Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
Text
Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
Plenarprotokoll 21/96
Deutscher Bundestag
Stenografischer Bericht
96. Sitzung
Berlin, Donnerstag, den 24. September 2026
Inhalt:
Erweiterung der Tagesordnung
Wahl der Abgeordneten Melanie Bernstein als ordentliches Mitglied mit persönlicher Stellvertretung durch den Abgeordneten Pascal Reddig in den Programmbeirat beim Bundesministerium der Finanzen
Tagesordnungspunkt 7:
a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform des Nachrichtendienstrechts
Drucksache 21/7868
b) Antrag der Abgeordneten Stefan Keuter, Dr. Malte Kaufmann, Kay Gottschalk, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Stärkung der nationalen Souveränität und der operativen Fähigkeiten des Bundesnachrichtendienstes
Drucksache 21/8114
Nina Warken, Bundesministerin für besondere Aufgaben
Dr. Gottfried Curio (AfD)
Sonja Eichwede (SPD)
Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Clara Bünger (Die Linke)
Alexander Dobrindt, Bundesminister BMI
Dr. Christian Wirth (AfD)
Sebastian Fiedler (SPD)
Dr. Irene Mihalic (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Günter Krings (CDU/CSU)
Stefan Keuter (AfD)
Daniel Baldy (SPD)
Dr. Norbert Röttgen (CDU/CSU)
Marc Henrichmann (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 8:
a) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit zu dem Antrag der Abgeordneten Karsten Hilse, Dr. Ingo Hahn, Andreas Bleck, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Sofortige Senkung der Energiekosten – Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen
Drucksachen 21/5322, 21/5650
b) Antrag der Abgeordneten Steffen Kotré, Markus Frohnmaier, Stefan Keuter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Der drohenden Kraftstoffkrise durch souveräne Energiepolitik entgegenwirken – Industrie und Mittelstand retten
Drucksache 21/8115
Jakob Blankenburg (SPD)
Karsten Hilse (AfD)
Dr. Thomas Gebhart (CDU/CSU)
Julian Joswig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Janine Wissler (Die Linke)
Daniel Bettermann (SPD)
Manuel Krauthausen (AfD)
Günter Baumgartner (CDU/CSU)
Karsten Hilse (AfD)
Günter Baumgartner (CDU/CSU)
Katharina Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Rainer Kraft (AfD)
Dr. Fabian Fahl (Die Linke)
Volker Mayer-Lay (CDU/CSU)
Dr. Rainer Kraft (AfD)
Steffen Kotré (AfD)
Katharina Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Saskia Ludwig (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 9:
a) Erste Beratung des von den Abgeordneten Sabine Dittmar, Gitta Connemann, Dr. Armin Grau und weiteren Abgeordneten eingebrachten Entwurfs eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Einführung einer Widerspruchsregelung
Drucksache 21/7570
b) Antrag der Abgeordneten Michael Brand (Fulda), Dr. Lars Castellucci, Ates Gürpinar und weiterer Abgeordneter: Freiwilligkeit der Organspende sichern – Aufklärungs- und Registrierungspotenziale heben
Drucksache 21/8050
c) Erste Beratung des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes und Einführung der Widerspruchslösung
Drucksache 21/2738
Sabine Dittmar (SPD)
Martin Sichert (AfD)
Sven Lehmann (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Karl-Josef Laumann, Minister (Nordrhein-Westfalen)
Dr. Christina Baum (AfD)
Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Alexis L. Giersch (AfD)
Dr. Hans Theiss (CDU/CSU)
Stefan Schwartze (SPD)
Bodo Ramelow (Die Linke)
Michael Brand (Fulda) (CDU/CSU)
Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 10:
a) Antrag der Abgeordneten Karoline Otte, Julia Schneider, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Menschen vor Klimafolgen schützen – Jetzt Gemeinschaftsaufgabe „Klimaanpassung und Naturschutz“ im Grundgesetz verankern
Drucksache 21/8116
b) Antrag der Abgeordneten Dr. Fabian Fahl, Violetta Bock, Marcel Bauer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Gemeinschaftsaufgabe „Kommunale Klimaanpassung, Hitzeschutz und kommunaler Klimaschutz“ im Grundgesetz verankern
Drucksache 21/8117
Dr. Julia Verlinden (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Klaus Mack (CDU/CSU)
Harald Ebner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Klaus Mack (CDU/CSU)
Sebastian Münzenmaier (AfD)
Jakob Blankenburg (SPD)
Sahra Mirow (Die Linke)
Josef Oster (CDU/CSU)
Julia Schneider (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Sebastian Münzenmaier (AfD)
Dr. Ingo Hahn (AfD)
Angelika Glöckner (SPD)
Karoline Otte (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Fabian Fahl (Die Linke)
Stefan Glaser (CDU/CSU)
Lisa Badum (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Stefan Glaser (CDU/CSU)
Carolin Bachmann (AfD)
Hendrik Bollmann (SPD)
Julia Schneider (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Ingo Hahn (AfD)
Julia Schneider (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Angelika Glöckner (SPD)
Julia Schneider (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Christian Moser (CDU/CSU)
Julia Schneider (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Rainer Kraft (AfD)
Namentliche Abstimmung
Ergebnis
Tagesordnungspunkt 40:
a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zum Markthochlauf nachhaltiger Flugkraftstoffe
Drucksache 21/7871
b) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Siebzehnten Gesetzes zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes
Drucksache 21/7403
c) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu der Zusatzvereinbarung vom 8. Juni 2023 zur Mehrseitigen Vereinbarung vom 29. Oktober 2014 zwischen den zuständigen Behörden über den automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten
Drucksache 21/7194
d) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu der Mehrseitigen Vereinbarung vom 8. Juni 2023 zwischen den zuständigen Behörden über den automatischen Austausch von Informationen nach dem Melderahmen für Kryptowerte
Drucksache 21/7195
e) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zu der Mehrseitigen Vereinbarung vom 22. Juni 2021 zwischen den zuständigen Behörden über den automatischen Austausch von Informationen über Einkünfte, die mittels digitaler Plattformen erzielt wurden
Drucksache 21/7193
f) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung der Bevorrechtigung der Verwendung elektrisch betriebener Fahrzeuge sowie damit zusammenhängender straßenverkehrsrechtlicher Vorschriften
Drucksache 21/7872
g) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Modernisierung des Berufsrechts der Wirtschaftsprüfer
Drucksache 21/16
h) Antrag der Abgeordneten Andreas Paul, Mirco Hanker, Stefan Henze, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Berufliche Rehabilitation im Rahmen des Einsatz-Weiterverwendungsgesetzes stärken – Nachhaltige zivile Perspektiven für einsatzgeschädigte Angehörige der Bundeswehr sichern
Drucksache 21/8128
i) Antrag der Abgeordneten Hans-Jürgen Goßner, René Springer, Peter Bohnhof, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Kein Klimaschutz auf Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes
Drucksache 21/8129
j) Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Dr. Janosch Dahmen, Simone Fischer, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ambulantisierungspotenzial heben – Psychiatrische Versorgung flexibel und patientenorientiert gestalten
Drucksache 21/7853
k) Antrag der Abgeordneten Stefan Schmidt, Harald Ebner, Dr. Julia Verlinden, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Natur erleben, Umwelt schützen – Naturverträglichen Tourismus als Gewinn für alle stärken
Drucksache 21/7901
l) Erste Beratung des von der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Regelung des Schienenpersonenfernverkehrsangebotes und zur Änderung weiterer Gesetze
Drucksache 21/7626
m) Antrag der Abgeordneten Sören Pellmann, Nicole Gohlke, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Anerkennung, Aufarbeitung und Unterstützung für gehörlose Menschen, denen an deutschen Schulen Unrecht zugefügt worden ist
Drucksache 21/7038
n) Antrag der Abgeordneten Maik Brückner, Stella Merendino, Nicole Gohlke, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Versorgung von transgeschlechtlichen und nichtbinären Menschen sicherstellen
Drucksache 21/7061
o) Antrag der Abgeordneten Isabelle Vandre, Janine Wissler, Doris Achelwilm, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Kryptowerte streng regulieren und gerecht besteuern
Drucksache 21/5824
q) Erste Beratung des von den Abgeordneten Steffen Kotré, Marc Bernhard, Joachim Bloch, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur unionsrechtskonformen Präzisierung des Begriffs der Kundenanlage im Energiewirtschaftsgesetz
Drucksache 21/5135
r) Erste Beratung des von den Abgeordneten Stephan Brandner, Alexander Arpaschi, Adam Balten, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Transparenz bei Beteiligungen an Unternehmen durch Mitglieder der Bundesregierung
Drucksache 21/8106
s) Erste Beratung des von den Abgeordneten Stephan Brandner, Kay Gottschalk, Hauke Finger, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Herstellung von Transparenz hinsichtlich der Aufnahme von Krediten durch Parteien
Drucksache 21/8107
t) Erste Beratung des von den Abgeordneten Stephan Brandner, Dr. Christina Baum, Joachim Bloch, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Siebten Buches Sozialgesetzbuch – Einschränkung der Versicherungspflicht bei privat genutzten Forstflächen
Drucksache 21/8105
u) Erste Beratung des von den Abgeordneten Stephan Brandner, Fabian Jacobi, Thomas Fetsch, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Strafgesetzbuches – Neufassung des § 45
Drucksache 21/8104
v) Antrag der Abgeordneten Stephan Brandner, Martina Kempf, Fabian Jacobi, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Keine politische Einflussnahme auf die obersten Bundesgerichte – Einführung eines Transparenzregisters
Drucksache 21/8131
w) Antrag der Abgeordneten Stephan Brandner, Marc Bernhard, Carolin Bachmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Neubaumoratorium für Regierungsbauten – Bundeshaushalt entlasten und Flächenbedarf kritisch überprüfen
Drucksache 21/8132
x) Antrag der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Deutsche Landwirtschaft nach den Ernteausfällen unterstützen – Krisenbeihilfen nutzen
Drucksache 21/8133
y) Antrag der Abgeordneten Bernd Schuhmann, Stephan Protschka, Peter Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Landwirtschaftliche Innovation fördern – Den Einsatz von Agrardrohnen entbürokratisieren
Drucksache 21/8134
in Verbindung mit
Zusatzpunkt 2:
b) Antrag der Abgeordneten Steffi Lemke, Dr. Jan-Niclas Gesenhues, Lisa Badum, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Ein Jahr nach dem gescheiterten UN-Plastikabkommen – Bundesregierung muss wieder Vorreiter werden
Drucksache 21/7902
c) Antrag der Abgeordneten Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Nyke Slawik, Misbah Khan, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Selbstbestimmung und Versorgungssicherheit bei Geschlechtsinkongruenz gewährleisten
Drucksache 21/7350
d) Antrag der Abgeordneten Karoline Otte, Katharina Beck, Dr. Moritz Heuberger, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Massive Vermögensungleichheit besser messen und bekämpfen – Multilaterale Initiativen gegen ökonomische Ungleichheit unterstützen
Drucksache 21/8138
in Verbindung mit
Tagesordnungspunkt 40:
p) Antrag der Abgeordneten Julian Schmidt, Stephan Protschka, Peter Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Liquidität landwirtschaftlicher Betriebe sichern – Direktzahlungen für das Jahr 2026 bereits im Oktober auszahlen
Drucksache 21/8130
in Verbindung mit
Zusatzpunkt 2:
a) Antrag der Abgeordneten Sebastian Münzenmaier, Marc Bernhard, Carolin Bachmann, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Hochwasserrückhaltebecken im Ahrtal aus dem Aufbauhilfefonds finanzieren – Wiederaufbau und Bevölkerungsschutz zusammenführen
Drucksache 21/8137
Tagesordnungspunkt 41:
b) Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Dritten Gesetzes zur Änderung des Seelotsgesetzes
Drucksachen 21/6498, 21/8163
c) Antrag des Bundesministeriums der Finanzen: Vorzeitige Teilrückzahlung Portugals von Krediten des Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus – Antrag auf Einholung eines zustimmenden Beschlusses des Deutschen Bundestages nach § 3 Absatz 2 Nummer 2 des Stabilisierungsmechanismusgesetzes
Drucksache 21/7910
d) Beschlussempfehlung und Bericht des Ausschusses für Gesundheit
– zu dem Antrag der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Lieferengpässe bei Arzneimitteln effektiv verringern – Abhängigkeit der Arzneimittelversorgung vom Nicht-EU-Ausland reduzieren
– zu dem Antrag der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Stärkung der Arzneimittelversorgung durch gezielten Bürokratieabbau und Förderung der heimischen Produktion
Drucksachen 21/1567, 21/2717, 21/5003
e) Antrag der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Nahrungs- und Futtermittelversorgung auf den Höfen der Landwirte sichern und Dürrehilfe generieren
Drucksache 21/8135
f) Antrag der Abgeordneten Micha Fehre, Peter Boehringer, Pierre Lamely, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Eigentum der Fahrzeughalter schützen – Nichtigkeitsklage gegen die EU-Altfahrzeugverordnung einreichen
Drucksache 21/8136
g)–s) Beratung der Beschlussempfehlungen des Petitionsausschusses: Sammelübersichten 304, 305, 306, 307, 308, 309, 310, 311, 312, 313, 314, 315 und 316 zu Petitionen
Drucksachen 21/7954, 21/7955, 21/7956, 21/7957, 21/7958, 21/7959, 21/7960, 21/7961, 21/7962, 21/7963, 21/7964, 21/7965, 21/7966
Corinna Rüffer (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Zusatzpunkt 3:
Aktuelle Stunde auf Verlangen der Fraktionen der CDU/CSU und SPD: Deutscher Raketenstart Isar Aerospace – Ausdruck eines erfolgreichen Wissenschafts- und Forschungsstandortes Deutschland
Dorothee Bär, Bundesministerin BMFTR
Andreas Mayer (AfD)
Oliver Kaczmarek (SPD)
Ayse Asar (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Desiree Becker (Die Linke)
Florian Müller (CDU/CSU)
Nicole Höchst (AfD)
Dr. Carolin Wagner (SPD)
Dr. Andrea Lübcke (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Hansjörg Durz (CDU/CSU)
Adam Balten (AfD)
Joachim Ebmeyer (CDU/CSU)
Stephan Albani (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 36:
Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes
Drucksachen 21/4500, 21/4784, 21/8164
Florian Müller (CDU/CSU)
Dr. Ingo Hahn (AfD)
Holger Mann (SPD)
Ayse Asar (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Sonja Lemke (Die Linke)
Dorothee Bär, Bundesministerin BMFTR
Dr. Michael Kaufmann (AfD)
Dr. Lina Seitzl (SPD)
Stephan Albani (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 12:
Antrag der Abgeordneten René Springer, Peter Bohnhof, Gerrit Huy, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Sozialleistungsmissbrauch stoppen – Lücken im Aktionsplan der Bundesregierung schließen
Drucksache 21/8118
Gerrit Huy (AfD)
Kai Whittaker (CDU/CSU)
Timon Dzienus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Jens Peick (SPD)
Cansin Köktürk (Die Linke)
Peter Aumer (CDU/CSU)
René Springer (AfD)
Rasha Nasr (SPD)
Tagesordnungspunkt 13:
Vereinbarte Debatte: Zukunft Europas – Prioritäten für das Arbeitsprogramm der EU-Kommission 2027
Tilman Kuban (CDU/CSU)
Peter Boehringer (AfD)
Markus Töns (SPD)
Chantal Kopf (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Janina Böttger (Die Linke)
Roland Theis (CDU/CSU)
Tobias Teich (AfD)
Alexander Radwan (CDU/CSU)
Zusatzpunkt 4:
Antrag der Abgeordneten Lea Reisner, Nicole Gohlke, Desiree Becker, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Völkerrecht konsequent umsetzen – Keine wirtschaftliche und wissenschaftliche Unterstützung der völkerrechtswidrigen israelischen Besatzungspolitik im Westjordanland
Drucksache 21/7062
Lea Reisner (Die Linke)
Jürgen Hardt (CDU/CSU)
Dr. Alexander Wolf (AfD)
Dr. Ralf Stegner (SPD)
Luise Amtsberg (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Paul Ziemiak (CDU/CSU)
Torben Braga (AfD)
Jürgen Coße (SPD)
Alexander Radwan (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 14:
a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes für einen planbaren, kosteneffizienten, netzverträglichen und marktorientierten Ausbau der erneuerbaren Energien im Stromsektor
Drucksache 21/7867
b) Erste Beratung des von den Abgeordneten Leif-Erik Holm, Steffen Kotré, Dr. Malte Kaufmann, weiteren Abgeordneten und der Fraktion der AfD eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Abschaffung des Gesetzes für den Ausbau erneuerbarer Energien (Erneuerbare-Energien-Gesetz-Abschaffungsgesetz – EEGAG)
Drucksache 21/8108
c) Antrag der Abgeordneten Katrin Uhlig, Michael Kellner, Dr. Alaa Alhamwi, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Energiewende gemeinsam gestalten – Für ein Erneuerbare-Energien-Gesetz mit fairen Chancen für alle
Drucksache 21/8119
d) Antrag der Abgeordneten Jörg Cezanne, Lorenz Gösta Beutin, Janine Wissler, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Auf Kürzungen beim Erneuerbare-Energien-Gesetz verzichten – Zukunftsfähige Arbeitsplätze in der Wind- und Solarwirtschaft ausbauen – Bezahlbaren Strom aus Sonne und Wind für alle ermöglichen
Drucksache 21/7907
Katherina Reiche, Bundesministerin BMWE
Marc Bernhard (AfD)
Dr. Nina Scheer (SPD)
Katrin Uhlig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Jörg Cezanne (Die Linke)
Stefan Seidler (fraktionslos)
Hans Koller (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 15:
Antrag der Abgeordneten Dr. Götz Frömming, Martin Reichardt, Sebastian Maack, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Einwanderungspolitik als Ursache der Krise im deutschen Bildungssystem benennen und konsequent angehen
Drucksache 21/8120
Dr. Götz Frömming (AfD)
Christoph Naser (CDU/CSU)
Lamya Kaddor (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Katrin Zschau (SPD)
Nicole Gohlke (Die Linke)
Wolfgang Dahler (CDU/CSU)
Martin Reichardt (AfD)
Ellen Demuth (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 16:
a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Änderung des Energiewirtschaftsrechts zur Synchronisierung des Anlagenzubaus mit dem Netzausbau sowie zur Verbesserung des Netzanschlussverfahrens
Drucksache 21/7866
b) Antrag der Abgeordneten Dr. Alaa Alhamwi, Dr. Sandra Detzer, Julian Joswig, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Flexibel, digital und effizient – Ein Netzpaket für ein versorgungssicheres 100-Prozent-Erneuerbare-Energiesystem
Drucksache 21/8121
c) Antrag der Abgeordneten Jörg Cezanne, Lorenz Gösta Beutin, Janine Wissler, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Innovative Netzengpasslösungen vorantreiben – Ausbau der erneuerbaren Energien nicht ausbremsen
Drucksache 21/7906
d) Antrag der Abgeordneten Jörg Cezanne, Lorenz Gösta Beutin, Janine Wissler, weiterer Abgeordneter und der Fraktion Die Linke: Bezahlbar und erneuerbar – Übertragungsnetze in öffentlicher Hand
Drucksache 21/3911
Fabian Gramling (CDU/CSU)
Mathias Weiser (AfD)
Dr. Nina Scheer (SPD)
Dr. Alaa Alhamwi (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Jörg Cezanne (Die Linke)
Elisabeth Winkelmeier-Becker (CDU/CSU)
Stefan Seidler (fraktionslos)
Dirk Brandes (AfD)
Tagesordnungspunkt 17:
a) Antrag der Abgeordneten Hanna Steinmüller, Ayse Asar, Dr. Anja Reinalter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
Drucksache 21/8122
b) Antrag der Abgeordneten Ayse Asar, Dr. Andrea Lübcke, Claudia Müller, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Studium und Lehre für die Zukunft weiterentwickeln – Individuell, lebensbegleitend und innovativ
Drucksache 21/6948
c) Antrag der Abgeordneten Dr. Anja Reinalter, Misbah Khan, Denise Loop, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Von der Werkhalle bis zur Pflegestation – Die berufliche Bildung als Rückgrat unserer Gesellschaft stärken
Drucksache 21/8123
Dr. Anja Reinalter (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Joachim Ebmeyer (CDU/CSU)
Volker Scheurell (AfD)
Dr. Lina Seitzl (SPD)
Sahra Mirow (Die Linke)
Stephan Albani (CDU/CSU)
Dr. Christoph Birghan (AfD)
Heike Heubach (SPD)
Hanna Steinmüller (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Christian Zaum (AfD)
Tagesordnungspunkt 18:
Vereinbarte Debatte: 65 Jahre Mauerbau: Verantwortung für die Gegenwart – Mahnung für die Zukunft
Dr. Ottilie Klein (CDU/CSU)
Dr. Götz Frömming (AfD)
Dr. Franziska Kersten (SPD)
Katrin Göring-Eckardt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
David Schliesing (Die Linke)
Sepp Müller (CDU/CSU)
Ronald Gläser (AfD)
Zusatzpunkt 5:
Antrag der Abgeordneten Markus Frohnmaier, Gerold Otten, Torben Braga, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD: Keine EU-Mitgliedschaft und keine militärischen Beistandsgarantien für die Ukraine
Drucksache 21/8124
Markus Frohnmaier (AfD)
Knut Abraham (CDU/CSU)
Robin Wagener (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Ralf Stegner (SPD)
Lea Reisner (Die Linke)
Roland Theis (CDU/CSU)
Tagesordnungspunkt 20:
Zweite und dritte Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Modernisierung des Designrechts
Drucksachen 21/6215, 21/8158
Helge Lindh (SPD)
Dr. Christoph Birghan (AfD)
Michael Breilmann (CDU/CSU)
Dr. Konrad Körner (CDU/CSU)
Anlage 1
Entschuldigte Abgeordnete
Anlage 2
Zu Protokoll gegebene Rede zur Beratung
– des von den Abgeordneten Sabine Dittmar, Gitta Connemann, Dr. Armin Grau, Peter Aumer, Julia-Christina Stange, Jens Spahn, Dr. Matthias Miersch, Ricarda Lang, Alexander Hoffmann und weiteren Abgeordneten eingebrachten Entwurfs eines Vierten Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes – Einführung einer Widerspruchsregelung
– des Antrags der Abgeordneten Michael Brand (Fulda), Dr. Lars Castellucci, Ates Gürpinar, Dr. Kirsten Kappert-Gonther, Dr. Stephan Pilsinger, Linda Heitmann, Helge Lindh, Swantje Henrike Michaelsen, Claudia Moll, Dr. Konstantin von Notz, Nora Seitz und weiterer Abgeordneter: Freiwilligkeit der Organspende sichern – Aufklärungs- und Registrierungspotenziale heben
– des vom Bundesrat eingebrachten Entwurfs eines … Gesetzes zur Änderung des Transplantationsgesetzes und Einführung der Widerspruchslösung
(Tagesordnungspunkt 9a bis c)
Stefan Schmidt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Anlage 3
Erklärung nach § 31 GO des Abgeordneten Stefan Seidler (fraktionslos) zu der namentlichen Abstimmung über den Antrag der Abgeordneten Karoline Otte, Julia Schneider, Harald Ebner, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Menschen vor Klimafolgen schützen – Jetzt Gemeinschaftsaufgabe „Klimaanpassung und Naturschutz“ im Grundgesetz verankern
(Tagesordnungspunkt 10a)
Anlage 4
Zu Protokoll gegebene Rede zur Beratung
– des Antrags der der Abgeordneten Hanna Steinmüller, Ayse Asar, Dr. Anja Reinalter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Endlich raus aus dem Elternhaus – Junge Menschen auf dem Wohnungsmarkt unterstützen
– des Antrags der des Antrags der Abgeordneten Ayse Asar, Dr. Andrea Lübcke, Claudia Müller, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Studium und Lehre für die Zukunft weiterentwickeln –Individuell, lebensbegleitend und innovativ
– des Antrags der Abgeordneten Dr. Anja Reinalter, Misbah Khan, Denise Loop, weiterer Abgeordneter und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN: Von der Werkhalle bis zur Pflegestation – Die berufliche Bildung als Rückgrat unserer Gesellschaft stärken
(Tagesordnungspunkt 17a bis c)
Emmi Zeulner (CDU/CSU)
Anlage 5
Zu Protokoll gegebene Reden zur Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Modernisierung des Designrechts
(Tagesordnungspunkt 20)
Awet Tesfaiesus (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Aaron Valent (Die Linke)
Der gesamte und damit endgültige Stenografische Bericht der 96. Sitzung wird am 29. September 2026 veröffentlicht.
