Rede von Michael Kauch (FDP) – Drucksachen 16/8148, 16/8393
Teil von Protokoll der 167. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP ZP 6 und 7: Drucksachen 16/8148, 16/8393 –.
Text
Rede von Michael Kauch (FDP) – Drucksachen 16/8148, 16/8393
Herr Minister, es ist bei Ihnen inzwischen gute
Übung, nach Frau Höhn und mir zu reden, weil Sie
offenkundig Angst vor den Reaktionen der Opposition
haben. Außerdem können Sie uns dann die Worte im
Munde herumdrehen. Das ist heute wieder einmal
geschehen.
Es ist nicht hinzunehmen, dass Legendenbildung
betrieben wird, insbesondere was die Frage der
Biogasnutzung angeht. Meine Bemerkung, dass es ökologisch
unsinnig ist, Biogas nur in KWK-Anlagen einsetzen zu
dürfen, während das fossile Erdgas in Gasheizungen
verbrannt werden darf,
(Ulrich Kelber [SPD]: Das steht im Gesetz!
Lesen Sie es einmal!)
dass der umgekehrte Fall aber auch kein ökologischer
Vorteil wäre, bezog sich auf Biogasanlagen, bei denen
beispielsweise vorher Gülle und organische Reststoffe
eingesetzt worden sind. Es ging nicht darum, Palmöl zu
Heizzwecken in den Tank eines Einfamilienhauses
füllen zu wollen, wie Sie es uns vorgeworfen haben.
Das ist unredlich. Dies hat die FDP niemals gefordert.
Wir sind darüber hinaus der Meinung, dass die
Nachhaltigkeitsverordnung, die Sie vorbereiten wollen, ein
stumpfes Schwert ist. Die Nachweise, die Sie beim
Palmöl anerkennen wollen, stammen aus Ländern, in de-nen Korruption herrscht und in denen von Good
Governance keine Rede sein kann. Insofern machen Sie dem
deutschen Volk etwas vor, wenn Sie feststellen, dass Ihre
Nachhaltigkeitsverordnung dazu beiträgt, den
Regenwald zu schützen. Das wird nicht der Fall sein.
Deswegen sind wir gerade bei Neuanlagen dafür, dass
Blockheizkraftwerke nicht mit Palmöl betrieben werden
dürfen.