Rede von Dr. Lina Seitzl (SPD) – Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
Teil von Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 17a bis 17c: Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen.
Das Protokoll 21/96 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 29.09.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.
Text
Rede von Dr. Lina Seitzl (SPD) – Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Meine Damen und Herren! Herr Kollege Scheurell, vielleicht darf ich das mal sagen: Was Sie gerade beschrieben haben, ist richtig: Es braucht Wohnheimplätze für junge Menschen. Vielleicht ist es noch nicht bei Ihnen angekommen, aber es gibt ein Bundesprogramm zur Schaffung von Wohnheimplätzen, und zwar für Studierende wie für Auszubildende: das Bundesprogramm „Junges Wohnen“, von der Ampel eingeführt
und von der neuen Regierung fortgesetzt. Dank der Bundesbauministerin Verena Hubertz und der Koalition sind die Mittel verdoppelt worden, wie der Kollege Ebmeyer schon gesagt hat. Das gibt es also, und es ist – das ist richtig – sehr, sehr wichtig.
Denn es ist natürlich so: Was für junge Menschen eigentlich nach Freiheit klingen sollte, nach Aufbruch, nach dem ersten eigenen Zimmer, nach Studium, Ausbildung, Selbstständigkeit, das klingt für viele eben nicht danach. Für viele ist die Frage: Kann ich mir das überhaupt noch leisten? Wer heute einen Studien- oder Ausbildungsplatz annimmt, entscheidet nicht nur nach Interesse, Talent oder Zukunftswunsch, sondern viel zu oft entscheidet er nach der Höhe der Miete für das WG-Zimmer.
Bildungschancen dürfen nicht am Mietmarkt scheitern. Die Entscheidung für einen Studien- oder Ausbildungsplatz darf nicht davon abhängen, ob am Hochschul- oder Ausbildungsort noch ein bezahlbares Zimmer zu finden ist; da sind wir uns einig.
Deshalb brauchen wir beides: mehr bezahlbaren Wohnraum und auch eine verlässliche Ausbildungsförderung. Und genau hier setzt die anstehende BAföG-Reform an: Sie soll das BAföG modernisieren, jungen Menschen Verlässlichkeit bieten und Verfahren beschleunigen. Damit ist das ein wirklich großer Schritt und eine große Strukturreform, die wir hier vornehmen.
Für uns als SPD ist das BAföG kein Privileg, sondern eines der wichtigsten Instrumente für Chancengleichheit in unserem Bildungssystem. Wer sich ein Studium, eine Ausbildung nicht leisten kann, dem helfen auch die besten Studienangebote wenig.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, die Grünen benennen in ihren Anträgen zugegebenermaßen reale Probleme: Junge Menschen brauchen bessere Chancen auf dem Wohnungsmarkt, mehr bezahlbare Wohnheimplätze und Studienbedingungen, die individueller, durchlässiger und lebensbegleitender werden. Der Maßstab muss aber sein: Was hilft konkret? Was ist finanzierbar? Was ist bereits auf dem Weg? Und wo müssen wir im parlamentarischen Verfahren nachschärfen?
Für uns gehören Wohnraum, BAföG und moderne Studienbedingungen zusammen. Wer ein Studium aufnehmen will, braucht nicht nur einen Platz im Hörsaal, sondern auch ein bezahlbares Zimmer, finanzielle Sicherheit, gute Lehre und Verfahren, die nicht abschrecken.
Dafür arbeiten wir. Deshalb reformieren wir das BAföG grundlegend, führen das Bundesprogramm „Junges Wohnen“ fort, entlasten von Bürokratie und unterstützen bei Studienbedingungen, die zu den Lebensrealitäten junger Menschen passen.
Vielen Dank.
Relationen
- part_of → Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Endlich raus aus dem Elternhaus - Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
- part_of_vorgang → Studium und Lehre für die Zukunft weiterentwickeln - Individuell, lebensbegleitend und innovativ
- part_of_vorgang → Von der Werkhalle bis zur Pflegestation - Die berufliche Bildung als Rückgrat unserer Gesellschaft stärken
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