Präsidentin Julia Klöckner:
Guten Morgen, alle zusammen! Hiermit eröffne ich unsere Sitzung; es ist die 96. Sitzung.
Interfraktionell, liebe Kolleginnen und Kollegen, ist vereinbart worden, am morgigen Freitag nach Tagesordnungspunkt 41a den Entwurf eines Gesetzes über die Bundeszentrale für politische Bildung der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen auf Drucksache 21/8074 mit einer Debattendauer von 30 Minuten aufzusetzen. – Ich sehe und höre keinen Widerspruch. Dann verfahren wir so.
Jetzt haben wir noch eine schnelle Wahl durchzuführen. In den Beirat zur Auswahl von Themen für die Sonderpostwertzeichen ohne Zuschlag beim Bundesministerium der Finanzen – das ist der Programmbeirat – soll auf Vorschlag der Fraktion der CDU/CSU die Abgeordnete Melanie Bernstein als Nachfolgerin für die Abgeordnete Dr. Inge Gräßle als ordentliches Mitglied mit persönlicher Stellvertretung durch den Abgeordneten Pascal Reddig gewählt werden. – Ich sehe, Sie sind einverstanden. Damit ist die Kollegin gewählt.
Ich rufe nun auf die Tagesordnungspunkte 7a und 7b:
a) Erste Beratung des von der Bundesregierung eingebrachten Entwurfs eines Gesetzes zur Reform des Nachrichtendienstrechts
Drucksache 21/7868
Überweisungsvorschlag: Innenausschuss (f) Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz Verteidigungsausschuss Haushaltsausschuss mitberatend und gemäß § 96 der GO
b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Stefan Keuter, Dr. Malte Kaufmann, Kay Gottschalk, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
Stärkung der nationalen Souveränität und der operativen Fähigkeiten des Bundesnachrichtendienstes
Drucksache 21/8114
Überweisungsvorschlag: Innenausschuss (f) Auswärtiger Ausschuss (f) Ausschuss für Wahlprüfung, Immunität und Geschäftsordnung Finanzausschuss Verteidigungsausschuss Haushaltsausschuss Federführung strittig
Für die Aussprache wurde eine Dauer von 60 Minuten miteinander beschlossen.
Die Aussprache eröffnet für die Bundesregierung die Bundesministerin für besondere Aufgaben, Frau Nina Warken. Bitte sehr.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Nina Warken, Bundesministerin für besondere Aufgaben:
Guten Morgen! Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Wir bringen heute die größte Novellierung des Rechts der Nachrichtendienste in der Geschichte unseres Landes in die parlamentarische Beratung. Und wir tun dies nicht ohne Grund; denn Deutschland und unsere Demokratie sind bedroht, und zwar in einem Ausmaß, wie wir es uns bis vor Kurzem überhaupt nicht vorstellen konnten. Unser Land ist zum ständigen Ziel hybrider Angriffe geworden. Das ist eine reale und akute Gefahr.
Bislang – so ehrlich muss man, denke ich, sein – haben wir uns zu häufig darauf verlassen, dass unsere Sicherheit von unseren Partnern gewährleistet wird. Um unsere Souveränität in Sicherheitsfragen zu stärken und unserer Verantwortung in Europa gerecht zu werden, werden wir unsere Nachrichtendienste jetzt konkurrenzfähiger machen. Wir setzen damit nicht nur einen Auftrag aus dem Koalitionsvertrag um, sondern wir reagieren auch auf die aktuelle innere und äußere Sicherheitslage.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Das machen wir, indem wir die Aufklärungsbefugnisse stärken. Der Bundesnachrichtendienst und das Bundesamt für Verfassungsschutz müssen Bedrohungen rechtzeitig entdecken können. Um das zu erreichen, werden wir die Aufklärungsmöglichkeiten der Dienste modernisieren und sie auf Augenhöhe mit unseren europäischen Partnern bringen. Denn es ist so: Im Bereich der technischen Aufklärungsmittel hinken unsere Fähigkeiten denen unserer Partner hinterher. Insbesondere bei der strategischen Fernmeldeaufklärung passen wir deshalb unsere Regelungssystematik an. Damit können wir besser auf Daten zugreifen und diese auch schneller und zuverlässiger auswerten.
Weiter sieht das Gesetz auch die Anwendung aktiver Maßnahmen vor. Dabei ändert sich am Grundsatz, dass der BND ein aufklärender Nachrichtendienst ist, nichts. Wenn aber eine besonders relevante Bedrohung vorliegt und wenn man diese nicht durch andere Stellen abwenden kann, dann wäre es auch nicht vertretbar, würde der BND hier tatenlos zusehen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Denn der Staat hat Schutzpflichten gegenüber der Bevölkerung und muss diesen auch gerecht werden, liebe Kolleginnen und Kollegen. So kann eine aktive Maßnahme zum Beispiel sein, dass Server von staatlichen Hackergruppen abgeschaltet werden können.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, wenn wir die Befugnisse der Dienste stärken, versteht es sich von selbst, dass damit auch eine Stärkung der Kontrolle einhergeht. Wir bündeln diese und übertragen sie an den bereits bestehenden Unabhängigen Kontrollrat. Er wird künftig sowohl die Erhebung von Daten, die Durchführung der aktiven Maßnahmen als auch die Datenverarbeitung kontrollieren. Damit stärken wir auch die parlamentarische Kontrolle der Dienste; denn der Unabhängige Kontrollrat ist gegenüber dem Parlamentarischen Kontrollgremium berichtspflichtig.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, Ziel der Reform ist es, einen besseren Schutz für unsere freiheitliche Gesellschaft und unsere demokratischen Werte zu erreichen,
(Beatrix von Storch [AfD]: Wenn wir regieren, machen wir damit weiter!)
kurz gesagt: unsere wehrhafte Demokratie zu stärken. Wir als Regierungskoalition arbeiten täglich daran, unser Land besser und sicherer zu machen. In diesem Sinne freue ich mich auf die parlamentarischen Beratungen.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der AfD hat Herr Abgeordneter Dr. Gottfried Curio das Wort. Bitte.
(Beifall bei der AfD)
Dr. Gottfried Curio (AfD):
Sehr geehrte Präsidentin! Meine Damen und Herren! Der wesentliche Inhalt dieser Geheimdienstreform lässt sich leicht zusammenfassen: den Staat als Straftäter straffrei stellen. Die selige Altkanzlerin hätte wohl gesagt: Unrecht zu Recht machen. Und der Ex-Innenminister, ihr Parteikollege, hätte es wohl treffend benannt als die „Herrschaft des Unrechts“. – Dass Sie das durchziehen wollen, ist der eine Skandal. Dass Sie derartige Maßnahmen zu brauchen glauben, das lässt tief blicken. Sie kommen rechtsstaatlich offenbar nicht mehr weiter.
(Beifall bei der AfD)
Liebe Bürger, der Verfassungsschutz soll künftig heimlich Ihre Wohnung aufbrechen und das Geschehen in Ihren privaten Räumen überwachen und aufzeichnen. Danach soll er in Ihre Laptops und Handys eindringen und dort eingreifen – inklusive Löschung bzw. Verfälschung von Informationen. Weiter soll die Verwendung „unechter Urkunden oder Identitätstäuschung im allgemeinen Rechtsverkehr“ zum staatlichen Instrumentarium gehören. Und sogenannte Vertrauenspersonen sollen enge persönliche Beziehungen zur staatlichen Informationsgewinnung nutzen. Wenn das keine vertrauensbildenden Maßnahmen sind! Sie träufeln das Gift des Spitzelstaats nicht in die Gesellschaft, Sie schütten gleich das ganze Bad über dem Kind aus, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der AfD)
Und weiter: Dateien über Minderjährige sollen angelegt werden, die erst nach zwei bzw. fünf Jahren gelöscht werden. Umgekehrt sollen 16-Jährige auch selber bei terroristischen Vereinigungen zur logistischen Unterstützung eingeschleust werden; von Strafverfolgung würde abgesehen. 16-Jährige werden zu nützlichen Verbrechern in einer Terrorbande gemacht. Beim Autor dieses Gesetzentwurfs mit seiner Anstiftung zu Straftaten von Minderjährigen sollte definitiv nicht von der Strafverfolgung abgesehen werden.
Mit Fleiß wird hier die klare Grenze zwischen verdeckter geheimdienstlicher Aufklärung und operativem polizeilichem Eingriff bei Gefahrenabwehr niedergerissen. Solch angemaßte Selbstermächtigung ist abzulehnen. Wenn Vorgänge Eingriffsrelevanz erreichen, sind Polizei und Staatsanwaltschaft gefragt. Wir haben schon die Mittel. Was es nicht braucht, ist Ihre Geheimpolizei.
(Beifall bei der AfD)
Und dann Ihr Löschen und Verfälschen von Nachrichten sowie die Bereitstellung – das heißt, aktives Aufspielen – falscher Informationen! Diese staatliche Informationsverfälschung widerspricht rechtsstaatlicher Beweissicherung
(Alexander Hoffmann [CDU/CSU]: Die AfD kann das doch auch machen!)
und informationellen Bürgerrechten. Der Verfassungsschutz mit der Lizenz zum Fälschen entwertet die Wahrheit generell auch dort, wo er sie nie anfasst. So werden alle Beweismittel entwertet. Sie schreiben auf den Rechnern, die Sie dann auswerten wollen, gleich selbst. Keine Geheimpolizei, kein Polizeistaat könnte das schlüssiger erfinden.
(Beifall bei der AfD)
Es ist mehr als der totale Überwachungsstaat. Ziel ist der Staat der gesetzlich abgesicherten Lüge, der Staat als Betrüger und geheimer Manipulator. Nach Gestapo und Stasi plant jetzt diese Regierung, die Grundrechtsverletzungen zu systematisieren – manipulieren, sabotieren, täuschen. Mit diesen Zersetzungsmaßnahmen wird der Verfassungsschutz zur Stasi 2.0 umgebaut.
(Sebastian Fiedler [SPD]: Damit kennen Sie sich aus! – Zuruf der Abg. Dr. Franziska Kersten [SPD])
Betroffene Bürger sollen von den staatlichen Betrügereien nichts erfahren. Das macht Sinn: Wer nicht weiß, dass er überwacht und manipuliert wird, kann sich auch nicht gerichtlich wehren.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Unfassbar! Das hat nichts mit diesem Gesetzentwurf zu tun, was Sie hier erzählen!)
Mit der Begleitmusik gezielter Panikmache wird der Übergriff auf Privateigentum und Intimsphäre des Bürgers vorbereitet. Artikel 13 Grundgesetz sagt klipp und klar: „Die Wohnung ist unverletzlich.“ Dieses Grundrecht schützt die Privatsphäre des Bürgers vor staatlichen Übergriffen und Überwachungsmaßnahmen. Aber das heimliche Betreten der Wohnung soll jetzt legitimes Handwerkszeug werden.
Und der Putsch gegen den Rechtsstaat nimmt erst so richtig Fahrt auf, wenn Pseudobegrifflichkeiten wie Desinformation gängige politische Münze werden. Desinformation im Sinne der Regierung ist jede abweichende politische Meinung, die das eigene Narrativ gefährdet. So ist das Ganze geeignet zur systematischen Ausschaltung jeglicher Opposition, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der AfD)
Dass diese Maßnahmen von dem neu eingerichteten Unabhängigen Kontrollrat zu genehmigen sind, bringt gar nichts. Der wird handverlesen bestimmt vom Parlamentarischen Kontrollgremium, das wiederum von der Regierung dominiert wird. Dort werden dann geeignete Parteifreunde installiert. Man denke nur daran, dass das oberste deutsche Gericht von einem Altparteienklüngel in interner Vergabe nach Parteibüchern mit ausgewiesenen politischen Gesinnungsgenossen bestückt wird!
Meine Damen und Herren, der Staat als Täter, wo bislang Geheimdienste sammeln, beobachten und ihre Erkenntnisse danach abgeben an Polizei und Justiz zur Klärung vor Gericht. Das Trennungsgebot war die Lehre aus den deutschen Diktaturen. Nun soll die staatliche Geheimpolizei Nachrichten fälschen und Falschinformationen streuen. Geplant ist nicht weniger als die staatliche Lüge als sanktioniertes System.
Diese Regierung weiß sich nicht mehr anders zu helfen. Sie braucht den Staat, der lügen darf und uns nicht sagen muss, wann. Mehr, meine Damen und Herren, muss man über diese Regierung nicht mehr wissen.
(Beifall bei der AfD)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die SPD-Fraktion hat Frau Abgeordnete Sonja Eichwede das Wort. Bitte.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Sonja Eichwede (SPD):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Frau Bundesministerin Warken! Sehr geehrter Herr Bundesminister Dobrindt! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Es geht darum, Gefahren abzuwehren. Es geht darum, die Bevölkerung zu schützen. Es geht darum, die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger in unserem Land zu schützen. Die Rede, die wir gerade gehört haben, ist das beste Beispiel dafür, wie Gefahren negiert werden und die Bevölkerung eben gerade nicht geschützt wird, sondern Gefahren ausgesetzt werden kann. Von daher müssen wir uns klar dagegenstellen. Die AfD ist eine Gefahr für die Bevölkerung und will sie eben nicht schützen, liebe Kolleginnen und Kollegen.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Die Nachrichtendienste sind dazu bereit, uns vor Bedrohungen von innen und von außen zu schützen. Sie sichern die Freiheit, sie sichern die freiheitlich-demokratische Grundordnung.
Wir befinden uns heute in einer komplett anderen Situation als noch vor einigen Jahren. Die Welt hat sich verändert. Sie hat sich verändert, weil aus Partnern Feinde geworden sind. Sie hat sich verändert, weil sich sehr, sehr viel unseres Lebens heute auch im digitalen Raum abspielt. Wer Verantwortung für dieses Land trägt, wer Verantwortung für die Sicherheit trägt, der darf die Augen vor der Realität nicht verschließen und muss deshalb auch diese Reform hier angehen, liebe Kolleginnen und Kollegen.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Präsidentin Julia Klöckner:
Frau Kollegin, lassen Sie eine Zwischenfrage aus der AfD-Fraktion zu?
Sonja Eichwede (SPD):
Vielen Dank. Sie hatten schon genug Redezeit. – Wir erleben immer wieder, wie Cyberangriffe auf staatliche Stellen, auf Unternehmen, auf Infrastruktur geschehen. Wir sehen die Drohnenflüge über militärische Einrichtungen, über sensible Industrieanlagen. Wir sprechen von Angriffen wie in Leipzig. Wir beobachten ausländische Einflussoperationen, die gezielt unsere Gesellschaft spalten wollen, die demokratische Prozesse untergraben. Wir merken auch immer wieder, wie das durch eine Fraktion hier ins Parlament hineingetragen wird. Wir sehen insbesondere, wie der Rechtsextremismus, wie islamistischer Terrorismus, wie aber auch Linksextremismus unser Land von innen bedrohen. Die Gefahren sind vielfältig, und sie nehmen zu.
Wir sehen, wie die hybride Kriegsführung Russlands, Cyberangriffe, Sabotage und Desinformationen geschehen. Wir sprechen über Spionage, auch aus China. Wir sprechen über Operationen des Irans auf deutschem Boden. Wir müssen deshalb, um zu schützen, die Instrumente unserer Dienste ausweiten und auf diese digitale Zeit, auf diese schwierige Zeit einstellen. Wir haben das im Koalitionsvertrag vereinbart.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Dazu gehört insbesondere, dass wir – die Ministerin hat es gesagt – auf Augenhöhe zu unseren europäischen Partnern kommen, damit die Dienste in Europa unsere Sicherheit gemeinsam besser schützen können und damit Freiheit und Demokratie wehrhaft sind und gelebt werden können. Dazu gehört auch die Füllung von Schutzlücken und eben keine Aufweichung des Trennungsgebots. Schutzlücken müssen gezielt geschlossen werden, um die Bevölkerung besser zu schützen,
(Dr. Christian Wirth [AfD]: Das Bundesverfassungsgericht befiehlt!)
wenn niemand anderes tätig werden kann.
Dass wir unsere Dienste auch stärker kontrollieren, sowohl parlamentarisch als auch rechtlich, ist ein Punkt, den wir uns im parlamentarischen Verfahren noch mal gezielt angucken können; denn es geht um die Freiheit der Bevölkerung, der Bevölkerung, die wir hier im Raum vertreten. Und das nehmen wir uns zu Herzen.
Wir sind hier im Herzen unserer Demokratie. Die gilt es zu schützen. Das werden wir auch mit dieser Reform tun, an der wir jetzt gemeinsam arbeiten.
