Erfassung psychischer Vorerkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Geschlechtsdysphorie-Diagnose vor und nach Transitionierungsmaßnahmen - Transparenz über Komorbiditäten, Screeningverfahren und Langzeitfolgen
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Erfassung psychischer Vorerkrankungen bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Geschlechtsdysphorie-Diagnose vor und nach Transitionierungsmaßnahmen - Transparenz über Komorbiditäten, Screeningverfahren und Langzeitfolgen
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5111
21. Wahlperiode 31.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Martin Sichert, Dr. Christina Baum, Claudia Weiss,Carina
Schießl, Kay-Uwe Ziegler, Thomas Dietz, Joachim Bloch, Tobias Ebenberger,
Nicole Hess, Dr. Christoph Birghan, Birgit Bessin, Kerstin Przygodda, Alexis
Leonard Giersch, Martina Kempf, Stefan Möller, Dr. Paul Schmidt, Gereon
Bollmann, Thomas Fetsch und der Fraktion der AfD
Erfassung psychischer Vorerkrankungen bei Jugendlichen und
jungen Erwachsenen mit Geschlechtsdysphorie-Diagnose vor und
nach Transitionierungsmaßnahmen – Transparenz über Komorbiditäten,
Screeningverfahren und Langzeitfolgen
In Deutschland ist die Zahl der Diagnosen zu Störungen der
Geschlechtsidentität (F64.x nach ICD-10/11) bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Alter
15 bis 24 Jahre) von 2013 bis 2022 um das Achtfache auf über 24 600 Fälle
gestiegen, wobei 72,4 Prozent der Betroffenen mindestens eine weitere
psychiatrische Diagnose aufweisen – darunter Depressionen (ca. 50 bis 58 Prozent),
Angststörungen (23 bis 34 Prozent), emotional instabile
Persönlichkeitsstörungen (12 bis 18 Prozent) sowie posttraumatische Belastungsstörungen (10 bis
14 Prozent) (https://transteens-sorge-berechtigt.net/486-transgender-diagnosen-
zahlen-und-fakten.html, www.corrigenda.online/politik/oesterreich-kuenftig-str
afe-fuer-eltern-und-aerzte-die-von-trans-ops-abraten, Internationale Studien
wie die Cass Review [UK, 2024] und europäische Analysen beispielsweise aus
Schweden, Finnland, die hohe Komorbiditätsraten und niedrige Persistenzraten
der Dysphorie unter 50 Prozent nach fünf Jahren zeigen, was die
Notwendigkeit umfassender psychischer Screenings vor irreversiblen Maßnahmen wie
Pubertätsblockern oder Hormontherapien unterstreicht, https://transteens-sorge-be
rechtigt.net/486-transgender-diagnosen-zahlen-und-fakten.html, www.imabe.or
g/bioethikaktuell/einzelansicht/transgender-operationen-wie-der-traum-vom-ne
uen-koerper-an-der-psyche-zerbricht).
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche genauen Zahlen liegen der Bundesregierung zu den Personen mit
Geschlechtsdysphorie-Diagnose (F64.x) im Alter von 12 bis 25 Jahren
vor, die bis Ende 2025 eine Transition (Pubertätsblocker, Hormontherapie
oder chirurgische Maßnahmen) durchgeführt haben (bitte nach Jahr,
Geschlecht bei Geburt und Bundesland differenzieren)?
2. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der genannten
transitionierten Personen (Alter 12 bis 25 Jahre), die vor der Transition
mindestens eine psychische Vorerkrankung im Bereich
Persönlichkeitsstörungen (z. B. Borderline-Typus) aufwiesen (bitte unter Angabe der
Prozentsätze und absoluten Zahlen seit 2020 angeben)?
3. Welche Prävalenz von Depressionen wird nach Kenntnis der
Bundesregierung bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen (Pubertät bis 25 Jahre)
mit abgeschlossener Transition dokumentiert, im Vergleich zur
Allgemeinbevölkerung (Deutsches Ärzteblatt, https://transteens-sorge-berechtig
t.net/486-transgender-diagnosen-zahlen-und-fakten.html)?
4. Liegen der Bundesregierung Daten zur Häufigkeit von Angststörungen
(z. B. generalisierte Angststörung) vor der Hormonbehandlung bei
Transitionierten im Alter 12 bis 25 Jahren vor, und wenn ja, wie hoch ist dieser
Anteil, und wie wird er erfasst?
5. Wie viele der betroffenen Personen (Alter Pubertät bis junges
Erwachsenenalter) weisen nach Kenntnis der Bundesregierung Traumata oder
posttraumatische Belastungsstörungen (PTBS) als Vorerkrankung auf, und
welche Rolle spielen diese in der Diagnostik (https://transteens-sorge-bere
chtigt.net/486-transgender-diagnosen-zahlen-und-fakten.html)?
