Rede von Janine Wissler (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 21/98
Teil von Protokoll der 98. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages.
Text
Rede von Janine Wissler (DIE LINKE) – Plenarprotokoll 21/98
Frau Ministerin, Sie haben auch diese Frage mit
„Wachstum“ beantwortet. Aber gerade für den Bereich
des Tourismus gilt: Die Menschen können nur essen
gehen oder Urlaub machen, wenn sie sich das leisten
können. – Dieses Wachstum muss ja auch irgendwo
ankommen, und das ist eine Verteilungsfrage. Wenn man die
Unternehmen, wenn man die Reichen entlastet, erhöht
man die Sparquoten. Wenn man die Menschen im unteren
Drittel der Einkommensschicht entlastet, dann erhöht
man die Binnennachfrage. Deswegen noch mal ganz
konkret: Was tun Sie, um die Menschen zu entlasten, die sich
Restaurantbesuche oder Urlaub gerade nicht mehr leisten
können? Was tun Sie für eine Tarifbindung, für
vernünftige Löhne oder dafür, dass ein Klimageld eingeführt
wird? Was für Entlastungsmaßnahmen planen Sie, damit
die Menschen mehr Geld in der Tasche haben?
Katherina Reiche, Bundesministerin für Wirtschaft
und Energie:
Umverteilung ist jedenfalls nicht die Lösung, Frau
Wissler.
Aber da hatten wir uns auch schon im Ausschuss
unterschieden: Sie setzen auf Marx, ich eher auf
Marktwirtschaft.
Was die Tarifbindung betrifft, haben wir mit
entsprechenden Gesetzen von Frau Kollegin Bas sehr wohl
Vorsorge getroffen. Die Steuerreform von Minister
Klingbeil, für die uns die AfD kritisiert, entlastet übrigens
gerade die Bezieher kleiner und mittlerer Einkommen.
Und wenn es beispielsweise darum geht, die GKV-
Beiträge zu stabilisieren, dann hilft das sowohl Arbeitgebern
als auch Arbeitnehmern, nicht stärker belastet zu werden,
als sie es jetzt schon sind.
(Beifall bei Abgeordneten der CDU/CSU und
der Abg. Dunja Kreiser [SPD])
Relationen
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