Vielen Dank.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für Bündnis 90/Die Grünen hat nun Herr Abgeordneter Dr. Konstantin von Notz das Wort.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Alexander Hoffmann [CDU/CSU])
Dr. Konstantin von Notz (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Dass es am 4. August 2026 auf dem Flughafen Leipzig/Halle, von dem aus auch Familien in ihren Mallorca-Urlaub starten, nicht zu einem Feuerinferno gekommen ist, verdanken wir allein dem Zufall. Die Bundesregierung hat es klar benannt, Herr Dobrindt: Dahinter steckte Russland. Dieser staatsterroristische Anschlagsversuch markiert eine noch mal ganz neue Qualität einer Bedrohungslage, die sich täglich zuspitzt in Europa und in Deutschland. Russland greift uns jeden Tag an mit Spionage, Sabotage, Anschlagsversuchen und der Aushöhlung, Zerrüttung unserer Demokratie. Dass wir uns in dieser Lage besser aufstellen, dass Deutschland sehr viel resilienter wird, dass unsere Dienste endlich schlagkräftiger werden: Das ist die sicherheitspolitische Herausforderung unserer Zeit, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Weil Sicherheit mehr ist als die Bundeswehr, haben wir Ihnen von der Koalition hart abgerungen, dass heute auch die Nachrichtendienste und der Zivilschutz von der Bereichsausnahme der Schuldenbremse erfasst sind.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Das ist eine gute Sache. Dass wir auch die Dienste jetzt personell und technisch besser ausstatten können, ist nur deshalb möglich; aber das reicht nicht. Das Recht der Nachrichtendienste braucht ein Update. Wir drängen seit Jahren darauf. Sie sind trotzdem spät dran. Die Frist des Bundesverfassungsgerichts läuft. Als Parlament haben wir nur noch wenig Zeit, um das Beste aus dieser Reform zu machen, und wir müssen jetzt handeln.
(Alexander Throm [CDU/CSU]: Mit der FDP ging es nicht!)
Der Bundesnachrichtendienst muss in dieser rauen Zeit auf Augenhöhe mit den Partnerdiensten agieren können, und er muss zukünftig auch Dinge machen können, die er heute noch nicht machen darf. Da sind wir sehr klar, und das stützen wir.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)
Klar ist aber auch: Wir tun das hier alles, um unsere Freiheit zu verteidigen. Die Verteidigung unserer Freiheit darf aber nie bedeuten, dass wir selbst deren Grundpfeiler infrage stellen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Einiges an diesem Paket ist mit diesen Grundpfeilern unserer Freiheit nicht vereinbar; es ist überzogen. Dass Sie, Herr Dobrindt, die dringende Notwendigkeit dieser Reform, die Stärkung des BNDs, versuchen zu nutzen, um Ihre Inlandsgeheimdienstpläne durchzudrücken, das ist nicht Law and Order,
(Zuruf des Bundesministers Alexander Dobrindt)
sondern das ist kurzsichtig, und es ist ein schwerer Fehler, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Sie haben ja die scharfe Kremlrhetorik der AfD gerade gehört. Gottfried Curio hat den Sprechzettel Putins vorgelesen.
(Stefan Keuter [AfD]: Ach, wie lustig! – Weitere Zurufe von der AfD)
Die nützlichen Rechtsextremisten der AfD und die Verschwörungsideologen des BSW und Co
(Zuruf des Abg. Dr. Gottfried Curio [AfD])
– das trifft, Herr Curio, ich weiß – werden jede Chance nutzen, über diese Reform weiteres Misstrauen gegen unseren Staat zu schüren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Und deswegen füttern Sie mit Ihren überzogenen Plänen, Herr Dobrindt, dieses Narrativ und gefährden damit diese notwendige Reform, zumal dieses Gesetz zu hundert Prozent – zu hundert Prozent! – in Karlsruhe landen wird. Und da muss es halten, meine Damen und Herren. Dafür muss einiges noch geschehen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Deshalb: Die überzogenen Pläne für die Geheimdiensttätigkeit im Inland müssen zurückgedreht werden. Das BfV muss die Zentralstelle für die Spionageabwehr werden. Es ist doch verrückt, dass Bremen und das Saarland das selbst organisieren. Herr Dobrindt, machen Sie da mal was! Reden Sie mal mit Bayern!
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Wir müssen die Integrität des Verfassungsschutzverbundes mit einer Resilienzklausel sichern. Wir müssen die berechtigten Interessen von Berufsgeheimnisträgern, vor allem der Psychotherapeuten, deutlich stärker berücksichtigen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Und wenn die Dienste in Zukunft schärfer hacken können sollen, was ich auch finde, dann braucht es – und das ist die absolute Voraussetzung dafür – ein Schwachstellenmanagement. Das muss kommen, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Die notwendigen Befugnisse des BND im Ausland müssen konkreter gefasst werden, und es braucht vor allem eine glasklare Verantwortungs- und Kontrollstruktur. Wir müssen diese Kontrolle stärken – und das sage ich auch einmal glasklar – mit einem UKRat, der seine Rolle in der Breite – in der Breite! – fachlich wie technisch in allen Gesichtspunkten wahrnimmt, und einer Reform des PKGr-Gesetzes. Auch da braucht es ein Update, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Das alles ist nicht „nice to have“. Das braucht es, damit wir nicht wieder vor höchsten Gerichten scheitern. Deswegen: Lassen Sie es uns angehen!
Ganz herzlichen Dank. Ich freue mich sehr auf die Beratungen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion Die Linke hat Frau Abgeordnete Clara Bünger das Wort. Bitte.
(Beifall bei der Linken)
Clara Bünger (Die Linke):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! 2013 stellte der NSU-Untersuchungsausschuss hier im Bundestag fraktionsübergreifend fest – ich zitiere –: Beim Verfassungsschutz bedarf es „der Stärkung einer systematischen und strukturellen Kontrolle“. Der im Untersuchungsausschuss als „höchst problematisch erkannte Bereich des Einsatzes von V-Personen“ muss „gezielt untersucht werden“. Wenn ich mir Ihren über 100 Seiten langen Entwurf anschaue, Herr Dobrindt, dann sehe ich: Darin ist von dieser Lehre keine Spur.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Das wurde doch schon vorher gemacht!)
Aber Sie haben das Dokument damals unterzeichnet, genauso wie alle anderen Fraktionen, außer der AfD, hier im Haus.
(Beifall bei der Linken)
Statt die unkontrollierbare Praxis der V-Leute zu beenden, wollen Sie jetzt ernsthaft Kinder als Spitzel anheuern. Die Lehre aus dem NSU war „weniger V-Leute“, nicht „jüngere Leute“. Das ist kein Lernen aus dem NSU. Das ist ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Opfer des NSU.
(Beifall bei der Linken – Zuruf von der Linken: So ist es!)
Der Untersuchungsausschuss hatte sehr gute Gründe für die Forderung nach mehr Kontrolle. Insgesamt über 100 000 Euro flossen direkt vom Verfassungsschutz über den V-Mann und Neonazi Tino Brandt an das NSU-Netzwerk. 1 000 Euro gingen in genau dem Jahr an das Trio, als die Neonazis ihre Mordserie begannen. Rund 1 300 Euro kostete die Pistole Ceska 83. Mit dieser Waffe haben die rechtsradikalen Terroristen des NSU neun Menschen mit Migrationsgeschichte kaltblütig ermordet. Zur Wahrheit gehört deshalb auch: Dieser Geheimdienst hat den Terror nicht verhindert. Dieser Geheimdienst hat diesen Terror möglich gemacht.
(Beifall bei der Linken – Sebastian Fiedler [SPD]: Das ist kein Geheimdienst!)
Und wir bleiben dabei: Der NSU bestand nicht aus drei Personen. Der Verfassungsschutz hat mitgemacht.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Unverschämt!)
Und das Geld ist nur ein Beispiel. Die Unterstützung ging weit darüber hinaus. Denn wer befand sich denn beim Mord an Halit Yozgat direkt am Tatort, als dieser in seinem Internetcafé durch zwei gezielte Schüsse in den Kopf ermordet wurde,
(Alexander Throm [CDU/CSU]: Wollen Sie denn auch noch was zum Gesetzentwurf sagen?)
und hat dann noch das Kleingeld auf den blutverschmierten Tresen gelegt? Der V-Mann-Führer Temme vom Verfassungsschutz.
(Sebastian Fiedler [SPD]: 15 Jahre her!)
Und wer hat direkt nach der Selbstenttarnung des NSU stundenlang Akten geschreddert, um zu vertuschen? Ein Referatsleiter des Bundesamtes für Verfassungsschutz.
Menschen sind gestorben.
(Sebastian Fiedler [SPD]: Eineinhalb Jahrzehnte her!)
– Hören Sie zu, Herr Fiedler. –
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Ihre Rede hat nichts mit dem Gesetzentwurf zu tun!)
Menschen sind gestorben, und sie werden auch weiter sterben wegen dieses Geheimdienstes.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Sagen Sie mal was zum Gesetzentwurf!)
Und genau diesem Geheimdienst wollen Sie jetzt noch viel mehr Befugnisse geben und gleichzeitig die Kontrolle der Geheimdienste verschlechtern?
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Das ist doch falsch! – Sebastian Fiedler [SPD]: Nachrichtendienste!)
Das ist eine Katastrophe.
(Beifall bei der Linken – Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Alles falsch! – Zuruf des Abg. Alexander Throm [CDU/CSU])
Weil Sie hier gerade dazwischenrufen: Schauen wir doch mal in den Entwurf rein!
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Schauen Sie doch mal rein! Hundert Seiten überfordern Sie anscheinend!)
Erstens. Sie heben das historische Trennungsgebot auf. Dieses Trennungsgebot ist die unmittelbare Lehre aus den Verbrechen der deutschen Faschisten. Damals wurde entschieden, dass Geheimdienst und Polizei niemals in einer Hand liegen dürfen. Polizei braucht Kontrolle und darf niemals im Geheimen agieren.
(Dr. Gottfried Curio [AfD]: Hört! Hört!)
Doch wenn es nach Ihnen geht, soll damit jetzt Schluss sein. Der Verfassungsschutz soll dürfen, was sonst nur die Polizei darf. Wer so etwas plant, der will eine neue deutsche Geheimpolizei. Und so etwas ging noch nie gut – erst recht nicht in Deutschland.
(Beifall bei der Linken – Alexander Throm [CDU/CSU]: Dasselbe hat Herr Curio gesagt! – Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Das sagen uns die Parteien links und rechts hier! Diese Parteien sagen uns das! – Zuruf der Abg. Daniela Ludwig [CDU/CSU])
Und zweitens – jetzt hören Sie genau zu! –: Die sogenannten Verfassungsschützer steigen jetzt in eure Wohnungen ein, ohne dass ein Richter diesen Plan je zu Gesicht bekommen hätte. Beamte dringen in eure intimsten Räume ein, ohne richterlichen Beschluss. Das gehört zur Wahrheit dazu.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Reden Sie jetzt über die DDR, oder worüber reden Sie?)
Sie installieren Spionagesoftware auf euren Laptops und auf euren Handys.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Eine DDR-Rede hören wir hier!)
Sie sehen alles, was ihr denkt und fühlt und macht.
(Catarina dos Santos-Wintz [CDU/CSU]: Vielleicht machen Sie mal das Fenster auf!)
Und ihr werdet nie davon erfahren – keine Benachrichtigung, keine gerichtliche Kontrolle, kein Rechtsschutz.
(Alexander Hoffmann [CDU/CSU]: Da ist er wieder, der Putin-Sprechzettel!)
Nicht mal in der Arztpraxis – es wurde gerade auch von meinem Kollegen Herrn von Notz gesagt – oder bei der Psychotherapie kennt dieses Gesetz eine Grenze.
Es wird überall gespitzelt. Hier werden Grundrechte mit Füßen getreten, und das dürfen wir niemals zulassen.
(Beifall bei der Linken – Alexander Throm [CDU/CSU]: So sehr AfD! – Dr. Reinhard Brandl [CDU/CSU]: Warum klatscht denn die AfD an der Stelle nicht? Das ist doch Ihr Denken!)
Und drittens – ganz wichtig –: digitale Massenüberwachung mit KI. Der Verfassungsschutz soll mit künstlicher Intelligenz seine Daten nach verdächtigen Mustern untersuchen. Algorithmen werten euer Verhalten aus. Die KI erstellt Persönlichkeitsprofile von euch – dieselbe KI, die jetzt schon macht, was sie will. Und das, sehr geehrte Damen und Herren, trifft uns alle, weil der Geheimdienst in allem auch eine potenzielle Bedrohung sehen kann.
Herr Dobrindt, ist Ihnen eigentlich klar, was Sie hier tun? Sie schaffen wirklich einen unkontrollierbaren Staatsapparat, der in Ihren Händen schon eine große Gefahr ist. Aber: Die AfD gewinnt von Wahl zu Wahl an Stimmen dazu, und Ihre Partei befindet sich gerade im Chaos und in der Auflösung. Ausgerechnet jetzt stellen Sie diesen Sicherheitsapparat schlüsselfertig für die AfD hin, und die brauchen nur noch zuzugreifen.
(Beifall bei der Linken – Martin Hess [AfD]: Gut, dass Sie zugeben, dass die Politik direkten Zugriff auf den Verfassungsschutz hat!)
Und Sie glauben ernsthaft, Sie können das verhindern? Das ist eine maßlose Selbstüberschätzung, Herr Dobrindt.
Wir stellen uns diesem Verfassungsbruch entgegen. Es wurde schon gesagt: Er wird in Karlsruhe landen. Und da gehört er auch hin. Das Bundesverfassungsgericht wird ihn aufhalten. Aber bis Karlsruhe entschieden hat, ist es eventuell schon zu spät.
Die Verfassung zu schützen, ist eine der wichtigsten Aufgaben unserer Zeit. Dieses Gesetz tut es aber nicht. Also machen Sie damit, was Sie beim Geheimdienst am besten können: Sie sollten es durch den Schredder jagen.
(Beifall bei der Linken)
Und damit hier allen klar ist, worüber wir sprechen:
(Die Rednerin hält eine Fotografie hoch)
Herr Dobrindt, das hier ist die Ceska 83. Mit ihr wurden neun Mordopfer des NSU erschossen. Sie, Herr Dobrindt, können bis heute nicht ausschließen, dass diese Waffe mit dem Geld vom Verfassungsschutz bezahlt wurde, und das ist ein Skandal.
Vielen Dank.
(Beifall bei der Linken – Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Arbeitsgemeinschaft der Extremen!)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Bundesregierung hat nun der Bundesminister des Innern, Herr Alexander Dobrindt, das Wort.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Alexander Dobrindt, Bundesminister des Innern:
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Frau Bünger, ich kann nur sagen: die gleichen falschen Antworten von links außen und rechts außen. Wer führt Ihnen beiden eigentlich die Feder?
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Martin Hess [AfD]: Unser Verstand, Herr Dobrindt!)
Deutschland ist Zielscheibe von hybriden Bedrohungen. Dagegen müssen wir uns rüsten. Wir sind nicht Rückzugsraum von Aggressoren, sondern Operationsraum von Terrorismus, von Extremismus, von fremden Mächten. Dagegen müssen wir uns rüsten. Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und hybride Anschläge sind die neue ständige Gefahrenrealität. Dagegen müssen wir uns rüsten.
Und im Zentrum dieser Angriffe steht der ständige Versuch der Destabilisierung. Die Destabilisierung unseres Landes, der Bevölkerung und unserer Demokratie. Und dabei den Verfassungsschutz zu stärken, heißt schlichtweg, unsere Demokratie zu stärken. Verfassungsschutz ist Demokratieschutz, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Wir legen mit diesem Reformgesetz in der Tat den Grundstein für eine neue Zeitrechnung bei den Nachrichtendiensten.
(Beatrix von Storch [AfD]: Das stimmt!)
Ja, aus Nachrichtendiensten werden echte Geheimdienste. Aus der Beschaffung von Informationen über Bedrohungen wird echte Abwehr von Gefahren, Anschlägen und Terror. Das ist Schutz von Land, Bevölkerung und Demokratie, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Dr. Gottfried Curio [AfD]: Sie führen die Stasi wieder ein!)
Und wir bringen unsere Dienste auf Augenhöhe mit unseren europäischen Partnern, selbstverständlich. Wir machen unsere Dienste zu vollwertigen Kooperationspartnern im Kampf gegen internationalen Terrorismus und Staatsterrorismus. Und der Schlüssel dazu sind operative Fähigkeiten, selbstverständlich. Ein Beispiel dazu, das uns ja zurzeit immer wieder beschäftigt: Wenn ein Bombenanschlag auf Deutschland geplant ist und dieser identifiziert wird, dann muss es doch schlichtweg möglich sein, dass unser Verfassungsschutz als Abwehrdienst den Sprengstoff auch entschärft, austauscht oder manipuliert. Das ist Schutz von Land, Bevölkerung und Demokratie, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD – Zuruf von der AfD)
Sehr geehrter Herr von Notz, lassen Sie mich auch darauf eingehen: Ihre Kritik ist sehr kurzsichtig und ehrlicherweise auch durchsichtig. Sie argumentieren nach dem Motto: Operative Fähigkeiten zur Gefahrenabwehr sind notwendig, wenn es um den Auslandsgeheimdienst geht, den BND.
(Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Da gibt’s ja keine Polizei, Herr Dobrindt!)
Aber Sie sagen dann gleichzeitig: Operative Fähigkeiten sind nicht notwendig, wenn es um den Inlandsdienst geht, den Verfassungsschutz.
(Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Genau! Weil da gibt’s die Polizei! – Dr. Irene Mihalic [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Genau! Wir haben ja die Polizei! Was ist mit der?)
Schauen wir uns doch mal die Lage an: Fremde Mächte nehmen Deutschland ins Visier. Sie planen hier Anschläge, sie planen hier Staatsterrorismus.
(Dr. Irene Mihalic [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Wollen Sie die Polizei von ihren Aufgaben entkernen, oder was ist der Plan? – Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Es gibt die Polizei, Herr Dobrindt! Für die sind Sie auch zuständig!)
Dagegen wollen Sie sich mit einem Abwehrdienst wehren, solange diese Planungen im Ausland stattfinden. Aber Sie wollen sich nicht mehr wehren, wenn diese Planungen schon nach Deutschland gedrungen sind, die Vorbereitungen hier stattfinden.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Wir brauchen beides, um uns gegen den Staatsterrorismus und die fremden Mächte zu rüsten.
Herzlichen Dank dafür.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD – Zurufe der Abg. Beatrix von Storch [AfD] und Agnieszka Brugger [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Präsidentin Julia Klöckner:
Ganz kurz: Frau von Storch, Sie müssen sich gar nicht beschweren, dass Sie nicht mehr das Wort bekommen, wenn Sie sich 30 Sekunden vor Ende der Rede des Bundesministers zu einer Zwischenfrage melden.
(Beatrix von Storch [AfD]: Der hat noch drei Minuten geredet!)
Ich falle ihm nicht direkt ins Wort, nur weil Sie sich melden. Und er hat aufgehört, als es hier geleuchtet hat. Insofern sollten Sie das ein bisschen anders timen oder akzeptieren, wie es ist.
Ich will noch einen Hinweis geben: Wir sind ja das Parlament des Wortes, und das wissen Sie, Frau Bünger. Hier werden keine Bilder oder andere Dinge hochgehalten. Ich will das hier noch mal für alle sagen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Nun ist für die AfD-Fraktion der Abgeordnete Dr. Christian Wirth dran. Bitte.
(Beifall bei der AfD)
Dr. Christian Wirth (AfD):
Frau Präsidentin! Werte Kollegen! Herr Minister Dobrindt, zu Ihrer Rede: Der Unterschied zwischen Auslandsgeheimdienst und Inlandsgeheimdienst ist, dass im Ausland die Polizei nicht zuständig sein kann, im Inland schon. Deswegen ist das Trennungsgebot erforderlich.
(Beifall bei der AfD – Alexander Dobrindt, Bundesminister: Wenn die nicht rechtzeitig da sein kann?)
Die Bundesregierung sagt: Die Bedrohung hat sich verschärft. – Das stimmt. Spionage, Terrorismus und Sabotage nehmen zu. Doch bei fast jedem vereitelten Anschlag kamen die entscheidenden Hinweise von ausländischen Partnerdiensten.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Aha!)
Das Bundesamt für Verfassungsschutz war blind. Das Rezept der Regierung, den Verfassungsschutz mit jährlich massiv steigenden Steuermitteln zu versorgen, half bisher nicht und wird auch zukünftig nicht helfen.
(Zuruf des Abg. Vinzenz Glaser [Die Linke])
Denn die Mittel fließen nicht etwa in die Terrorabwehr, sondern in die Bespitzelung der demokratischen Opposition und die Kriminalisierung regierungskritischer Teile der Bevölkerung.
(Beifall bei der AfD)
Die Antwort der Regierung auf dieses Problem ist aber keine Kurskorrektur; sie ist eine massive Ausweitung der Macht. Das Amt soll in private Computer und Handys eindringen dürfen. Das Amt soll künftig heimlich Wohnungen betreten dürfen. Das Amt soll sogar Daten löschen oder verändern dürfen. Die Bundesdatenschutzbeauftragte warnt deshalb offen vor einer – ich zitiere – „massive[n] Ausweitung von Befugnissen“ bei gleichzeitiger „Einschränkung der effektiven Kontrolle“. Sie spricht von einem „erheblichen Überwachungsdruck für die Gesellschaft“ und äußert deutliche „Zweifel an der Verfassungskonformität“.
Der Bürgerrechtler Rolf Gössner nennt das Gesetz eine „Lizenz zu Einbruch und Sabotage“. Er warnt: Aus dem stillen Beobachter wird ein aktiver Akteur.
(Beatrix von Storch [AfD]: Hört! Hört!)
