Ursachenforschung hinsichtlich gestiegener Zahl der Autismus-Diagnosen und Hilfsangebote für Betroffene
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Ursachenforschung hinsichtlich gestiegener Zahl der Autismus-Diagnosen und Hilfsangebote für Betroffene
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4589
21. Wahlperiode 06.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Birgit Bessin, Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Claudia
Weiss, Carina Schießl, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias
Ebenberger, Nicole Hess, Dr. Christoph Birghan, Kerstin Przygodda, Alexis
Leonard Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon
Bollmann, Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD
Ursachenforschung hinsichtlich gestiegener Zahl der Autismus-Diagnosen und
Hilfsangebote für Betroffene
Nach Angaben des Leiters des Zentrums für Neuroentwicklungsstörungen und
der Abteilung für Neuropsychiatrie am Karolinska-Institut in Stockholm,
Prof. Dr. Sven Bölte, ist ungefähr seit dem Jahr 2000 eine weltweit steigende
Prävalenz von Autismus-Spektrum-Störungen zu verzeichnen (www.tagesscha
u.de/wissen/gesundheit/autismus-neurologie-trend-101.html). Laut einem
Bericht der „Neuen Zürcher Zeitung“ vermutete das US-amerikanischen
Gesundheitsministerium im vergangenen Jahr Umweltgifte als mögliche Ursache
dieser Entwicklung und gab deshalb Studien in Auftrag, um mögliche
entsprechende Zusammenhänge zu prüfen; andererseits wird für die Erklärung des
statistischen Anstiegs häufig auf ein deutlich gestiegenes gesellschaftliches
Bewusstsein für die Thematik hingewiesen (www.nzz.ch/wissenschaft/die-zahl-de
r-autismusfaelle-hat-sich-in-den-vergangenen-jahren-vervielfacht-woran-liegt-d
as-ld.1882098).
In den USA wurde bei rund 3 Prozent der Kinder eine Autismus-Diagnose
gestellt (Stand 2025), während es in den 1980er-Jahren nur 0,04 Prozent waren
(ebd.). Auch in Deutschland sind steigende Zahlen festzustellen: Auf Basis von
ambulanten Abrechnungsdaten der hkk Krankenkasse wurde bei jungen
Menschen bis zum Alter von 24 Jahren im Jahr 2022 eine Betroffenenquote von
0,78 Prozent ermittelt, während es im Jahr 2013 noch 0,41 Prozent waren
(www.vdek.com/magazin/ausgaben/2023-05/hkk-autismusfaelle-kinder-jugend
liche.html). Der Anteil der männlichen Betroffenen war dabei stets höher als
der von weiblichen Betroffenen: Bei Männern und Jungen waren es 1,08
Prozent, bei Mädchen und Frauen 0,46 Prozent (ebd., Zahlen des Jahres 2022).
Obwohl die Fallzahlen immer mehr zunehmen, sind die Beratungs- und
Unterstützungsangebote nach Medienberichten weiterhin lückenhaft. Für das Finden
eines Diagnostikplatzes können nicht selten bis zu fünf Jahre vergehen
(www.deutschlandfunkkultur.de/autismus-erwachsene-diagnose-psychologie-1
00.html), was für die Betroffenen auch deshalb eine starke Belastung bedeuten
kann, weil Autismus häufig mit Depressionen oder Angsterkrankungen
einhergeht (ebd.).
Autistische Störungen können für die Betroffenen je nach Schweregrad zu
erheblichen Beeinträchtigungen des Arbeits- und Soziallebens führen. Aus diesen
Gründen soll die vorliegende Kleine Anfrage eine bestmögliche Transparenz
über den aktuellen Sachstand hinsichtlich der Ursachenforschung und der
politischen Maßnahmen für die Hilfe von Betroffenen herstellen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Prävalenz von
Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) in Deutschland zwischen den
Jahren 2020 und 2025 entwickelt (bitte nach Jahren, Altersgruppen, Geschlecht
und Art der autistischen Störung aufschlüsseln)?
2. Welche amtlichen oder kassenbasierten Datensätze liegen der
Bundesregierung hinsichtlich der Zahl der festgestellten ASS-Diagnosen ggf. vor?
3. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. zur möglichen
Beeinflussung der Fallzahlen durch
a) umweltbedingte Einflussfaktoren,
b) Schwermetalle,
c) Impfnebenwirkungen,
d) mangelnde diagnostische und medizinische Infrastruktur,
e) gestiegenes gesellschaftliches Problembewusstsein und/oder
f) sonstige Faktoren vor?
4. Welche Maßnahmen ergreift die Bundesregierung ggf., um Diagnostik-
Wartezeiten zu verkürzen und diagnostische sowie therapeutische Hilfe
engmaschiger zur Verfügung stellen zu können?
Berlin, den 25. Februar 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333
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