abgegeben.
Deshalb darf er sich heute nicht darüber beschweren,
dass wir über Themen wie den Schulsport zwar
debattieren, aber nicht mehr entscheiden können.
Ich will ein paar Beispiele dafür nennen, dass man
trotz der föderalen Strukturen bestimmte Regelungen
beschlossen und dann auch einfach praktiziert hat. Ich
denke an das Programm zum Ausbau der
Kindertagesstätten gerade im Westen, um einen Versorgungsstand zu
schaffen, wie wir ihn im Osten seit Jahren haben. Man
hat festgestellt, dass die Arbeitsstrukturen im Bereich
SGB II/SGB XII, die der Bundestag beschlossen hat,
eigentlich gegen das Grundgesetz verstoßen.
Vonseiten der SPD wurde gegen unseren Antrag
vorgebracht, die öffentlich geförderte Beschäftigung gebe
es bereits, nämlich die 1-Euro-Jobs und die ABM. Wir
sagen aber: Es soll eine öffentlich geförderte
Beschäftigung sein, bei der Mindestlöhne gezahlt werden, sodass
die Menschen von dieser Arbeit leben können.
Dann habe ich noch eine Bitte, lieber Kollege
Danckert: Wenn Sie mit unseren Ansätzen ein inhaltliches
Problem haben, dann sagen Sie es, aber verstecken Sie
sich nicht hinter den föderalen Strukturen.