Gössner wurde übrigens selbst über 38 Jahre vom Verfassungsschutz überwacht, und zwar rechtswidrig, wie das Verwaltungsgericht Köln, das Oberverwaltungsgericht Münster und das Bundesverwaltungsgericht Leipzig allesamt urteilten und dem Verfassungsschutz ins Stammbuch geschrieben haben.
(Tino Chrupalla [AfD]: So viel zu „Rechtsstaat“! Peinlich!)
Das ist eine von mittlerweile zahlreichen Lektionen – wir haben vom NSU gehört – in Sachen Rechtsstaatlichkeit, die dieser Behörde erteilt wurden. Leider scheinen diese Lektionen nie zu fruchten.
Bisher galt ein klares Prinzip: Nachrichtendienste sammeln nur Informationen, sie greifen nicht selbst ein. Das nennt man „Trennungsgebot“. Es ist eine Lehre aus der deutschen Geschichte. Es sollte eine allmächtige Geheimpolizei wie die Gestapo und die Stasi verhindern. Aber genau dieses Prinzip weicht der Entwurf jetzt auf.
(Dr. Gottfried Curio [AfD]: So ist es!)
Der Entwurf geht noch weiter: Banken, Finanzämter und sogar Autowerkstätten sollen künftig automatisiert Daten an die Dienste liefern müssen. Kritiker aus der Netzgemeinde nennen das schlicht „unverhältnismäßig“. Wir teilen diese Sorge.
Besonders bitter: Sogar 16- bis 17-Jährige – das haben wir mehrfach gehört – sollen künftig als Vertrauenspersonen angeworben werden dürfen. Kinder werden so zu Zuträgern eines Geheimdienstes gemacht. Und ich sage es hier wieder: Ein Staat, der Minderjährige zu Spitzeln macht, erzieht nicht zur Demokratie. Er erzieht zu Denunziation.
(Beifall bei der AfD – Daniel Baldy [SPD]: Wie Ihre Meldeportale für Lehrer!)
Und die Kontrolle? Sie überzeugt nicht. In dringenden Fällen darf die Behördenleitung sofort handeln. Die Kontrolle folgt erst später. Betroffene werden oft niemals informiert. Wer von einer Maßnahme nichts weiß, kann sich auch nicht dagegen wehren. Wir erinnern an den Fall Ramelow: Das Bundesverfassungsgericht erklärte die jahrelange Beobachtung eines Abgeordneten für unverhältnismäßig.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Die Koalition wird ja immer fester hier von ganz links und ganz rechts! Wahnsinn!)
Genau solche Übergriffe drohen weiter, wenn die Kontrolle so schwach bleibt wie geplant. Regierungen in Bund und Ländern, die den Verfassungsschutz derart instrumentalisieren, sind selbst eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung.
(Beifall bei der AfD)
Noch dreister wird es beim neuen Kontrollgremium. Es wird vom Parlamentarischen Kontrollgremium gewählt. Doch der größten Oppositionsfraktion, unserer Fraktion, wird dort ein Sitz verweigert, obwohl uns dieser Sitz rechtlich zusteht. Das zeigt: Es geht der Regierung nicht um Sicherheit, es geht um Macht. Meine Damen und Herren, der Verfassungsschutz soll die freiheitliche Ordnung schützen. Er soll nicht die Regierung vor ihren Kritikern schützen. Regierungskritik ist keine Verfassungsfeindlichkeit, sondern gelebte Demokratie.
(Beifall bei der AfD)
Die AfD steht für einen starken Inlandsgeheimdienst, einen Dienst, der sich auf echte Gefahren konzentriert: Terrorismus, Spionage und gewaltbereiten Extremismus.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Das glauben Sie doch selber nicht!)
Sie steht nicht für einen Dienst, der Bürger bespitzelt, weil ihm die Meinung nicht gefällt. Diese Debatte betrifft jeden Bürger im Land; denn ein Geheimdienst ohne klare Grenzen wird zur Gefahr für die eigene Bevölkerung. Genau davor warnen wir heute im Interesse aller Menschen in Deutschland.
Wir lehnen diesen Gesetzentwurf ab. Er schwächt die Freiheit, er stärkt nicht die Sicherheit. Und ein kleiner Rat an die Regierung und die Regierungsparteien: Wenn Sie hier Gesetze einbringen, sollten Sie daran denken, dass Sie diese Gesetze auch in der Opposition ertragen müssen. Und diese Zeit kommt schneller, als Sie denken.
Danke.
(Beifall bei der AfD – Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Das ist eine Drohung hier! – Gegenruf der Abg. Beatrix von Storch [AfD]: Das ist doch keine Drohung! – Gegenruf des Bundesministers Alexander Dobrindt: Ach nein? Was ist es denn dann?)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die SPD-Fraktion hat Herr Abgeordneter Sebastian Fiedler das Wort.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Sebastian Fiedler (SPD):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Zurück zur Realität. Wir reden heute über die Nachrichtendienste.
(Zuruf der Abg. Beatrix von Storch [AfD] – Gegenruf des Bundesministers Alexander Dobrindt)
Präsidentin Julia Klöckner:
Einen Moment. Ganz kurz, Herr Kollege.
Sebastian Fiedler (SPD):
Sehr gerne.
Präsidentin Julia Klöckner:
Wir geben Ihnen jetzt die Chance, alleine das Wort zu haben.
Sebastian Fiedler (SPD):
Das ist sehr freundlich von Ihnen. Herzlichen Dank.
Präsidentin Julia Klöckner:
Bitte sehr. Jetzt.
(Zuruf der Abg. Beatrix von Storch [AfD])
– Frau von Storch, ich würde jetzt wirklich gerne so fortfahren, wie es gedacht ist.
(Jörn König [AfD]: Ein Herr Dobrindt hat sich geäußert von der Regierungsbank aus!)
– Jetzt machen Sie sich mal locker! Ich bin dazwischengegangen, und die Debatte geht jetzt weiter. – Bitte sehr.
Sebastian Fiedler (SPD):
Herzlichen Dank. – Ich wollte Ihnen mitteilen, dass wir heute über etwas Größeres reden, nicht nur über die Nachrichtendienstreform. Wir modernisieren und reformieren nämlich aktuell die Sicherheitsarchitektur dieses Landes auf der Ebene des Bundes grundlegend – in einer Zeit, in der das gleichzeitig auf der Ebene der Europäischen Union passiert.
Dafür gibt es viele ernste Gründe; denn die Sicherheitslage hat sich fundamental geändert. Wir erleben islamistischen Terrorismus, Rechtsterrorismus, Organisierte Kriminalität, Cyberangriffe auf Unternehmen und staatliche Einrichtungen, Spionage, Sabotage, Desinformationen, Drohnen über kritischer Infrastruktur und die hybriden Operationen fremder Staaten.
Dabei spielt natürlich Russland eine herausragende Rolle; aber Russland ist nicht die einzige Bedrohung. Die Sicherheitsbehörden müssen mit chinesischer Spionage umgehen, islamistischem Terrorismus, iranischen Aktivitäten, Cyberakteuren, Organisierter Kriminalität und immer neuen technologischen Möglichkeiten unserer Gegner.
Ich will damit sagen: Die Lage ist ernst, und der Staat muss daraus Konsequenzen ziehen. Genau das tun wir in dieser Koalition.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Wir tun viel. Nur ein kurzer Ausschnitt dessen: Wir reformieren das Bundespolizeigesetz, verbessern die Cyberabwehr und die digitalen Ermittlungsfähigkeiten. Wir modernisieren BKA und BSI, wir ordnen die polizeilichen Bereiche des Zolls neu, schaffen neue Ermittlungs- und Zusammenarbeitsmöglichkeiten, eine neue Drohnenabwehreinheit bei der Bundespolizei, ein neues Drohnenabwehrzentrum, ein neues Zentrum Hybrid usw. Und der Grund ist, dass sich die Bedrohungen nicht an Zuständigkeitsgrenzen halten, aber wir uns an die Zuständigkeitsgrenzen halten.
Und jetzt kommen wir zum eigentlichen Punkt. Wir modernisieren auch das Recht der Nachrichtendienste ganz grundlegend. Und ich will Ihnen etwas sagen. Ich bin 1993 nach dem Abitur zur Polizei gegangen, habe in vielen Bereichen der Sicherheitsbehörden gearbeitet, zuletzt die Berufsvertretung der Kriminalpolizei geleitet. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland so grundlegende Reformen und Modernisierungen unserer Sicherheitsarchitektur hingekriegt haben, wie das jetzt der Fall ist.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: So ist es! – Zuruf der Abg. Sonja Lemke [Die Linke])
Die Dichte an Reformen, Modernisierungen technischer Ausrüstung und rechtlicher Neuordnungen hat es in der bundesrepublikanischen Geschichte so noch nicht gegeben.
Und, meine Damen und Herren, ich verstehe diese Rufe und die Kritik an der Koalition in dieser Hinsicht überhaupt gar nicht.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU – Jan Krampe [Die Linke]: Das ist leider in Teilen Ihr Problem!)
Ich kann das nicht nachvollziehen. Aus gutem Grund habe ich den Begriff „Sicherheitskoalition“ geprägt, weil wir das Thema Sicherheit mit großer Ernsthaftigkeit angehen. Die Bevölkerung kann froh sein, dass genau diese Koalition gerade aktuell Verantwortung in Deutschland trägt, und keine andere.
(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Das stimmt! – Zuruf des Abg. Luke Hoß [Die Linke])
So ist es richtig.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Und es geht eben nicht darum, dass hier jeder alles kann oder so etwas in der Art. Das Gegenteil ist richtig. Polizei bleibt Polizei, Nachrichtendienst bleibt Nachrichtendienst, und auch Bundeswehr bleibt Bundeswehr. Aber wir schaffen zum ersten Mal operative Eingriffsbefugnisse, um Lücken zu schließen.
(Zuruf der Abg. Clara Bünger [Die Linke])
Und das ist tatsächlich Neuland und resultiert daraus, dass die Nachrichtendienste vor Situationen gestellt werden, in denen sie nach unseren Regeln die Polizei eben nicht einbeziehen können und dürfen, aber Gefahren sehen und uns eben nicht nur informieren, sondern uns auch schützen wollen. Darum geht es, um nicht mehr und nicht weniger. Alles andere ist Hetze.
(Martin Hess [AfD]: Jetzt fängt das wieder an!)
Es ist eben keine Geheimpolizei oder so etwas, und leider unterscheiden Sie ganz links und Sie ganz rechts sich im Wording an dieser Stelle gar nicht.
(Martin Hess [AfD]: Das ist Delegitimierung! Regierungskritik! Da sind wir wieder!)
Der Bundesinnenminister hat den Nagel auf den Kopf getroffen; so leid es mir tut.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Wir stärken auch die Kontrolle, und das ist eine ganz wichtige Nachricht. Wir stärken die Kontrolle massiv. Und es ist natürlich nicht so, dass die Behörden unkontrolliert sind, so wie Sie versuchen wollen es uns zu erzählen. Wir stärken sie massiv.
Und ein letztes Argument – wenn es das noch braucht – ist: Wir brauchen auch Souveränität. Wir wollen eben nicht abhängig sein von den Partnerdiensten, die wir haben. Die Beschwerden darüber, dass wir immer auf Informationen aus dem Ausland angewiesen sind, müssen auch enden. Also machen Sie das mit Sachlichkeit!
(Steffen Janich [AfD]: Halten Sie sich ans Grundgesetz!)
Hören Sie nicht auf diese Sprüche von rechts und links! Das ist Blödsinn. Wir machen das ernsthaft.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat nun Frau Abgeordnete Dr. Irene Mihalic das Wort.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Dr. Irene Mihalic (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen! Liebe Kollegen! Wir leben in wirklich sehr unsicheren Zeiten. Unser Land wird jeden Tag angegriffen, oft im Verborgenen, aber auch immer häufiger und völlig unverhohlen ganz offen. Was das bedeutet, das haben meine Vorrednerinnen und Vorredner schon beschrieben. Das haben wir in Leipzig erleben müssen, was fast in einer Katastrophe geendet wäre. Und die Meldungen über Brandsätze, Sabotageversuche, Desinformationskampagnen oder jetzt auch wieder über Drohnen in Berlin reißen nicht ab; ich könnte jetzt ewig so weitermachen. Darauf müssen wir entschlossen reagieren, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD)
Wir Grünen haben deshalb seit geraumer Zeit darauf gedrängt, unsere Sicherheitsbehörden besser aufzustellen und kritische Infrastrukturen wirksamer zu schützen. Auf die Nachrichtendienstreform, die Sie jetzt vorgelegt haben, haben wir sehr lange gewartet. Aber sie verfehlt im aktuellen Zustand leider das Ziel. Und, Herr Dobrindt, es ist richtig, den BND als Auslandsdienst mit operativen Befugnissen auszustatten, eben weil im Ausland unsere Polizeien nicht zuständig sind, im Inland aber schon.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Und wenn Sie jetzt dem Verfassungsschutz polizeiliche Befugnisse geben, dann verunklaren Sie die Befugnisse und die Zuständigkeiten Ihrer Behörden. Das schafft Chaos. Das ist weder der Sicherheit noch den Grundrechten dienlich, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Und außerdem: Droht das Ganze auch noch in Karlsruhe gekippt zu werden, dann haben wir rein gar nichts gewonnen. Ich weiß, dass unionsgeführte Regierungen reichlich Erfahrungen damit haben, dass das Bundesverfassungsgericht ihnen bescheinigt, nicht sauber gearbeitet zu haben. Es wäre aber schon im Interesse der Nachrichtendienste, wenn Sie endlich einmal daraus lernen würden. Lassen Sie mich dazu zwei Punkte nennen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Erstens. Wir müssen sauber definieren, was eigentlich ein nachrichtendienstliches Mittel ist und für welche Maßnahmen welche Eingriffsschwellen gelten. Das ist jetzt im Gesetzentwurf nicht gegeben.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Zweitens. Frau Warken, Sie haben die Notwendigkeit einer starken Kontrolle selbst angesprochen. Leider sucht man diese Stärkung in dem Nebel der 730 Seiten wie eine Nadel im Heuhaufen. Wir brauchen aber eine wirksame Vorabkontrolle durch den Unabhängigen Kontrollrat gerade dort, wo Maßnahmen besonders stark in Grundrechte eingreifen. Das können wir so nicht stehen lassen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Und deshalb ist es umso wichtiger, jetzt ein ordentliches parlamentarisches Verfahren mit mehreren öffentlichen Anhörungen zu machen, weil man eben 730 Seiten in drei Stunden nicht seriös beraten kann, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Deshalb lassen Sie uns, eben weil die Zeiten so ernst sind, gemeinsam eine Reform auf den Weg bringen, die unsere Dienste handlungsfähig macht und gleichzeitig verfassungsrechtlich tragfähig ist. Unsere Nachrichtendienste brauchen diese Reform. Wir bieten Ihnen unsere Zusammenarbeit sehr gerne an.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der CDU/CSU hat Herr Abgeordneter Dr. Günter Krings das Wort. Bitte.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Dr. Günter Krings (CDU/CSU):
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Es wundert ja nicht, dass auch bei dieser Debatte von den Extremen in diesem Hause nur die Gefahren beschworen werden,
(Dr. Christian Wirth [AfD]: Extrem gut!)
die angeblich von zusätzlichen Befugnissen unserer Nachrichtendienste ausgehen. Aber es ist doch ganz gut, dass die Zuhörerinnen und Zuhörer dieser Debatte noch einmal feststellen können, dass jedenfalls diese Partei hier rechts keine Partei der inneren Sicherheit ist, sondern in Wahrheit nur zerfressen ist vom Misstrauen gegen unsere Sicherheitsbehörden.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD – Dr. Gottfried Curio [AfD]: Das nennt man Bürgerrechte! – Tino Chrupalla [AfD]: Das nennt man Opposition!)
Und das haben deren Mitarbeiter nicht verdient.
Vor nicht einmal 14 Tagen hat uns hingegen der 25. Jahrestag der Anschläge auf das World Trade Center nochmals in Erinnerung gerufen, welche tatsächlichen Katastrophen entstehen, wenn Nachrichtendienste nicht optimal aufgestellt sind. Der Bericht der Untersuchungskommission zum 11. September stellte daher schon 2004 ganz nüchtern fest: Gute Nachrichtendienste helfen, Kriege zu gewinnen. Die besten Nachrichtendienste helfen, sie überhaupt zu verhindern. – Genau darum geht es doch: Wer Menschen schützen und Kriege und Anschläge verhindern will, der muss Nachrichtendienste stärken.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Und genau das tun wir mit unserem heutigen Gesetzentwurf. Der abscheuliche Anschlag auf den Berliner CSD oder der russische Staatsterrorismus am Flughafen Leipzig/Halle führen uns vor Augen, dass sowohl unsere technischen Mittel als auch die für ihren Einsatz erforderlichen rechtlichen Befugnisse hinter dem Notwendigen zurückbleiben. Es reicht eben nicht aus, sich nach einem Terroranschlag vor die Kamera zu stellen und eine bessere Abwehr zu fordern. Wer mitfühlende Worte äußert, muss auch gesetzgeberisch handeln.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Und deshalb waren auch die Forderungen aus den Reihen der Grünen, der Verfassungsschutz müsse stärker als Frühwarnsystem agieren, richtig. Aber wie passt das mit Ihrer Fundamentalkritik zusammen, er dürfe seinen Bürgern nicht geheim gegenübertreten?
Meine Damen und Herren, zu einer ehrlichen Politik gehört, dass wir unseren Diensten endlich die Fähigkeiten geben, die wir doch längst einfordern. Das heißt konkret, dass wir ihnen etwa auch das Recht geben müssen, Angriffe nicht nur interessiert zu beobachten, sondern auch aktiv abzuwehren. Mir reicht es nicht, wenn unsere Dienste etwa russische Cyberangriffe und chinesische Spionage sehen. Ich will, dass sie sie auch aktiv stoppen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Unsere Feinde kennen unsere Schwächen, und sie nutzen sie täglich gnadenlos gegen uns aus. Wir müssen für unsere eigene Sicherheit sorgen; denn niemand anderes wird das für uns tun. Und gerade deshalb dürfen unsere Dienste keine geringeren Befugnisse und Handlungsmöglichkeiten haben als die unserer demokratischen europäischen und außereuropäischen Partner.
Sicherheit durch Nachrichtendienste gibt es angesichts globaler Bedrohungen nur als vernetzte Sicherheit. Die dazu nötige enge Zusammenarbeit lebt aber vom Austausch von Erkenntnissen. Und Austausch heißt eben, dass Erkenntnisse in beide Richtungen fließen müssen. Wer seine eigenen Dienste blind- und taubmacht, hat wenig anzubieten und wird auf Dauer auch nicht mehr viel von anderen empfangen.
Meine Damen und Herren, zur Wahrheit gehört: Eine solche Reform, die Kompetenzlücken schließt und realistische, notwendige Antworten auf die heutige Bedrohungslage gibt, wäre in keiner anderen Koalition in Deutschland als in der aus Union und SPD möglich.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Mein Dank gilt daher dem Innenminister, der Justizministerin, aber auch dem Außen- und Verteidigungsministerium und nicht zuletzt auch dem Kanzleramt für dieses gute Gemeinschaftswerk. Und jetzt ist es bei den parlamentarischen Beratungen an uns im Deutschen Bundestag, liebe Kolleginnen und Kollegen. Bei der Beratung dieses Gesetzentwurfs können und müssen wir eine einzige Frage beantworten: Reden wir nur über wehrhafte Demokratie, oder sind wir eine?
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der AfD hat Herr Abgeordneter Stefan Keuter das Wort. Bitte.
(Beifall bei der AfD)
Stefan Keuter (AfD):
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Deutschland ist blind: blind gegenüber Spionage, Sabotage, Cyberangriffen und hybrider Kriegsführung gegen unser Land. Und die Bundesregierung tut viel zu wenig, um das zu ändern. Schlimmer noch: Sie verschlimmert die Lage durch handwerklich fragwürdige und innenpolitisch durchsichtige Gesetzesvorhaben.
(Zuruf des Abg. Dr. Günter Krings [CDU/CSU])
Wer das angesichts offener Bedrohungen macht, schützt nicht die Bürger, er gefährdet fahrlässig unser ganzes Land.
(Beifall bei der AfD – Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Ihre Rede haben Sie aber nicht mit Herrn Curio abgestimmt, oder?)
Während unsere europäischen Partner längst handeln, verzettelt sich diese Bundesregierung in einem monströsen Mantelgesetz. Das liegt hier vorne im Foyer aus: etwa 600 Seiten, zweiseitig bedruckt. Das ist es, was die Bundesregierung erarbeitet hat. Das liest sich nicht wie ein Krimi, sondern wie ein Horrorroman: eine Anleitung für legalisierte Staatskriminalität, Fälschungen, Geldwäsche, Verschleierungen usw. usf.
