Rede von Roger Beckamp (AfD) – Eine eigene Wohnung als Start für die Wohnungslosenhilfe – Housing First bundesweit etablieren
Teil von Protokoll der 86. Sitzung des 20. Deutschen Bundestages · TOP 27: Eine eigene Wohnung als Start für die Wohnungslosenhilfe – Housing First bundesweit etablieren.
Text
Rede von Roger Beckamp (AfD) – Eine eigene Wohnung als Start für die Wohnungslosenhilfe – Housing First bundesweit etablieren
Vielen Dank, Herr Nickholz. – Wir sprechen gerade über das Konzept „Housing First“, so heißt es ja oder wird es hier genannt. Sie sagten, es sei
ganz toll, dass auf Englisch solche Begriffe so griffig seien, und dass es das auf Deutsch nicht gäbe. Wie wäre es denn mit „Wohnraum zuerst“? Wäre das eine
Idee? Wäre das eine Möglichkeit, auch Leute zu erreichen, die auf der Straße sind,
die obdachlos sind und vielleicht nicht über so gute Kenntnisse der englischen Sprache verfügen? Könnte man so die Leute auch sprachlich barrierefrei
erreichen, die es angeht? Wäre das eine Idee?
Brian Nickholz
(SPD):
Sie müssen noch stehen bleiben.
Ich habe die Zwischenfrage zugelassen. Ich möchte das erklären: Da bin ich schon über meinen Schatten gesprungen, weil der Redebeitrag Ihrer Fraktion
mit dem Thema nichts zu tun hatte.
Ich wollte Ihnen die Chance geben, einen inhaltlichen Beitrag hier zu liefern; Sie haben es leider nicht getan. Die Antwort brauche ich also nicht
auszuführen.
Der Nationale Aktionsplan gibt die Antwort, liebe Kolleginnen und Kollegen. Die Ziele sind genannt. Der Grundstein ist, dass die Bundesregierung alle
Akteure zusammenholt, die aktiv sind, und – das ist, wie ich finde, wichtig – dass sie die Leute zusammenholt, die Expertinnen und Experten für das Thema sind;
es werden nämlich auch Wohnungslose selbst beteiligt. Das ist ein ganz wichtiger Schritt.
Vielleicht noch mal ein Satz dazu. Ich habe unter anderem mit Mitgliedern der Selbstvertretung wohnungsloser Menschen gesprochen, die gesagt haben, es
sei unerträglich, dass hier immer von einer rechten Kraft mit den gleichen Antworten wie um 1933 herum versucht wird, Stimmung zu machen gegen diejenigen, die
keinen Wohnraum haben.
Wohnungslose sagen: Jeder soll Wohnraum haben, ob aus dem Ausland kommend oder nicht. – Dass Sie hier immer wieder die Wohnungslosen
instrumentalisieren, ist einfach schäbig. Die Wohnungslosen können das hier nicht sagen, aber ich kann das.
Also: Mit Wohnungslosen für Wohnungslose gemeinsam arbeiten, das ist wichtig. Genauso ist es wichtig, die Sorgen vor Wohnungslosigkeit ernst zu
nehmen, die in diesen Tagen wachsen. Die Ursachen sind bekannt.