Rede von Sebastian Roloff (SPD) – Plenarprotokoll 21/98
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Sebastian Roloff (SPD) – Plenarprotokoll 21/98
Vielen Dank, Frau Präsidentin. – Frau Ministerin
Reiche, Sie haben die wirtschaftliche Situation
geschildert. Wegbrechende Absatzmärkte, insbesondere in
China, sind sicher Teil des Problems. Das
Außenhandelsdefizit ist auf einem Rekordwert. Wir hören immer
mehr Stimmen, auch von bisher eher zurückhaltenden
Verbänden – das darf ich, glaube ich, sagen – wie dem
VDA, die sagen: Wir brauchen mehr effektive
Handelsschutzinstrumente. – Es ist offensichtlich, dass China mit
den Subventionen direkt und indirekt eingreift und auch
die eigene Währung abwertet, um im Export Vorteile zu
haben. – So weit, so bekannt.
Bisher erhebt die EU warenabhängige
Drittlandszollsätze auf Einfuhren aus China. Die Frage ist: Halten Sie
es nicht für geboten, dass wir einen grundsätzlichen
Basiszollsatz für Einfuhren aus China einführen, um den
künstlich erzeugten Währungsvorteil auszugleichen,
und darauf aufbauend dann auch Antisubventionszölle,
je nach Warengruppe?
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft
und Energie:
Vielen Dank, Herr Abgeordneter, für Ihre Frage. –
Lassen Sie mich zunächst sagen, dass Deutschland als
exportorientierte Nation – und ein Teil des
Wirtschaftswachstums, das wir haben, kommt nach wie vor aus
dem Export – offene Märkte braucht. Aber Ihre Sorge
teile ich. Zu offenen Märkten gehören Regeln. Und
dazu gehört, dass man Regeln, die man vereinbart hat,
auch durchsetzen kann. Insofern ist es richtig, dass die
EU gegen unfaire Handelspraktiken vorgeht. Das
Instrumentarium ist in den letzten Jahren deutlich verschärft
worden. Wir sind dabei, dies weiter zu tun. Die
Bundesrepublik Deutschland beteiligt sich an der Verschärfung.
Wir haben die Foreign Subsidies Regulation
verschärft. Da geht es um drittstaatliche Subventionen, die
wir kritisch überprüfen. Die EU kann bei Vergaben
Beschränkungen im Hinblick auf Drittstaaten vornehmen.
Wenn Verstöße gegen WTO-Regeln festzustellen sind,
kann die EU ebenfalls handeln. Und das schärfste
Instrument ist das Anti Coercion Instrument –
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