(Lachen des Abg. Thorsten Frei [CDU/CSU])
Sie werfen dabei Bundesnachrichtendienst, Bundesamt für Verfassungsschutz und andere in einen einzigen über 600 Seiten starken Gesetzentwurf. Das hat Methode. Sie wollen Auslands- und Inlandsnachrichtendienst gesetzestechnisch verschmelzen. Und genau das wollen wir von der AfD nicht.
(Beifall bei der AfD)
Der Verfassungsschutz ist doch längst politisch instrumentalisiert, um die parlamentarische Opposition zu bekämpfen – ein Missbrauch des Inlandsgeheimdienstes, den es so in keinem anderen Rechtsstaat der Welt gibt. Wir sagen ganz klar: Der Bundesnachrichtendienst dient dem Schutz Deutschlands nach außen, und das Bundesamt für Verfassungsschutz darf kein Regierungsschutz nach innen sein. Wer diese Dienste in einem Gesetzeswerk vermischt, schwächt die Kontrolle und zerstört endgültig das Vertrauen in unseren Rechtsstaat.
(Beifall bei der AfD)
Unser Antrag enthält vier Forderungen.
Erstens die konsequente Trennung: ein eigenständiges BND-Gesetz, das sich in Aufgaben, Befugnissen und Kontrollmaßstäben klar vom Verfassungsschutz abgrenzt. Wir wollen kein Monstergesetz, sondern endlich klare Kante für die Sicherheit Deutschlands.
Zweitens brauchen wir endlich einen Bundesnachrichtendienst, der nicht gelähmt ist; denn die Sicherheit unseres Landes darf nicht länger von der interessengeleiteten Zulieferung ausländischer Nachrichtendienste abhängen. Wir wollen nicht nur die Brotkrumen anderer Nachrichtendienste bekommen. Wir von der AfD wollen endlich eigene Augen, eigene Ohren und eigene Stärke statt der ewigen Abhängigkeit von ausländischen Diensten.
(Zuruf des Abg. Dr. Konstantin von Notz [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN] – Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Ja, was denn jetzt? Weiß Herr Curio das auch?)
Drittens. Der Bundesnachrichtendienst muss endlich auch aktiv handeln dürfen: Counter Hacking, das Stören gegnerischer IT-Systeme, echte Gefahrenabwehr, bevor unsere kritische Infrastruktur lahmgelegt wird.
(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Steht alles im Gesetzentwurf!)
Wir wollen dafür aber eine eigene klare gesetzliche Grundlage mit nachträglicher parlamentarischer Kontrolle, aber endlich mit Zähnen statt eines zahnlosen Papiertigers.
(Thorsten Frei [CDU/CSU]: Es gibt doch eine parlamentarische Kontrolle! – Beatrix von Storch [AfD]: BND!)
– Hören Sie zu! Gleichzeitig stellen wir klar: Wir schützen unsere eigenen Bürger. Eine Weitergabe personenbezogener Daten deutscher Staatsangehöriger an deutsche Behörden darf es nur bei konkreten, tatsachengestützten Verdachtsmomenten schwerer und schwerster Kriminalität geben: kein Eindringen in die Kinderzimmer, kein Durchstöbern der Wohnungen und Rechner und Telefone unserer deutschen Bürger. Es darf keinen Generalverdacht geben, kein Ausspähen ins Blaue hinein.
(Beifall bei der AfD)
Wehrhaft nach außen gegen reale Gefahren, unnachgiebig nach innen beim Schutz der Bürgerrechte: Das ist der Maßstab verantwortungsvoller Sicherheitspolitik.
Viertens. Es dürfen – das ist mir angesichts der desolaten Haushaltslage dieses Landes wichtig – nicht irgendwelche neuen Wasserköpfe geschaffen werden, also neue Kontrollgremien. Wir brauchen eine echte parlamentarische Kontrolle, keine zusätzlichen Headcounts. Wir brauchen endlich den Willen zur echten Aufklärung ohne zusätzlichen Aufpreis.
Und noch eines ist für die Funktionsfähigkeit unserer Demokratie, zu der wir ohne Wenn und Aber stehen, ganz wesentlich: Es gehören zwingend Vertreter aller im Bundestag vertretenen Fraktionen in dieses Kontrollgremium, auch die der größten Oppositionsfraktion.
(Zuruf des Abg. Daniel Baldy [SPD])
Wer Millionen Wähler von der parlamentarischen Kontrolle aussperrt, schützt nicht die Demokratie, –
Präsidentin Julia Klöckner:
Ihre Zeit.
Stefan Keuter (AfD):
– sondern er beschädigt ihr ureigenstes Fundament. Stimmen Sie für unseren Antrag! Lassen Sie uns –
Präsidentin Julia Klöckner:
Ihre Zeit. Bitte.
Stefan Keuter (AfD):
– gründlich im Ausschuss beraten.
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
(Beifall bei der AfD)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der SPD hat Herr Abgeordneter Daniel Baldy das Wort. Bitte.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Daniel Baldy (SPD):
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Liebe Kolleginnen und Kollegen!
„‚Wozu brauchen wir Agenten [...]? Ist das nicht antiquiert? Nun, ich sehe die Welt mit anderen Augen als Sie. Und die Wahrheit ist: Was ich sehe, ängstigt mich. Es ängstigt mich, weil wir unsere Feinde nicht mehr kennen. Auf Landkarten gibt es sie nicht mehr. Es sind keine Nationen, es sind Individuen.“
Wer einen guten Filmgeschmack hat, der weiß natürlich: Das war ein Zitat aus dem James-Bond-Film „Skyfall“. Die MI6-Chefin M muss vor einem Parlamentsausschuss erklären, warum es die Nachrichtendienste überhaupt noch braucht. Und ihre Antwort mag 2012, beim Erscheinen des Films, noch die richtige gewesen sein. Feinde waren nicht mehr zu erkennen, auf Landkarten waren sie vielleicht nicht mehr existent. Alles schien friedlich, während die rosarote Brille manche aufziehende dunkle Wolke vielleicht verdeckt hat.
Aber unsere Welt hat sich seit 2012 verändert. 2014 überfielen russische Soldaten ohne Hoheitsabzeichen die Krim. Seit fast fünf Jahren führt Putin einen Krieg in der Ukraine. Er greift Deutschland und Europa täglich an. Staaten wie China bedrohen uns und unsere Art, zu leben; sie bedrohen die internationale Ordnung, indem sie jeden Tag die Stärke des Rechts durch das Recht des Stärkeren ersetzen wollen. Terrororganisationen wie der IS greifen uns an. Rechtsextreme Netzwerke untergraben die Demokratie weltweit.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Liste ließe sich endlos fortsetzen. Wir sehen aber auch immer deutlicher: Zum Glück haben wir unsere Nachrichtendienste. Und zum Glück gibt es Menschen in diesem Land, die jeden Tag bei den Diensten für unsere Sicherheit sorgen; und das geschieht meist ohne öffentliche Aufmerksamkeit oder entgegengebrachte Dankbarkeit. Und deshalb, finde ich, gehört in dieser Debatte ganz vorn auch einmal ein ganz, ganz besonderer Dank. Vielen Dank an die vielen Mitarbeitenden beim BAMAD, beim BND und bei den Verfassungsschutzämtern! Vielen Dank, dass Sie jeden Tag Ihren Job machen, weitab von der Öffentlichkeit, damit wir in Sicherheit leben können.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Auch wenn die Mitarbeitenden bei den Diensten vielleicht nicht immer mit explodierenden Kugelschreibern hantieren, so ist die Bedrohungslage doch mindestens ähnlich hoch wie in einem James-Bond-Film. Unsere Feinde sind Terrororganisationen und Staaten. Es sind radikalisierte Einzeltäter und bezahlte Wegwerfagenten, die verschleiern, in wessen Auftrag sie handeln. Klar ist aber immer: Sie schaden uns. Sie greifen unsere Art, zu leben, an. Sie gefährden unsere Sicherheit.
Und wir geben mit dem vorliegenden Gesetzentwurf zur Reform der Nachrichtendienste genau auf diese Gefährdung eine Antwort. Es ist die richtige. Deshalb freue ich mich auch auf die Beratungen, liebe Kolleginnen und Kollegen.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Und ja, dieser Punkt wurde schon an vielen Stellen der Debatte angesprochen: Nachrichtendienste sind ein hochsensibler Bereich, gerade weil sie oft abseits der Öffentlichkeit agieren und damit weniger öffentliche Kontrolle stattfindet als bei anderen staatlichen Sicherheitsbehörden, etwa den Polizeien. Gerade darum sind funktionierende Kontrollmechanismen umso wichtiger.
Deshalb schaffen wir mit dem heute vorliegenden Gesetzentwurf eine noch bessere Kontrolllandschaft; denn wir schaffen keine Kontrolle ab. Im Gegenteil: Wo bisher mehrere Kontrollbehörden technische Maßnahmen nebeneinander kontrollierten, geschieht dies künftig gebündelt im schon bewährten Unabhängigen Kontrollrat. Und es unterliegen zukünftig nicht weniger Maßnahmen einer Kontrolle, sondern ganz im Gegenteil mehr Maßnahmen unterliegen einer Kontrolle.
(Zuruf des Abg. Dr. Gottfried Curio [AfD])
Und ich will das ganz bewusst auch an die Adresse derjenigen sagen, die hier von Stasi 2.0, von geheimer Polizei, von Gestapo usw. sprechen: Ich bin froh, dass wir in einem Land leben, in dem die Nachrichtendienste kontrolliert werden. Ich bin froh, dass die Maßnahmen der Dienste vorher genehmigt werden müssen.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: So ist es!)
Und vor allen Dingen: Ich bin froh, dass wir in einem Land leben, das eben keine Willkür zulässt, auch und gerade nicht bei den Nachrichtendiensten, liebe Kolleginnen und Kollegen.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Klar ist aber auch: Es gibt Punkte und Themen in diesem Gesetzentwurf, die wir noch mal genauer anschauen müssen. Das ist der Umgang mit schützenswerten Berufsgruppen, das ist natürlich auch der Einsatz nachrichtendienstlicher Verbindungen. Und wie sollte es anders sein, wenn wir darüber im Bundestag sprechen: Das ist natürlich auch die parlamentarische Kontrolle.
Auf diese Debatten freue ich mich. Und ich freue mich, dass wir diesen Gesetzentwurf jetzt beraten können und diese Sicherheitskoalition weiterführen.
Vielen, vielen Dank.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der CDU/CSU hat nun Herr Abgeordneter Dr. Norbert Röttgen das Wort.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Dr. Norbert Röttgen (CDU/CSU):
Frau Präsidentin! Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen! Ich möchte mich auf die BND-Gesetzesnovelle in diesem Gesetzentwurf konzentrieren und möchte sagen, dass das eine echte Reform ist, deren Bedeutung für die Sicherheit unseres Landes eigentlich nicht zu überschätzen ist. Das ist eine wirksame rechtsstaatliche Antwort auf die Bedrohungen, denen unser Land ausgesetzt ist. Diese Bedrohungen entstehen durch den Krieg Russlands in der Ukraine selbst. Dieser ist eine unmittelbare Bedrohung auch unserer Sicherheit. Man stelle sich nur mal einen Moment vor, Putin würde diesen Krieg gewinnen und was das für uns heißen würde. Bedrohungen entstehen aber auch durch das, was wir hybriden Krieg nennen. Er findet jeden Tag statt und richtet sich real gegen unsere Energienetze und Kommunikationsnetze. Man könnte sagen: Es ist ein realer täglicher Angriff auf unsere Demokratie.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Bedrohungen entstehen aber durch physische Angriffe wie den versuchten Anschlag am Leipziger Flughafen.
Wir sind diesen realen Bedrohungen ernsthaft ausgesetzt. Und die Reformen des BND und des Verfassungsschutzes sind Antworten des Rechtsstaates auf diese Gefahren.
Ich möchte zwei der wichtigsten Punkte hervorheben und zunächst den aus meiner Sicht allerwichtigsten für den Bundesnachrichtendienst nennen.
Erstens. Der Gesetzentwurf sieht eine vollständig neue Befugnis des Bundesnachrichtendienstes vor, die darin besteht, Gefahren aus dem Ausland für die Sicherheit Deutschlands durch aktive Maßnahmen des BND im Ausland abzuwehren. Das ist nicht nur neu; das ist ein neues Verständnis des Bundesnachrichtendienstes als Sicherheitsbehörde. Wir warten nicht mehr, bis die Gefahr und der Schaden in Deutschland ankommen, sondern unser Bundesnachrichtendienst – unser Staat – erhält die Befugnis, auf solche Gefahren bereits dort, wo sie entstehen, nämlich im Ausland, einzuwirken und sie abzuwehren. Das ist ein enormer Gewinn für unsere Sicherheit, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Es ist ein neuer Dienst, der in der Qualität über das Bisherige hinausgeht, auch im Hinblick auf seine Bezeichnung. Es geht nicht mehr nur – so bedeutsam das ist, und es wird bleiben; denn es ist eine hohe Kompetenz – um Nachrichtensammeln, Nachrichtenanalyse, Interpretation. Es geht eben auch um aktive Maßnahmen. Das ist eine neue Qualität, die wir für unsere Sicherheit haben.
Zweitens. Wir verstehen uns als Europäer und als Teil des westlichen Bündnisses. All die Gefahren, von denen ich eben gesprochen habe, sind nicht isoliert gegen Deutschland gerichtet, sondern sie sind gegen unsere demokratische, offene, freiheitliche Lebensform, gegen den Westen gerichtet. Darum nehmen wir mit diesem Gesetz eine zweite Veränderung vor. Wir befähigen unsere Nachrichtendienste, mit den Partnerdiensten zu kooperieren. Weil Sicherheit für Deutschland nur gemeinsam, in Kooperation mit Partnern, entsteht, bringen uns erst Befugnisse in der strategischen Aufklärung sowie die Befugnis, auf IT-Systeme im Ausland einzuwirken, auf Augenhöhe mit unseren Partnerdiensten. Auch das ist ein Gewinn für die Sicherheit.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Wir agieren als Rechtsstaat und spielen nicht das eine gegen das andere aus. Das ist es, was uns auszeichnet: dass wir versuchen, so gut es in diesen Zeiten geht, ein Schutzversprechen für die Bürgerinnen und Bürger zu verwirklichen, um ihre Freiheit und Sicherheit zu schützen. Aber wir machen es selbstverständlich als Rechtsstaat, der wir sind. Darum gibt es eine neue, einheitliche, effektive rechtsstaatliche Kontrolle. Wirksamkeit und rechtsstaatliche Kontrolle sind in Balance.
Präsidentin Julia Klöckner:
Ihre Zeit.
Dr. Norbert Röttgen (CDU/CSU):
Das ist ein Gewinn für die Sicherheit und die Freiheit unseres Landes.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Präsidentin Julia Klöckner:
Abschließend hat nun in dieser Debatte für die CDU/CSU-Fraktion Herr Abgeordneter Marc Henrichmann das Wort.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Marc Henrichmann (CDU/CSU):
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! An die Schwarzmaler von rechts und links außen möchte ich zuallererst die freundliche Grußbotschaft richten, dass interessanterweise immer dann, wenn es gegen die jeweils andere Seite geht, der Verfassungsschutz fast inquisitorisch befragt wird, was man denn tun könne gegen diese Seite. Aber wenn es gegen die eigenen Reihen geht, wird hier der Weltuntergang prophezeit. Irgendwie ist das nicht stimmig. Ich rede sogar von Doppelmoral. Sie haben sich hier wirklich entzaubert.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Was tun wir? Wir wollen in Deutschland nichts tun, was unsere europäischen demokratischen Partner nicht schon lange tun.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: So ist es!)
Wenn man mal mit den anderen Europäern redet – zum Beispiel mit den Schweden, den Norwegern, den anderen Skandinaviern, aber auch mit den Balten –, dann fragen sie: Wie weit seid ihr eigentlich? – Die tun das, was wir wollen, schon sehr viel länger und auch erfolgreicher als wir. Wir sind eine große Nation in Europa. Wir werden beäugt. Es muss doch unser Anspruch sein, jetzt auf das Level unserer europäischen Partner nachzuziehen. Demokratisch gemeinsam Gefahren abwehren, das ist unser Anspruch, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Die Welt dreht sich weiter. Wir haben in den letzten Jahren viele Reformen gemacht: der UKRat, das Parlamentarische Kontrollgremium, Ständiger Bevollmächtigter. Jetzt geht es um die operativen Fähigkeiten.
Low-Level-Agenten und ihre Bezahlung mit Kryptowährungen, mit illegalen Währungen sind ein relativ neues Phänomen. Es ist doch vollkommen klar, dass wir unsere Dienste auf die Höhe der Zeit bringen müssen, und das tun wir mit diesem Gesetzespaket.
(Dr. Günter Krings [CDU/CSU]: Wenn man geradeaus denken kann, ist das klar!)
Wenn wir uns den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig anschauen, dann wissen wir heute, dass er wahrscheinlich schon lange vor diesem Vorfall ausgekundschaftet und im Vorfeld dort auch mit anderen Drohnen hantiert wurde. Wir haben mittlerweile auch in der Kommunikation mit großen Datenmengen zu tun. Es muss selbstverständlich sein – genauso wie es in jeder anderen Behörde heute selbstverständlich ist –, dass man sich die Arbeit erleichtert, indem man Automatisierung und KI nutzt. Das heißt doch nicht, dass wir den Rechtsstaat schleifen, sondern, dass wir auch bei den Diensten mit der Zeit gehen wollen. Wir wollen Sicherheit für dieses Land.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Das Thema Kontrolle wurde schon mehrfach betont. Hier wird das Bild gezeichnet, dass ein völlig enthemmter Verfassungsschutz demnächst Türen eintreten und irgendwelche Überwachungsmaßnahmen fahren würde.
(Beatrix von Storch [AfD]: Das würde er nie machen!)
Was für ein Unsinn! Es gilt weiterhin der Kernbereich „Schutz des Grundgesetzes“. Auch das Grundrecht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung und andere Grundrechte sind dann natürlich nicht vogelfrei, sondern wir haben Kontrollmechanismen. Wir reden ja im parlamentarischen Verfahren jetzt sehr intensiv über die Stärkung und Professionalisierung der Kontrolle. Genau das ist ja das Argument für das Bundesverfassungsgericht. Wenn wir uns in Karlsruhe treffen, wird es natürlich unsere Pflicht sein, zu begründen, was wir da tun. Aber ich glaube, wer sich die Bedrohungslage mal ernsthaft anschaut, der sieht doch auch, was hier jeden Tag passiert. Rechtsprechung ändert sich eben auch. Bundesverfassungsrichter sind keine Wesen in einem Elfenbeinturm unter völligem Ausschluss der Wahrnehmung der Außenwelt. Auch sie leben jeden Tag in dieser Welt. Und ich glaube, wir haben gute Argumente, meine Damen und Herren.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Ein Punkt ist mir auch moralisch-menschlich wichtig. Wir reden hier und in Teilen auch da draußen misstrauisch und pessimistisch. Ich glaube, es ist jetzt mal an der Zeit, unserem Staat zu vertrauen.
(Lachen des Abg. Karsten Hilse [AfD])
Wenn Menschen das BND-Besucherzentrum besuchen, haben sie die Möglichkeit, an einem Rad auszuwählen, was sie von den Diensten erwarten. Und wissen Sie was? Sie stellen das Rad auf „Sicherheit“. Sie verlangen Sicherheit.
Es geht auch darum, den Menschen, die bei den Diensten arbeiten, die Instrumente an die Hand zu geben, die sie brauchen, um für Rechtssicherheit zu sorgen. Diese Menschen sind kein Arm irgendeiner regierenden Elite. Vielmehr haben wir die Pflicht, ihnen ihren Job, uns alle zu schützen, einfacher zu machen, indem wir ihnen Werkzeuge an die Hand geben, um auch mit den europäischen Partnern kooperieren zu können.
Dafür stehen wir, und dafür kämpfen wir. Wir wollen Sicherheit für dieses Land, für die Menschen da draußen. Darüber werden wir jetzt debattieren.
Vielen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD)
Präsidentin Julia Klöckner:
Ich schließe diese Aussprache.
Interfraktionell wird Überweisung des Gesetzentwurfs auf Drucksache 21/7868 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Gibt es weitere Überweisungsvorschläge? – Das ist nicht der Fall. Dann verfahren wir so.
Interfraktionell wird Überweisung der Vorlage auf Drucksache 21/8114 an die in der Tagesordnung aufgeführten Ausschüsse vorgeschlagen. Die Federführung ist jedoch strittig. Die Fraktionen der CDU/CSU und SPD wünschen Federführung beim Innenausschuss. Die Fraktion der AfD wünscht Federführung beim Auswärtigen Ausschuss. Ich lasse zuerst abstimmen über den Überweisungsvorschlag der Fraktion der AfD. Wer stimmt für diesen Überweisungsvorschlag? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Damit ist der Überweisungsvorschlag gegen die Stimmen der AfD von allen anderen Fraktionen abgelehnt worden.
Ich lasse nun abstimmen über den Überweisungsvorschlag der Fraktionen von CDU/CSU und SPD: Federführung beim Innenausschuss. Wer stimmt für diesen Überweisungsvorschlag? – Wer stimmt dagegen? – Wer enthält sich? – Damit ist der Überweisungsvorschlag angenommen worden gegen die Stimmen der AfD bei Zustimmung aller anderen Fraktionen.
Ich rufe nun auf die Tagesordnungspunkte 8a und 8b:
a) Beratung der Beschlussempfehlung und des Berichts des Ausschusses für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (16. Ausschuss) zu dem Antrag der Abgeordneten Karsten Hilse, Dr. Ingo Hahn, Andreas Bleck, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
Sofortige Senkung der Energiekosten – Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen
Drucksachen 21/5322, 21/5650
b) Beratung des Antrags der Abgeordneten Steffen Kotré, Markus Frohnmaier, Stefan Keuter, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
Der drohenden Kraftstoffkrise durch souveräne Energiepolitik entgegenwirken – Industrie und Mittelstand retten
Drucksache 21/8115
Überweisungsvorschlag: Ausschuss für Wirtschaft und Energie
Für die Aussprache wurde eine Dauer von 60 Minuten beschlossen.
Ich eröffne die Aussprache. Für die SPD-Fraktion hat nun Herr Abgeordneter Jakob Blankenburg das Wort. Bitte sehr.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Jakob Blankenburg (SPD):
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! In der Energiepolitik unseres Landes stellt sich eine ganz einfache Frage: Wer sitzt am Hebel? 2022 war das Wladimir Putin.
(Lachen bei Abgeordneten der AfD)
Er hat uns den Gashahn zugedreht; bezahlt haben es Familien, unsere Betriebe und ihre Beschäftigten. In diesem Jahr ist es ein Krieg im Nahen Osten. Und wieder zahlen wir an der Tankstelle und bei der Gasrechnung.
Die AfD legt nun heute zwei Anträge vor, und beide geben die gleiche Antwort: Am Hebel sollen weiter andere sitzen. – Sie schreiben in Ihrem Antrag selbst darüber, was es kostet, wenn andere am Hebel sitzen. Ich nenne einfach mal einige Stichworte aus einem Ihrer Anträge: Wegfall russischer Lieferungen, Irankrieg, Straße von Hormus, Brent bei 112 Dollar. Aber was folgt für Sie daraus? Was ist die Antwort der AfD auf diese Situation: Sanktionen aufheben und zurück zu Putin. – Das ist, als würde man den Brandstifter um Löschwasser bitten, liebe Kolleginnen und Kollegen.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der Abg. Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Aber das ist nicht der einzige Antrag von Ihnen, über den wir heute debattieren. Im zweiten vorliegenden Antrag wollen Sie alle Klimagesetze streichen, Kohlekraftwerke länger laufen lassen, Atomkraftwerke wieder anwerfen.
(Beifall bei der AfD)
Sie von der AfD schlagen vor, die Klimakrise einfach abzusagen.
(Stefan Keuter [AfD]: Wir wollen die Wirtschaftskrise absagen! – Weitere Zurufe von der AfD)
Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, so einfach ist es nun mal leider nicht. Klimawandel ist nämlich keine Meinung; man kann darüber hier im Haus nicht abstimmen. Das ist so, als wenn wir darüber abstimmten, ob die Sonne morgen scheint oder eben nicht.
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Bravo! – Karsten Hilse [AfD]: Das Schlimmste, was ich von Ihnen je gehört habe!)
Es ist heiße Realität, die die Bürgerinnen und Bürger, die wir alle in diesem Hitzesommer gespürt haben.
Ihr Antrag ist ein Hohn gegenüber geschätzten 16 300 Hitzetoten in diesem Sommer,
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: So ist es!)
ein neuer, trauriger Rekord seit Beginn der Erfassung.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN – Karsten Hilse [AfD]: Wer hat denn das errechnet? Das RKI?)
Er ist ein Hohn gegenüber den Landwirtinnen und Landwirten, die diesen Sommer mit Ernteausfällen zu kämpfen haben. Es ist ein Augenverschließen vor geschmolzenen Schienen und Straßenbelägen, vor Waldbränden in Europa und auch hier in Deutschland und vor Wirtschaftsschäden in Milliardenhöhe.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Liebe Kolleginnen und Kollegen, der Schutz unserer Lebensgrundlage ist eben kein Firlefanz; er ist längst zu einer Frage von Sicherheit geworden. Deutschland importiert heute rund zwei Drittel seiner Energie. Jede Kilowattstunde, die wir also bei uns in Deutschland oder in Europa selbst herstellen,
(Zuruf von der AfD)
ist eine Kilowattstunde, über deren Preis nicht in Moskau, Teheran oder Riad entschieden wird.
Der Strom aus einem Windpark in Deutschland kostet nächstes Jahr voraussichtlich noch das Gleiche, egal was am Persischen Golf passiert.
(Zuruf von der AfD)
Das kann man von keinem Barrel Öl und keinem Kubikmeter Gas von Putin sagen. Wenn Stadtwerke Wärmenetze bauen oder Gemeinden sich an Windparks beteiligen, dann bleibt die Wertschöpfung hier – in den Kommunen,
(Zuruf von der AfD: In China!)
bei den Anwohnerinnen und Anwohnern, bei den Beschäftigten, im Handwerk – statt jedes Jahr Milliarden für Öl und Gas ins Ausland zu überweisen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, da sind wir uns, glaube ich, zumindest auf der linken Seite des Hauses einig:
(Karsten Hilse [AfD]: Die ist nicht mehr so relevant, wie wir festgestellt haben!)
Das passiert nicht von jetzt auf gleich, sondern das ist ein Weg, den wir vor uns haben. Aber wenn wir die von Ihnen verteufelte Klimapolitik jetzt einstampfen,
(Karsten Hilse [AfD]: Wie alle anderen auf der Welt!)
dann wird dadurch keine einzige Tankfüllung billiger.
(Beifall bei der SPD)
Kein Industriebetrieb wird wettbewerbsfähiger, und unabhängiger werden wir schon gar nicht.
(Karsten Hilse [AfD]: Von China schon!)
Die AfD will Kohlekraftwerke länger laufen lassen und stillgelegte Atomkraftwerke wieder anwerfen.
(Zuruf von der AfD: Genau!)
Aber, liebe Kolleginnen und Kollegen, Steinkohle fördern wir in Deutschland seit 2018 nicht mehr; bis 2022 kam die Hälfte davon aus Russland. Uran für Atomkraftwerke bauen wir – zum Glück! – nicht in Deutschland ab; auch hier hängt Europa bis heute zum Teil an russischer Anreicherung.
(Zuruf von der AfD)
Was Sie vorschlagen, ist also kein Ausweg aus der Abhängigkeit, es ist nur die Verschiebung der Abhängigkeit.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Die Bundesregierung hat diese Woche beschlossen und gestern bei den Vereinten Nationen hinterlegt: Bis spätestens 2045 steigt unser Land aus Kohle, Öl und Gas aus. Und dazu stehen wir.
(Steffen Kotré [AfD]: Passiert nicht! – Weiterer Zuruf von der AfD)
Ich sage aber auch ehrlich: Ein Ziel zu beschließen, ist der leichtere Teil. Auf die Umsetzung kommt es an.
Entscheidend ist jetzt, wie schnell wir Windkraft, Solaranlagen, Stromnetze und Speichertechnologien ausbauen, wie schnell die Wärmenetze in die Städte kommen und dass der Hochlauf der Elektromobilität genauso weiterläuft wie in diesem Jahr, weil immer mehr Menschen sich eben nicht abhängig machen lassen wollen von Ihren Freunden.
(Karsten Hilse [AfD]: Wen meinen Sie jetzt: die Amerikaner, die Saudis? Wen meinen Sie denn mit „Ihren Freunden“?)
Die AfD will den Hebel der Energiepolitik zurück nach Moskau geben und nennt das Souveränität. Wir holen den Hebel zurück nach Hause – mit jedem Windrad, jedem Solardach, jedem Wärmenetz, jedem Batteriespeicher.
(Steffen Kotré [AfD]: Dann wird Energie noch teurer!)
Dann entscheidet kein Autokrat mehr über unsere Preise,
(Zuruf des Abg. Dr. Rainer Kraft [AfD])
dann entscheiden wir.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der AfD hat nun Herr Abgeordneter Karsten Hilse das Wort. Bitte.
(Beifall bei der AfD)
Karsten Hilse (AfD):
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Liebe Landsleute, vor allem in Mecklenburg-Vorpommern, wo ihr der leider zu einer sozialistischen Partei mutierten CDU die größte Demütigung seit 1949 zugefügt habt!
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Genau darum geht’s Ihnen: Demütigungen!)
Diese Sozialisten, zumindest zum größten Teil, haben es sich aber auch redlich verdient.
(Beifall bei der AfD)
Und selbstverständlich: Werte Zweifler am natürlichen Klimawandel! Die Bürger ächzen unter den Folgen Ihrer Energiepolitik. Spritpreise, die sich die Menschen, die täglich zur Arbeit fahren müssen, kaum noch leisten können, Mieten, die aufgrund einer völlig aus dem Ruder gelaufenen illegalen Migration, aber eben auch wegen absurder Klimamaßnahmen in schwindelerregende Höhen schießen, kaum noch bezahlbare Nebenkostenabrechnungen, Lebensmittelpreise, die eine gesunde Ernährung zum Luxus machen – all dies sind die Auswirkungen Ihrer verheerenden Energiewende ins Elend und in die Armut. Und damit muss endlich Schluss sein.
(Beifall bei der AfD)
Die sogenannte Energiewende fußt auf der Hypothese, dass die menschengemachten CO2-Emissionen Haupttreiber für den derzeitigen natürlichen Klimawandel seien, wofür es nach wie vor keinen einzigen wissenschaftlichen Beweis gibt – keinen einzigen!
(Dr. Fabian Fahl [Die Linke]: Das ist falsch!)
Dieser natürliche Klimawandel bewegt sich innerhalb der Schwankungsbreiten der letzten 10 000 Jahre.
(Dr. Fabian Fahl [Die Linke]: Das ist auch falsch!)
Vor 1 000, vor 2 000 und vor allem vor 5 000 bis 8 000 Jahren war es mehrere Grad wärmer als heute, wofür es wiederum wissenschaftliche Beweise gibt.
Ihre Hypothese ist eine große Lüge oder, wie es Trump sagte, der größte Betrug, der jemals an der Menschheit begangen wurde.
(Beifall bei der AfD – Zuruf von der Linken)
Nirgendwo im Rest der Welt und schon gar nicht in den Ländern, in denen das meiste dieses Teufelsgases emittiert wird, laufen die politischen Verantwortungsträger noch wie Lemminge diesen Betrügern vom sogenannten Weltklimarat hinterher und richten ihre Wirtschaft und damit ihre Gesellschaften zugrunde.
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Was für eine Verblendung! – Zuruf des Abg. Julian Joswig [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Es wird Zeit, dass Deutschland und die EU endlich dem Rest der Welt folgen und diesen Unsinn, diesen Betrug beenden.
(Zuruf des Abg. Marcel Bauer [Die Linke])
– Hören Sie doch auf mit diesem Blödsinn, mit diesen Echsenmenschen!
(Heiterkeit bei Abgeordneten der AfD)
Also wirklich! Das ist doch so was von unterstem Niveau. Also, so was Dämliches hier!
(Marcel Bauer [Die Linke]: Schauen Sie sich doch mal die Studien an!)
Wir werden, sobald wir in Regierungsverantwortung sind, diesen Irrweg beenden. Wir werden jegliche CO2-Bepreisung streichen, wodurch die Produktionskosten für Strom, aber auch die Kosten für Treibstoffe sinken. Wir werden dafür sorgen, dass die Grundlastkraftwerke zu niedrigen Preisen Strom produzieren, ohne vom Wetter abhängig zu sein.
Werte Kollegen der CDU, Sie sind nicht nur, aber auch wegen Ihrer sozialistischen Energiepolitik in Mecklenburg-Vorpommern achtkantig aus dem Landtag geflogen. Wenn Sie nicht langsam begreifen, dass Sie ihre Mühlsteine, also Merz, die SPD und vor allem die Brandmauerpolitik, loswerden und endlich wieder konservative und vernunftorientierte Politik machen müssen, um wenigstens zu überleben, dann wird Ihnen dieses Schicksal bald auch hier im Bundestag zuteilwerden. Das würde mir für einige Ihrer Kollegen direkt leidtun. Und vor allen Dingen müssten wir dann neben den Grünen sitzen; das wäre mir sehr unangenehm.
(Heiterkeit und Beifall bei der AfD – Julian Joswig [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Uns noch viel mehr! – Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie können auch einfach nicht noch mal antreten! Dann bleibt uns viel erspart!)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der CDU/CSU hat Herr Abgeordneter Dr. Thomas Gebhart das Wort. Bitte.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg. Jakob Blankenburg [SPD])
Dr. Thomas Gebhart (CDU/CSU):
Frau Präsidentin! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Wir debattieren und entscheiden heute Morgen über zwei Anträge der AfD. In einem dieser Anträge fordern Sie, die Klimaschutzmaßnahmen zu beenden, aus dem Pariser Klimaabkommen auszusteigen,
(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Richtig!)
kurzum: Klimaschutz auf null.
(Karsten Hilse [AfD]: Wie die Vereinigten Staaten! – Steffen Kotré [AfD]: Klimaanpassungsmaßnahmen sind das! Nichts anderes!)
Ich sage Ihnen: Das ist keine Lösung; das ist unverantwortlich. – Sie tun geradezu, als gäbe es die Herausforderungen der Klimaveränderung überhaupt nicht. Es wäre auch ein ökonomischer Schaden, den Sie anrichten würden. Am Ende würde das in ein ziemliches Desaster führen.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Jakob Blankenburg [SPD] – Zuruf von der AfD)
Man stelle sich nur einmal vor: Ihr Antrag würde heute hier im Bundestag eine Mehrheit finden und das, was Sie fordern, würde zum Regierungshandeln werden.
(Manuel Krauthausen [AfD]: Ja!)
Man stelle sich einmal vor: Alle Länder der Welt würden sich so verhalten, wie Sie es fordern.
(Manuel Krauthausen [AfD]: Tun die meisten! – Weiterer Zuruf von der AfD)
Dann kann ich nur sagen: Gute Nacht! – Meine Damen und Herren, das ist definitiv keine Lösung.
Wir Christdemokraten sagen: Wir müssen Klimaschutz und starke wirtschaftliche Entwicklung miteinander in Einklang bringen.
(Stefan Keuter [AfD]: Ach und wie? Das gelingt Ihnen ja nicht! – Dr. Rainer Kraft [AfD]: Das können Sie nicht!)
Wir müssen Schritt für Schritt CO2-Emissionen reduzieren, aber auf eine Weise, die dazu führt, dass die Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen nicht leidet. Im Gegenteil: Wir müssen wieder für mehr Wettbewerbsfähigkeit unserer Unternehmen sorgen,
(Zuruf des Abg. Steffen Kotré [AfD])
damit es wieder aufwärtsgeht. Das ist das, was uns leitet.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Was heißt dies für die konkrete Politik? Ich will das an einem Beispiel, einem aktuellen Punkt, deutlich machen: Wir haben in Deutschland einen nationalen CO2-Preis im Wesentlichen für die Bereiche Gebäude und Verkehr. Dadurch werden 16 Milliarden Euro pro Jahr eingenommen. Dieses Geld geht nicht in den allgemeinen Haushalt, sondern es geht zurück an Bürger und Unternehmen,
(Julian Joswig [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie nehmen es gerade heraus! – Bernd Schattner [AfD]: Das sie vorher aus der Tasche gezogen haben!)
beispielsweise indem die Netzentgelte bezuschusst und dadurch die Strompreise für alle reduziert werden.
In Europa ist die Lage so: Die Hälfte der Mitgliedstaaten hat einen solchen nationalen CO2-Preis, die andere Hälfte der Staaten hat einen solchen Preis nicht. Jetzt ist geplant, 2028 einen europäischen Preis einzuführen. Das ist etwas, was wir sehr unterstützen. Das heißt, der deutsche Preis, den wir bisher haben, wird abgeschafft und in den europäischen Preis übergehen.
(Karsten Hilse [AfD]: Was? Die wollen die CO2-Steuer abschaffen? Das gibt es doch nicht!)
Das wäre in unserem Interesse, auch in unserem ökonomischen Interesse. Ich will drei Punkte nennen, weshalb das für uns so wichtig ist.
Der erste Punkt. Es sorgt für mehr Wettbewerbsfähigkeit, für faire Wettbewerbsbedingungen in ganz Europa.
(Steffen Kotré [AfD]: Planwirtschaft hat noch nie für Wettbewerbsfähigkeit gesorgt!)
Es ist ja so, dass es gerade deutsche Unternehmen waren, die in den letzten Jahren vielfach investiert haben in CO2-Vermeidungstechnologien,
(Manuel Krauthausen [AfD]: In Ihrer Fantasie vielleicht!)
in neue Produkte. Sie haben sich technologisch an die Spitze gestellt. Wenn jetzt ganz Europa nachzieht, dann werden gerade die Vorreiter dadurch belohnt, dass neue Märkte entstehen.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD – Zuruf des Abg. Dr. Fabian Fahl [Die Linke])
Der zweite Punkt. Ein europäischer Emissionshandel, den Sie ja auch komplett abschaffen wollen, ist ein marktwirtschaftliches Instrument. Und es ist eine effiziente und kostengünstige Weise, CO2-Emissionen zu reduzieren.
(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Kernkraft wäre viel besser!)
Es ist doch die bessere Alternative im Vergleich dazu, mit immer mehr Ordnungsrecht Unternehmen und Bürgern haargenau vorzuschreiben, was sie wann, wo und wie zu tun und zu lassen haben. Auch deswegen macht es Sinn, dass dieser europäische Emissionshandel 2028 kommen wird.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Der dritte Punkt. Nach allem, was wir vorliegen haben, ist es so, dass 2028 der europäische Preis niedriger sein wird als der deutsche Preis, den wir aktuell haben. Das heißt, der europäische Emissionshandel und der harmonisierte Preis werden
(Karsten Hilse [AfD]: Er wird gar nicht kommen, Herr Gebhart! Er wird gar nicht kommen!)
unterm Strich zu mehr CO2-Reduktion in ganz Europa führen, und gleichzeitig werden Bürger und Unternehmen in Deutschland finanziell entlastet werden.
(Zuruf des Abg. Karsten Hilse [AfD])
Alles in allem gibt es sehr gute Gründe dafür, dass wir uns gemeinsam in Europa dafür starkmachen, dass dieser europäische Emissionshandel kommt. Dafür sollten wir uns gemeinsam einsetzen! Das ist der bessere Weg, als einfach nur zu sagen: Wir schaffen alles ab und setzen Klimaschutz auf null.
Herzlichen Dank.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD sowie der Abg. Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen hat Herr Abgeordneter Julian Joswig das Wort. Bitte.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Julian Joswig (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Sehr verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Gäste! Ich habe letzte Woche für einen Tag bei der Tafel in meinem Wahlkreis mitgearbeitet und dort Lebensmittel ausgeteilt. Ich habe dort Menschen getroffen, die sich Sorgen machen, die sich fragen, ob sie ihren Einkauf überhaupt noch bezahlen, ihre Miete überweisen oder ihrem Kind ein Geschenk kaufen können.
(Karsten Hilse [AfD]: Richtig!)
Sie alle wünschen sich eine Bundesregierung, die ihre Sorgen ernst nimmt, einen Bundeskanzler, der empathisch zu ihnen spricht, der sich kümmert,
(Steffen Kotré [AfD]: Haben wir alles nicht!)
und Entlastungen, die spürbar und direkt bei ihnen ankommen.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich wünschte, die Menschen in Deutschland hätten all das. Doch stattdessen haben sie eine Bundesregierung, die sich im Dauerstreit befindet und die mit blindem Aktionismus reagiert, statt wirksam die Probleme zu bekämpfen. Diese Regierung bringt jetzt wieder – wohl wissend, dass es kaum hilft – einen teuren Tankrabatt auf den Weg, der die Steuerzahler rund 2,5 Milliarden Euro kostet. Dabei kommt nur ein Bruchteil davon bei den Verbrauchern an und das meiste bei den Mineralölkonzernen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie der Abg. Janine Wissler [Die Linke])
Anstatt die Stromsteuer für alle zu senken, so wie Sie es versprochen haben, anstatt die Menschen durch ein Krisengeld sofort zu entlasten, anstatt all das zu tun, machen Sie jetzt den gleichen Fehler noch mal. Das macht mich verdammt wütend, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Deutschland ist noch immer viel zu abhängig von fossilen Importen, von teurem Öl und Gas. Aber wann und wie befreien wir uns endlich von diesen Abhängigkeiten? Die Antwort kann nur heißen: durch mehr Erneuerbare, durch leistungsfähige Netze und Batteriespeicher. Denn Wind und Sonne schicken keine teure Rechnung, wenn irgendwo ein Krieg beginnt.
(Zuruf des Abg. Steffen Kotré [AfD])
Sie kommen nicht aus einer Pipeline, die ein Diktator abdrehen kann. Und sie werden auch nicht durch die Straße von Hormus transportiert, liebe Kolleginnen und Kollegen.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Schauen wir nun auf die AfD. Sie benennen in Ihrem Antrag ja selbst die Risiken globaler Öl- und Gaswege. Sie beschreiben die Straße von Hormus als kritischen Engpass. Aber was ist Ihre Antwort?
(Zuruf von der AfD)
Sie lautet: mehr Abhängigkeit von Öl und Gas, weniger europäische Zusammenarbeit und weniger Klimaschutz.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Liebe Kolleginnen und Kollegen, das ist, als würde man einen Brand melden und dann den Benzinkanister als Brandschutz verkaufen. Das ist völlig irre, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Jakob Blankenburg [SPD])
In Ihrem Antrag fordern Sie – Zitat –, „in außergewöhnlichen Krisenlagen […] nationale Interessen […] zu berücksichtigen“. Ja, Mensch, was könnte bloß mehr im nationalen Interesse Deutschlands liegen, als unabhängig von Autokraten zu werden?
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie des Abg. Dr. Fabian Fahl [Die Linke])
Sie wollen wieder Gas aus Russland beziehen, von einem Regime, das gerade seine Wiederwahl durch Ausschluss der Opposition und durch Wahlbetrug gesichert hat, das mit hybriden Angriffen gegen uns vorgeht und versucht, unsere Gesellschaft zu spalten. Aber bei dem Antrag der Herren Kotré und Frohnmaier überrascht das auch nicht.
(Zuruf von der AfD: Ah!)
Sie nutzen ja jede Gelegenheit, um Deutschland schlechtzureden, um sich beim Kreml anzubiedern, ob im russischen Staatsfernsehen oder bei einem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg.
(Steffen Kotré [AfD]: Da kommen Sie auch noch hin!)
Oder um es mit Ihren Worten zu sagen: Was Sie hier betreiben, hat mit Patriotismus und Vaterlandsliebe rein gar nichts zu tun, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Steffen Kotré [AfD]: Das sind deutsche Positionen!)
Niemals wieder dürfen deutsche Arbeitsplätze, unser Wohlstand und unsere Außenpolitik an fossilen Lieferungen eines autoritären Staates hängen.
(Zuruf des Abg. Manuel Krauthausen [AfD])
Doch genau das plant die AfD, und Sie sind so dreist und nennen das auch noch Souveränität.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Souveränität, liebe Kolleginnen und Kollegen, heißt: Schluss mit der Erpressbarkeit durch Pipelines, durch Tankerrouten und autoritäre Regime, verdammt noch mal!
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Der zweite Antrag geht noch weiter – oje, Herr Hilse! –: Dieser will den Klimaschutz abschaffen, den Kohleausstieg zurückdrehen und weiteren Quatsch durchsetzen.
(Karsten Hilse [AfD]: Weiterer Quatsch? Wir wollen Kernkraft wieder einführen!)
Die AfD schreibt: Das Klima hat sich schon immer verändert. – Na herzlichen Glückwunsch! Das ist eine Binsenwahrheit. Aber es ist auch null Komma null eine Begründung dafür, dass wir eine menschengemachte Klimakrise haben, meine Damen und Herren.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Karsten Hilse [AfD]: Ach ja?)
Sie nennen in keinem einzigen Satz Ihres Antrags die großartigen Technologien, die klimafreundlich und innovativ zugleich sind,
(Steffen Kotré [AfD]: Kernenergie!)
die den Wohlstand von morgen bringen werden, ob das E-Autos oder elektrische Nutzfahrzeuge sind –
(Steffen Kotré [AfD]: Viel zu teuer!)
ich habe es mir letzte Woche in Hannover auf der IAA angeschaut –, ob grüner Wasserstoff oder Batteriespeicher.
(Steffen Kotré [AfD]: Viel zu teuer! – Karsten Hilse [AfD]: Das bringt doch alles nichts! Grüner Wasserstoff ist ein Märchen!)
All das ist der AfD völlig egal; denn Sie träumen von einem fossilen Industriemuseum, an dem Zapf des russischen Hahns.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Meine Damen und Herren, unser Land braucht bezahlbare erneuerbare Energien, wirksame sofortige Entlastung für die Menschen
(Manuel Krauthausen [AfD]: Darum der Antrag! – Dr. Rainer Kraft [AfD]: Nach 25 Jahren!)
und eine Wirtschaftspolitik, die die Jobs von morgen sichert. Die AfD schlägt in ihren Anträgen genau das Gegenteil vor. Deshalb lehnen wir sie ab.
Herzlichen Dank.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion Die Linke hat Frau Abgeordnete Janine Wissler das Wort.
(Beifall bei der Linken)
Janine Wissler (Die Linke):
Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! Die hohen Energiepreise belasten die Menschen, die auf das Auto angewiesen sind. Sie verteuern die Lebensmittel und den Alltag. Viele schalten in diesen Tagen mit Sorge ihre Heizung an. Ursache dafür ist der Krieg gegen den Iran und Mineralölkonzerne, die daran prächtig auf Kosten der Verbraucher verdienen:
(Manuel Krauthausen [AfD]: Und Ihre Steuern!)
37 Millionen Euro zusätzliche Gewinne durch die hohen Spritpreise pro Tag, allein in Deutschland etwa 6 Milliarden Euro seit Beginn des Krieges. Diese Übergewinne müssen endlich konsequent abgeschöpft werden.
(Beifall bei der Linken)
Und was macht die Bundesregierung? Erst mal nichts! Und jetzt: den Tankrabatt neu auflegen! 0,17 Cent Steuersenkung pro Liter – Kosten: 2,5 Milliarden Euro. Die Gewinne der Ölkonzerne werden also noch mit Steuermitteln gefördert. In der Opposition hat die CDU das übrigens noch kritisiert. Aber jetzt feiern Sie den letzten Tankrabatt als Erfolg, weil doch ein Großteil der Steuersenkung bei den Kunden angekommen sei. Aber was ist denn das bitte für ein Anspruch? Frau Ministerin Reiche freut sich, dass die Konzerne nur ein bisschen Steuergeld eingesteckt haben – nur ein bisschen! Aber selbst wenn sie nur 10 oder 20 Prozent des Geldes einstecken, reden wir hier über 250 bis 500 Millionen Euro.
(Beifall bei der Linken sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Das sind doch die Summen, über die wir reden.
Beim Bürgergeld wollen Sie 86 Millionen Euro einsparen. Da schreien Sie „Missbrauch!“ und gönnen den Leuten nicht 5 Euro mehr. Der Kindersofortzuschlag wird abgeschafft; da geht es um 25 Euro pro Monat pro Kind für Schuhe, für Schulsachen. Alleinerziehende sollen Verschlechterungen beim Unterhaltsvorschuss hinnehmen. Aber bei den Ölkonzernen sind Sie spendabel. Da ist es vollkommen in Ordnung, wenn die dreistellige Millionenbeträge einsacken. Da freuen Sie sich noch, dass es nicht noch mehr ist. Das ist doch eine absurde Politik, die Sie hier machen.
(Beifall bei der Linken sowie bei Abgeordneten des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Sinnvoll wäre es, die Krisengewinne abzuschöpfen, die Gewinnmargen zu begrenzen und das Geld den Menschen durch ein Krisengeld direkt zurückzugeben. Wir brauchen doch keine kurzzeitige Linderung an der Tankstelle. Wir brauchen langfristige und nachhaltige Maßnahmen. Das 9-Euro-Ticket hat gezeigt, wie sinnvolle Entlastung aussehen kann: Unterstützung, die ankommt, statt darauf zu hoffen, dass ein Mineralölkonzern eine Steuersenkung auch freundlicherweise weitergibt.
Und die AfD? Na, die kübelt ihren üblichen Unsinn aus – darunter der Vorschlag, die AKWs wieder aufzubauen und gleichzeitig die Endlagersuche einzustellen – nun ja – sowie die Klimaschutzmaßnahmen einzustellen; dann würde Energie billiger. Völliger Unsinn! Die Abhängigkeit von Öl und Gas ist doch das Problem. Sonne und Wind müssen nicht durch die Straße von Hormus. Wer Menschen dauerhaft vor hohen Energiepreisen schützen will, der muss die Abhängigkeit von Öl und Gas verringern: mit einer Energiewende und einem besseren ÖPNV.
Aber diese Bundesregierung kämpft gegen das Verbrenner-Aus. Sie sabotieren die Klimaziele und verfestigen die Abhängigkeit von Öl und Gas. Es braucht keine staatlich finanzierten Gewinne für Ölmultis. Es braucht bezahlbare Mobilität.
Vielen Dank.
(Beifall bei der Linken)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die SPD-Fraktion hat Herr Abgeordneter Daniel Bettermann das Wort. Bitte.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Daniel Bettermann (SPD):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Werte Kolleginnen und Kollegen! Wenn ein Antrag sich mit der Rettung von Industrie und Mittelstand beschäftigt, könnte man ja zunächst meinen: Hier geht es um ein wichtiges Anliegen, eines, das auch uns umtreibt. – Denn ja: Energie muss natürlich bezahlbar und verfügbar sein, und unsere Unternehmen müssen verlässlich planen können. Gerade für Mittelstand und Handwerk ist das keine abstrakte politische Debatte. Für die Bäckerei schlägt sich der Strompreis in der Rechnung konkret nieder. Für den Spediteur ist der Dieselpreis ein Kostenfaktor. Für den Handwerksbetrieb entscheiden Energiepreise darüber, ob sich eine Investition lohnt.
Genau deshalb verfolge ich mit einer Mischung aus Sorge und Entgeisterung, was die AfD hier vorschlägt. Denn hinter Ihren Forderungen steht eine Energiepolitik, die Deutschland eben nicht besser machen würde.
(Manuel Krauthausen [AfD]: Aber die Energie günstiger!)
Sie wollen Erdgasimporte aus Russland, also aus einem Staat, der einen völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gegen die Ukraine, ja gegen Europa führt. Nur Putin würde hiervon profitieren. Ausschließlich die Auffüllung seiner Kriegskassen wäre doch das Ergebnis. Ihre Pläne würden für unser Land langfristig immense wirtschaftliche Verluste bedeuten und am Ende genau den Menschen und Unternehmen schaden, die Sie doch angeblich entlasten wollen. Mit Ihren Ideen lügen Sie den Menschen ins Gesicht.
(Beifall bei der SPD)
Ich will es verständlich machen. Die AfD kommt und sagt: Wir müssen nur aus internationalen Klimaschutzabkommen aussteigen, dann haben wir keine Energieprobleme mehr, dann wird alles gut; wir müssen nur die CO2-Bepreisung abschaffen und am besten noch zurück zur Kernkraft. – Das ist doch keine Strategie für einen Industriestandort, zumal einen innovativen Industriestandort – jedenfalls keinen, der die Zukunft positiv gestalten und neue Wertschöpfung schaffen will. Was Sie vorhaben, ist ein Rezept für maximale Unsicherheit.
Schauen wir uns doch die Realität an! Billiges russisches Gas erhöht unsere Abhängigkeit von fossilen Energien. Neue Kernkraftwerke würden auch nicht über Nacht entstehen. Sie senken auch nicht morgen den Dieselpreis.
(Dr. Rainer Kraft [AfD]: Wasserstoff doch auch nicht!)
Sie helfen keinem Handwerksbetrieb bei seiner monatlichen Rechnung. Auch Ihre Forderung nach Abschaffung der CO2-Bepreisung läuft ins Leere.
Die aktuellen Kraftstoffpreise beweisen uns doch wie auf dem Serviertablett, dass internationale Krisen die Treiber für die Energieprobleme bei uns hier vor Ort sind. Deutschland ist eine Exportnation. Unsere Unternehmen verkaufen ihre Produkte auf der ganzen Welt. Unsere Industrie ist in globale Wertschöpfungsketten eingebunden. Ein wesentlicher Teil unseres Wohlstandes basiert doch genau hierauf. Internationale Zusammenarbeit verhindert also nicht, dass wir Wertschöpfung, Arbeitsplätze und Wirtschaftswachstum schaffen; all das wäre ohne sie gar nicht erst möglich. Also hören Sie bitte endlich auf, den Menschen das Blaue vom Himmel zu versprechen! Ihre Pläne bedeuten den wirtschaftlichen Ruin für unser Land. Wir können nicht die europäische Zusammenarbeit aufgeben und gleichzeitig von unserem Mittelstand profitieren wollen. Ihre Pläne sind deshalb zum Scheitern verurteilt.
Unternehmer weisen mich in vielen Gesprächen darauf hin, dass sie vor allem verlässliche Rahmenbedingungen wollen.
(Karsten Hilse [AfD]: Die brauchen günstige Energie!)
Wer heute Millionen investiert, will wissen, welche Regeln morgen gelten. Unser Mittelstand will keine energiepolitischen Experimente. Wenn wir Klimaregeln und internationale Vereinbarungen aufkündigen, dann schaffen wir genau das Gegenteil von dem, auf das es jetzt ankommt. Die Folge wäre Unsicherheit und wirtschaftliche Isolation. Und am meisten würden unsere Unternehmen leiden. Nicht die Zusammenarbeit müssen wir also reduzieren, sondern unsere Abhängigkeiten. Beides muss möglich sein: mit unseren Partnern an einem Strang ziehen und selbstbewusst nach vorne gehen. Deutschland kann sich nicht aus der Zukunft herausreden. Deutschlands Weg in die Zukunft ist nachhaltig und erneuerbar.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Wenn wir nicht selbst ins Machen kommen, tun das andere für uns, und zwar ohne dass wir hier noch irgendetwas mitzureden hätten. Die entscheidende Frage ist also nicht: Wie schaffen wir es, möglichst lange an Altem festzuhalten? Sondern: Wie stellen wir sicher, dass unser Mittelstand auch morgen Arbeitsplätze schaffen kann, Unternehmen investieren können und das Handwerk Aufträge annehmen kann? Wie können wir gewährleisten, dass wir auch in globalen Krisen über robuste Energieversorgung verfügen? Deswegen ist der Kurs der Regierung: Entlastungen im Heute und verlässliche Rahmenbedingungen für das Gelingen der Transformation im Morgen schaffen.
(Beifall bei der SPD)
Seit Anfang des Jahres werden Bürgerinnen und Bürger und Unternehmen bei den Energiekosten um rund 10 Milliarden Euro im Jahr entlastet. Die Gasspeicherumlage wurde abgeschafft. Der Bund bezuschusst die Stromnetzentgelte. Und für besonders energieintensive Industriezweige und die Land- und Forstwirtschaft wurde die Stromsteuer gesenkt. Der Industriestrompreis, die Ausweitung der Strompreiskompensation, das ist ebenso beschlossen worden. Mit der Senkung der Energiesteuer legt die Regierung jetzt nach: noch mal 2,5 Milliarden Euro Entlastung. Das ist richtig viel Geld. Das ist keine Symbolpolitik. Das ist eine konkrete Entlastung, die bei den Menschen ankommt, die an der Tankstelle sichtbar wird. Deswegen erwarten wir natürlich auch, dass die Mineralölkonzerne diese Entlastung eins zu eins weitergeben.
(Beifall bei der SPD – Dr. Fabian Fahl [Die Linke]: Das hat ja bisher gut geklappt!)
Es darf keine weiteren Krisengewinne geben.
Unser Ziel ist, dass alle am Ende des Monats mehr Geld haben und wir Arbeitsplätze dauerhaft sichern. Darum geht es: eine Energieversorgung, die bezahlbar und wettbewerbsfähig ist – auf Dauer. Deswegen treibt die Regierung den Netzausbau voran und beschleunigt beim Ausbau der Erneuerbaren. Nur die Mischung aus kurz- und langfristigen Maßnahmen stellt sicher, dass Deutschland ein starker Industriestandort bleibt und neue Wachstumsfelder entstehen.
Wir brauchen mehr Mut, mehr Fortschritt und weniger rückwärtsgewandte Ideologie, die uns eine „gute alte Zeit“ vorgaukeln will, die es so ja auch gar nicht gab. Ich erinnere nur an die Tschernobyl-Katastrophe oder an die vielen dreckigen rauchenden Schornsteinschlote in den 80er-Jahren und an komplett versalzene und tote Flüsse, wie es zum Beispiel bei mir in Nordhessen bei der Werra einst der Fall war. Mit dem, was Sie vorhaben, können wir einpacken. Das ist Rückschritt. Wir wollen aber in die Zukunft gehen. Deswegen können wir Ihren Antrag nur entschieden ablehnen.
Vielen Dank.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Präsidentin Julia Klöckner:
Für die Fraktion der AfD hat Herr Abgeordneter Manuel Krauthausen das Wort.
(Beifall bei der AfD)
Manuel Krauthausen (AfD):
Sehr geehrte Frau Präsidentin! Meine Damen und Herren! In unserem Antrag verlangen wir die sofortige Senkung aller Energiekosten und die Beendigung der deutschen Klimaschutzmaßnahmen. CO2 ist nicht maßgeblich für das Klima verantwortlich,
(Dr. Fabian Fahl [Die Linke]: Das ist falsch! – Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Dass Sie sich trauen, hier so einen Quatsch zu erzählen! Irre!)
sondern Wasserdampf. Wasserdampf ist ein natürliches Treibhausgas, das im Wesentlichen zum natürlichen Treibhauseffekt der Erde beiträgt. Wasserdampf absorbiert Wärmestrahlung und gibt diese dann auch wieder ab. Außerdem wirkt er als wichtige Rückkopplung: Steigt die Temperatur, kann die Atmosphäre mehr Wasserdampf aufnehmen, und mehr Wasserdampf verstärkt wiederum den Treibhauseffekt.
(Dr. Fabian Fahl [Die Linke]: Warum steigt denn die Temperatur?)
Aber angenommen, man nimmt sich Al Gore als Vorbild und denkt, dass CO2 was ganz, ganz Böses ist, habe ich hier mal ein paar wissenschaftliche Fakten:
(Ina Latendorf [Die Linke]: Oh!)
Deutschlands Anteil an den weltweiten anthropogenen CO2-Emissionen lag 1960 noch bei 9 Prozent. Mittlerweile ist der Anteil auf 1,5 Prozent gesunken, während weltweit die Emissionen steigen.
(Dr. Fabian Fahl [Die Linke]: Das bleibt aber 1 000 Jahre lang in der Atmosphäre!)
Herr Minister Schneider – er ist leider wieder nicht da –, Sie sagten, dass ohne die erneuerbaren Energien hier bei uns das Klima weltweit wahrscheinlich schon um 5 Grad gestiegen wäre. Das ist so was von absurd! Ich befürchte, dass jeder, der Ihnen da zugehört hat, jetzt ein bisschen dümmer geworden ist.
(Beifall bei der AfD)
Aber da Sie ja so an dieser Ideologie festhalten, habe ich hier noch ein paar Argumente bezüglich der Kosten: Laut einer DIHK-Studie von 2025 belaufen sich die Kosten der Energiewende auf 4,8 bis 5,4 Billionen Euro. Nur mal zum Verständnis: Das ist der Wert der Gesamtsystemkosten der Energiewende für 25 Jahre. Rechnet man das dann mal runter, wären das circa 216 Milliarden Euro im Jahr. Das ist sogar mehr Geld, als wir 2025 für Verteidigung, Verkehr, Forschung, Gesundheit, Inneres, Bildung, Familie, Entwicklungsarbeit und Wirtschaft und Energie ausgegeben haben; das waren nämlich circa 191 Milliarden Euro. Bei diesen ganzen Summen verlieren die Bürger da draußen mittlerweile den Überblick. Man muss sich das einfach mal vorstellen, wie viel Geld für Ihre Klimaideologie hier verprasst wird.
(Beifall bei der AfD)
Parallel dazu stagniert unsere Wirtschaft. Das ist keine Nachhaltigkeit, das ist einfach nur ein fettes Alarmsignal. Sie deindustrialisieren dieses Land und schröpfen unsere Bürger mit sinnlosen Fantasiesteuern.
Darum müssen wir aus dem Pariser Klimaschutzabkommen austreten, wie es die USA bereits getan haben. Wir müssen den Kohleausstieg verhindern; denn die Kohle, die wir noch haben, die sollten wir auch fördern. Dadurch sichern wir Arbeitsplätze. Und wir brauchen eine Novelle unseres Atomgesetzes. Wir müssen wieder zurückfinden zur Kernenergie. Selbst Ihre Frau von der Leyen in der EU hat das verstanden, und wenn die das versteht, sollte das wirklich jeder verstehen.
(Beifall bei der AfD)
Die EU setzt auf Kernenergie – Deutschland, der größte Bückling in der EU, komischerweise nicht.
(Zuruf des Abg. Jakob Blankenburg [SPD])
Entlasten Sie die Bürger jetzt! Das hätten Sie eigentlich schon vor Jahren machen müssen. Nein, eigentlich hätte man mit dieser grünen Ideologie erst gar nicht anfangen müssen.
(Beifall bei der AfD)
Sie sollen wieder Politik für Deutschland machen: für die Menschen, die hier leben, jeden Morgen aufstehen, zur Arbeit fahren, arbeiten, sich den Arsch aufreißen. Aber genau diese Leute werden für ihre Leistungen dann auch noch bestraft. Damit muss Schluss sein.
Wenn Sie es wirklich ernst meinen, etwas Gutes für unseren Planeten zu tun, dann würden Sie auch keine Windkraftanlagen, also Vogelschreddermaschinen, bauen, die PFAS freisetzen, Menschen durch Infraschall krankmachen, unsere Böden versiegeln und damit zur Trockenheit beitragen.
(Zuruf von der SPD: Das ist komplett daneben! – Dr. Fabian Fahl [Die Linke]: Aber so eine Kohlegrube ist gut, oder was?)
Machen Sie endlich mal Politik im Sinne von Umwelt- und Naturschutz! Ihr Klimaschutz zerstört nämlich unsere Natur, unser Land und unsere Heimat. Aber mittlerweile habe ich das Gefühl, dass das genau das ist, was manche hier wollen.
(Katharina Beck [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Nein, das wollen Sie!)
Warum halten Sie sonst an dieser Vernichtungspolitik fest? Wir stellen uns dem jedenfalls entschlossen entgegen. Und immer mehr Bürger erkennen, wer es gut mit ihnen meint und wer nicht.
(Julian Joswig [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Der russische Bürger! Die haben Sie doch im Blick! Sie haben wohl die Rede vom Kreml schreiben lassen!)
Vielen Dank für Ihre aufgeregte Aufmerksamkeit.
(Beifall bei der AfD)
Präsidentin Julia Klöckner:
Ganz kurz noch ein Hinweis meinerseits: Sie haben, Herr Abgeordneter, kritisiert, dass der Bundesminister für Umwelt heute nicht anwesend ist. Die Fähigkeit zur Bilokation, also an zwei Orten gleichzeitig zu sein, das haben nicht sehr viele Menschen. Auch Ihrer Fraktion ist mitgeteilt worden, dass er für die Bundesrepublik Deutschland an der Generalversammlung in New York teilnimmt, und das ist der Grund, warum er heute nachvollziehbar nicht da ist.
(Beifall des Abg. Daniel Bettermann [SPD])
Für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat nun Herr Abgeordneter Günter Baumgartner das Wort. Bitte.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Günter Baumgartner (CDU/CSU):
Verehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Zuhörer! Uns liegen heute zwei Anträge der AfD vor: einer zur Klimapolitik und einer zu den Energiepreisen. Zum ersten Antrag will ich nicht mehr viele Worte verlieren; andere Redner haben dazu bereits umfassend ausgeführt. Nur so viel dazu: Wer im Deutschen Bundestag im Jahr 2026 noch ernsthaft die Veränderung unseres Klimas kleinredet und sämtliche Maßnahmen zum Klimaschutz streichen will – und das macht die AfD –, versündigt sich mit dieser Forderung an unserer Heimat, versündigt sich an unserer Natur, versündigt sich an unserem Wohlstand und versündigt sich an unseren Kindern.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Jan Krampe [Die Linke] – Stefan Keuter [AfD]: Sie versündigen sich an der deutschen Wirtschaft!)
Präsidentin Julia Klöckner:
Herr Abgeordneter, lassen Sie eine Zwischenfrage zu? – Nein.
Günter Baumgartner (CDU/CSU):
Der zweite Antrag behandelt das Thema Energiepreise. Hier ist, anders als im ersten Antrag, vor allem das bemerkenswert, was nicht im Antrag steht. Ich lese unter anderem etwas über europäische Sanktionen, über den Importstopp von russischem Erdgas. Worüber aber die AfD kein einziges Wort verliert, ist, warum es diese Sanktionen gegen Russland überhaupt gibt.
(Steffen Kotré [AfD]: Das ist nicht unser Krieg!)
Russland, Putin, führt seit über vier Jahren in der Ukraine einen verbrecherischen Angriffskrieg gegen ein freies europäisches Land.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN)
Inzwischen sind hybride Angriffe – es wurde angesprochen –, vor allem russischen Ursprungs, auch bei uns in Deutschland bald an der Tagesordnung.
(Manuel Krauthausen [AfD]: Und was ist mit der Pipeline?)
Wer dann, so wie es die AfD fordert, auch noch Gas aus Russland beziehen möchte, der betreibt keine souveräne Energiepolitik – nein, er schiebt unser gutes Geld nach Russland und finanziert damit die Kriegsmaschinerie Russlands und damit weiter Angriffe auf Deutschland und die westliche Welt.
(Beifall bei der CDU/CSU und der SPD – Stefan Keuter [AfD]: Unsere Gasspeicher sind nur zu 57 Prozent gefüllt!)
Die AfD meint es im Gegensatz zu dem, was Sie vorhin sagten, nicht gut mit den Bürgerinnen und Bürgern in unserem Land. Nein, die AfD macht uns mit ihren beabsichtigten Gasimporten aus Russland abhängig und erpressbar – und dies von einem Kriegsverbrecher.
Was der richtige Weg zur Senkung der Energiepreise ist, hat diese Regierungskoalition schon aufgezeigt: Senkung der Netzentgelte und der Stromsteuer, Abschaffung der Gasspeicherumlage und ein neuer Industriestrompreis, um nur einige Punkte zu nennen. All dies hilft unseren Betrieben und sorgt für mehr Wettbewerbsfähigkeit.
(Zuruf von der AfD)
Diesen Weg gehen wir konsequent weiter, wie auch die heutige Einbringung der EEG-Novelle zeigt, mit der wir weitere Korrekturen auch im Ausbau der Erneuerbaren vornehmen werden und damit die hohen Systemkosten schlussendlich weiter reduzieren können. Auch bei den Kraftstoffpreisen haben wir mit der SPD Handlungsfähigkeit gezeigt. Aber klar ist auch, dass wir hier nochmals ranmüssen. Genau das machen wir zusammen mit den Bundesländern, und das ist ein guter Weg. Das Spritpreispaket wird bei den Bürgern und bei den Betrieben schnell spürbare Erleichterungen bringen.
(Beifall bei der CDU/CSU)
Abschließend ist festzuhalten: Die CDU/CSU-Fraktion bekennt sich zu den Klimazielen. Wir bekennen uns zur Energiewende, aber auch zu Wohlstand und zu wettbewerbsfähigen Betrieben. Energie braucht einen ausgewogenen Mix aus Verfügbarkeit, aus Nachhaltigkeit und zum Schluss auch aus Bezahlbarkeit.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)
Wir arbeiten seit Beginn unserer Regierungskoalition, wie ich finde, sehr erfolgreich daran.
(Lachen bei Abgeordneten der AfD)
Daher lehnen wir beide Anträge der AfD ab, die uns in die Abhängigkeit Russlands führen würden.
Danke schön.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Julian Joswig [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN])
Präsidentin Julia Klöckner:
Die Möglichkeit für eine Intervention hat Herr Karsten Hilse, weil Ihnen die Zwischenfrage nicht gewährt wurde. Bitte.
Karsten Hilse (AfD):
Vielen Dank, Frau Präsidentin, dass Sie die Kurzintervention zulassen. – Ganz zu Anfang würde ich infrage stellen, dass Ihre Politik, die Sie seit Beginn dieser Koalition machen, extremst erfolgreich ist. Das sieht man zumindest bei den Wahlergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern.
Zur Frage, die ich Ihnen stellen wollte: Sie haben uns vorgeworfen, dass wir uns an den Menschen, an unserer Heimat und an unserer Natur versündigen. Und jetzt möchte ich Sie fragen, ob Sie auch meinen, dass sich Präsident Trump und die amerikanische Administration an ihrem Volk versündigen, also am amerikanischen Volk, an der Heimat und an der Natur in den Vereinigten Staaten. Denn Präsident Trump ist ja sozusagen aus dem Klimaübereinkommen ausgestiegen und hat jedwede CO2-Reduzierungsmaßnahmen gestrichen. Also, versündigen sich Herr Trump und die amerikanische Administration auch am amerikanischen Volk und an deren Heimat? Das ist meine Frage.
Günter Baumgartner (CDU/CSU):
Verehrter Herr Hilse, danke, dass Sie mir hier nochmals Gelegenheit geben, darauf zu antworten. – Faktum ist: Sie fordern, weiter Kohle zu verheizen, und wollen Atomenergie, aber sagen kein Wort dazu, wo das Endlager sein soll bzw. wo der Abfall gelagert werden soll; von Ihnen kein Wort dazu.
(Zuruf von der AfD: Unter der Erde!)
Faktum ist: Ihr Narrativ ist es, alles, was den Umweltschutz betrifft, dauerhaft zu leugnen,
(Karsten Hilse [AfD]: Klimaschutz! – Weiterer Zuruf von der AfD: Klimaschutz!)
und auch alles, was die Klimaveränderung betrifft, dauerhaft zu leugnen.
(Karsten Hilse [AfD]: Machen wir nicht! – Manuel Krauthausen [AfD]: Machen wir nicht!)
Das ist Ihr Narrativ.
(Karsten Hilse [AfD]: Nein! Das ist es nicht!)
Präsidentin Julia Klöckner:
Entschuldigung, ganz kurz – es lohnt sich, das mal wieder einzuüben –: Wer eine Frage stellt, dem wird zugehört.
(Karsten Hilse [AfD]: Selbstverständlich!)
Es wäre auch gut, wenn diejenigen aus der Fraktion, aus der die Frage gestellt wurde, dann auch bei der Antwort zuhören.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU, der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Jan Krampe [Die Linke] – Karsten Hilse [AfD]: Selbstverständlich!)
Bitte.
Günter Baumgartner (CDU/CSU):
Danke. – Das Narrativ ist immer: Es gibt keine Klimaveränderung.
(Dr. Malte Kaufmann [AfD]: Stimmt doch gar nicht! – Weiterer Zuruf von der AfD)
Das ist alles ganz normal. – Und das ist faktisch nicht richtig. Wir sehen das laufend und über Jahrzehnte hinweg, zuletzt an den ganzen Umweltkatastrophen, die wir über uns ergehen haben lassen müssen. In meinem Wahlkreis, in meiner Heimat, in Simbach am Inn, sind vor zehn Jahren acht Menschen wegen einer Flutkatastrophe ums Leben gekommen.
(Dr. Malte Kaufmann [AfD]: Beantworten Sie mal die Frage! – Weiterer Zuruf von der AfD)
Es gibt genügend Beispiele dafür, dass wir, was unser Klima angeht, auf einem Weg unterwegs sind, der Ihr Narrativ nicht widerspiegelt.
Danke.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜNEN und des Abg. Jan Krampe [Die Linke] – Karsten Hilse [AfD]: Ich habe nach Trump gefragt! Ich habe nach Trump gefragt! – Manuel Krauthausen [AfD]: Das war immer noch keine Antwort! Alter Falter! Da hätte der auch eine Gebrauchsanweisung vorlesen können!)
Präsidentin Julia Klöckner:
Jetzt geht es weiter in der Debatte. Die AfD hat nachher noch mal die Chance, zu reden. Packen Sie da alles rein, was Sie sagen wollen!
(Stefan Keuter [AfD]: Werden wir!)
Jetzt hat für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Frau Abgeordnete Katharina Beck das Wort. Bitte.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD)
Katharina Beck (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN):
Liebe Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Liebe Bürgerinnen und Bürger! Vorab muss ich einmal klarstellen, dass 99 Prozent der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der letzten Jahrzehnte ganz klar sagen: Der Klimawandel, wie wir ihn jetzt haben, ist in weiten Teilen menschengemacht. – Eine Studie von Lynas et al. aus 2021 hat 88 000 Fachartikel analysiert. – Vielleicht hören Sie auch mal zu, Herr Hilse.
(Steffen Kotré [AfD]: Jaja! Die 97 Prozent! Gelogen!)
Sie haben eben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sinngemäß als Betrüger bezeichnet. Das finde ich einfach absolut irre. Das ist Wissenschaftsfeindlichkeit. Das ist ein Angriff darauf, dass wir es in einer Demokratie schaffen können, uns in dem, was wir für ein gemeinsames Verständnis von Wahrheit haben, zumindest anzunähern. Das greifen Sie an, damit Sie mit Ihren populistischen Behauptungen kommen können, Wasserstoff würde den Klimawandel befeuern. Ihr Ernst?
(Manuel Krauthausen [AfD]: Wasserdampf!)
– Nein, Wasserdampf war es sogar. Wasserdampf würde den Klimawandel befeuern. Das ist so irre.
(Manuel Krauthausen [AfD]: Physik, siebte Klasse!)
Es ist der CO2-Ausstoß bei den Treibhausgasemissionen! Bitte gehen Sie da noch mal in die Schule. Das kann einfach nicht sein.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der SPD und des Abg. Jan Krampe [Die Linke] – Karsten Hilse [AfD]: Ja, Physik, siebte Klasse! – Manuel Krauthausen [AfD]: Physik, siebte Klasse!)
Und in der Schule können Sie auch testen, ob Sie es überhaupt noch mit der Aufklärung und den deutschen Werten haben, dass man versucht, sich einer gemeinsamen Wahrheit anzunähern.
Dann schreiben Sie auch noch, Klimaschutz sei ein „Kampfbegriff“. Ja, herzlichen Glückwunsch! Das haben Sie geschafft. Aber wissen Sie was? Dieser Kampf geht auch gegen meine Tochter. Ich bin ja eine – ich sage Ihnen das jetzt mal so – deutsche Mutter; ich habe ein Kind. Das möchte hier auch noch leben. Diesen Sommer, als es so heiß war, hatte ich in Duisburg in einem günstigen Hotel mal ein Hotelzimmer ohne Klimaanlage unter dem Dach. Und ich konnte nicht schlafen, weil mein Körper fast gekocht hat.
(Zuruf von der AfD: Oh!)
Diese Hitze wird noch zunehmen.
(Steffen Kotré [AfD]: Sie operieren mit Angst! Und das ist falsch!)
Viele Menschen leben in solchen Wohnungen. Und wie soll meine Tochter in ein paar Jahren oder Jahrzehnten – das Problem besteht ja schon jetzt – noch gut hier leben?
(Bernd Schattner [AfD]: Meine Tochter will hier auch noch leben!)
Klimaschutz ist Menschenschutz. Klimaschutz ist Kinderschutz. Klimaschutz ist Gesundheitsschutz.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der SPD und des Abg. Jan Krampe [Die Linke])
Und da führen Sie – das tut mir mit am meisten weh – die ganzen Menschen, die Ihnen jetzt ihr Vertrauen bei den beiden Wahlen gegeben haben, so was von in die Irre. Sie sind nicht für die Menschen da, sondern Sie führen sie ins Verderben. Keine Ernte mehr, alles ist dürr. Wir können ja kaum noch den Rhein bewirtschaften, wenn die Pegelstände im Sommer so niedrig sind. Das ist also auch noch schlecht für die Wirtschaft.
(Steffen Kotré [AfD]: Lassen Sie diese Hysterie! Die bringt nichts!)
Es geht Ihnen bei Ihrer Energiepolitik überhaupt nicht um Klimaschutz oder um die Wirtschaft. Es geht Ihnen rein darum, dass Sie uns wieder von Russland und von fossilen Energien abhängig machen wollen. Ich weiß nicht, warum Sie die so lieben. Wir haben die hier in Deutschland nicht. Was haben Sie gegen den guten deutschen Wind?
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der S
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- part_of_vorgang → Landwirtschaftliche Innovation fördern - Den Einsatz von Agrardrohnen entbürokratisieren (Ausschussüberweisung)
- part_of_vorgang → Lieferengpässe bei Arzneimitteln effektiv verringern - Abhängigkeit der Arzneimittelversorgung vom Nicht-EU-Ausland reduzieren (Beratung)
- part_of_vorgang → Liquidität landwirtschaftlicher Betriebe sichern - Direktzahlungen für das Jahr 2026 bereits im Oktober auszahlen (Ausschussüberweisung)
- part_of_vorgang → Massive Vermögensungleichheit besser messen und bekämpfen - Multilaterale Initiativen gegen ökonomische Ungleichheit unterstützen (Ausschussüberweisung)
- part_of_vorgang → Menschen vor Klimafolgen schützen - Jetzt Gemeinschaftsaufgabe "Klimaanpassung und Naturschutz" im Grundgesetz verankern (Beratung)
- part_of_vorgang → Nahrungs- und Futtermittelversorgung auf den Höfen der Landwirte sichern und Dürrehilfe generieren (Beratung)
- part_of_vorgang → Natur erleben, Umwelt schützen - Naturverträglichen Tourismus als Gewinn für alle stärken (Ausschussüberweisung)
- part_of_vorgang → Neubaumoratorium für Regierungsbauten - Bundeshaushalt entlasten und Flächenbedarf kritisch überprüfen (Ausschussüberweisung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 304 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 305 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 306 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 307 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 308 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 309 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 310 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 311 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 312 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 313 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 314 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 315 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sammelübersicht 316 des Petitionsausschusses (2. Ausschuss) über Anträge zu Petitionen (Beratung)
- part_of_vorgang → Selbstbestimmung und Versorgungssicherheit bei Geschlechtsinkongruenz gewährleisten (Ausschussüberweisung)
- part_of_vorgang → Siebzehntes Gesetz zur Änderung des Luftverkehrsgesetzes (1. Beratung)
- part_of_vorgang → Sofortige Senkung der Energiekosten - Beendigung aller deutschen Klimaschutzmaßnahmen (Beratung)
- part_of_vorgang → Sozialleistungsmissbrauch stoppen - Lücken im Aktionsplan der Bundesregierung schließen (Beratung)
- part_of_vorgang → Stärkung der Arzneimittelversorgung durch gezielten Bürokratieabbau und Förderung der heimischen Produktion (Beratung)
- part_of_vorgang → Stärkung der nationalen Souveränität und der operativen Fähigkeiten des Bundesnachrichtendienstes (1. Beratung)
- part_of_vorgang → Studium und Lehre für die Zukunft weiterentwickeln - Individuell, lebensbegleitend und innovativ (Beratung)
- part_of_vorgang → Versorgung von transgeschlechtlichen und nichtbinären Menschen sicherstellen (Ausschussüberweisung)
- part_of_vorgang → Viertes Gesetz zur Änderung des Transplantationsgesetzes - Einführung einer Widerspruchsregelung (1. Beratung)
- part_of_vorgang → Völkerrecht konsequent umsetzen - Keine wirtschaftliche und wissenschaftliche Unterstützung der völkerrechtswidrigen israelischen Besatzungs (Beratung)
- part_of_vorgang → Von der Werkhalle bis zur Pflegestation - Die berufliche Bildung als Rückgrat unserer Gesellschaft stärken (Beratung)
- part_of_vorgang → Vorzeitige Teilrückzahlung Portugals von Krediten des Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus Antrag auf Einholung eines zustimmenden (Beratung)
- part_of_vorgang → Wahl eines Mitglieds des Beirates zur Auswahl von Themen für die Sonderpostwertzeichen ohne Zuschlag beim Bundesministerium der Finanzen (Wahl)
- part_of_vorgang → Zukunft Europas - Prioritäten für das Arbeitsprogramm der EU-Kommission 2027 (Aussprache)
- part_of_vorgang → Zwangsbehandlungen reduzieren statt ausweiten - Rechte von Patientinnen und Patienten stärken (1. Beratung)
- part_of_vorgang → Zwölftes Gesetz zur Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen und anderer Gesetze (12. GWB-Novelle) (1. Beratung)
- spoke_in ← Aaron Valent (Rede (zu Protokoll gegeben))
- spoke_in ← Adam Balten (Rede)
- spoke_in ← Alaa Alhamwi (Rede)
- spoke_in ← Alexander Dobrindt (Rede)
- spoke_in ← Alexander Radwan (Rede)
- spoke_in ← Alexander Wolf (Rede)
- spoke_in ← Alexis L. Giersch (Rede)
- spoke_in ← Andrea Lübcke (Rede)
- spoke_in ← Andreas Audretsch (Rede (zu Protokoll gegeben))
- spoke_in ← Andreas Bleck (Rede)
- spoke_in ← Andreas Mayer (Rede)
- spoke_in ← Angelika Glöckner (Rede)
- spoke_in ← Anja Reinalter (Rede)
- spoke_in ← Anja Weisgerber (Rede)
- spoke_in ← Anna Aeikens (Rede)
- spoke_in ← Artur Auernhammer (Rede (zu Protokoll gegeben))
- spoke_in ← Awet Tesfaiesus (Rede (zu Protokoll gegeben))
- spoke_in ← Axel Müller (Rede)
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- spoke_in ← Cansin Köktürk (Rede)
- spoke_in ← Carmen Wegge (Rede (zu Protokoll gegeben))
- spoke_in ← Carolin Bachmann (Rede)
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- spoke_in ← Chantal Kopf (Rede)
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- spoke_in ← Christoph Birghan (Rede)
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- spoke_in ← Vanessa Zobel (Rede (zu Protokoll gegeben))
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