6. Existieren bundesweite Statistiken zur Kombination von
Geschlechtsdysphorie mit ADHD (Attention Deficit Hyperactivity Disorder) oder
Autismus-Spektrum-Störungen bei transitionierten Jugendlichen, und
wenn ja, welche, und wie beeinflusst dies nach Kenntnis der
Bundesregierung die Therapieempfehlungen?
7. Ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anstieg der F64.x-Diagnosen
um Faktor 8 (2013 bis 2022) bei 15- bis 24‑Jährigen mit einer parallelen
Zunahme psychischer Komorbiditäten korreliert, und hat das
Bundesministerium für Gesundheit (BMG) Ursachenanalysen durchgeführt, und
wenn ja, welche (https://transteens-sorge-berechtigt.net/486-transgender-d
iagnosen-zahlen-und-fakten.html)?
8. Wie viele Transitionen bei Minderjährigen (unter 18 Jahren) wurden nach
Kenntnis der Bundesregierung von 2024 bis 2025 durchgeführt, und
welchen Anteil hatten Personen mit dokumentierten
Persönlichkeitsstörungen?
9. Welche Langzeitdaten (mindestens fünf Jahre Follow-up) liegen nach
Kenntnis der Bundesregierung zur Persistenz der Dysphorie-Diagnose
nach Transition vor, insbesondere bei Komorbiditäten wie Depressionen
(Persistenz nur 36,4 Prozent overall; SEGM (Society for Evidence-Based
Gender Medicin)-Analyse, https://transteens-sorge-berechtigt.net/486-tran
sgender-diagnosen-zahlen-und-fakten.html)?
10. Wie hoch sind nach Kenntnis der Bundesregierung die Raten an
Detransitionierungen oder Reue bei Jugendlichen mit Komorbiditäten (10 bis
30 Prozent medizinische Detransitionen), und bietet der Staat
Unterstützung an, und wenn ja, welche (https://transteens-sorge-berechtigt.net/486-
transgender-diagnosen-zahlen-und-fakten.html)?
11. Wird nach Kenntnis der Bundesregierung vor jeder Hormonbehandlung
eine obligatorische psychiatrische Voruntersuchung durchgeführt, und
wenn ja, nach welchen standardisierten Kriterien (z. B. DSM‑5/ICD‑11)?
12. Welche Screening-Instrumente (z. B. Fragebögen zu Trauma,
Depressionen) sind nach Kenntnis der Bundesregierung in deutschen Trans-
Ambulanzen vorgeschrieben, und wie wird die Komorbiditätsrate
(72,4 Prozent) vor Transition therapiert (https://transteens-sorge-berechtig
t.net/486-transgender-diagnosen-zahlen-und-fakten.html)?
13. Gibt es ein nationales Register zur Erfassung psychischer
Vorerkrankungen vor Transition, und warum fehlen detaillierte Daten zu
Komorbiditäten in BMG-Statistiken?
14. Berücksichtigt die Bundesregierung ggf. Empfehlungen der Cass Review
bezüglich unzureichender Evidenz für Hormontherapien bei Jugendlichen
mit hohen Komorbiditätsraten, und wenn ja, wie?
15. Welche Rolle spielen nach Kenntnis der Bundesregierung ggf.
interdisziplinäre Indikationsausschüsse (wie in Zürich vorgeschlagen) zur Prüfung
von Komorbiditäten vor irreversiblen Maßnahmen?
16. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung die Inzidenz psychischer
Erkrankungen (z. B. Depressionen plus 25 Prozent bei Trans-Frauen) nach
Hormontherapie entwickelt, basierend auf US-Daten bzw. Deutschland-
Daten (www.imabe.org/bioethikaktuell/einzelansicht/transgender-operatio
nen-wie-der-traum-vom-neuen-koerper-an-der-psyche-zerbricht)?
17. Welche Kosten entstehen nach Kenntnis der Bundesregierung dem
Gesundheitssystem durch Nachbehandlungen von Transitionierten mit
unerkannten Komorbiditäten (z. B. Suizidprävention)?
18. Sind der Bundesregierung österreichische Gesetzentwürfe zu Strafen für
Abmahnungen vor OP (bis 30 000 Euro) angesichts hoher Komorbiditäten
bekannt, und gibt es Überlegungen, ähnliche Maßnahmen in Deutschland
einzuführen?
19. Sind nach Kenntnis der Bundesregierung Leitlinien (z. B. S2k-Entwurf)
angepasst worden, um Komorbiditäten priorisiert zu therapieren, statt
direkt zu transitionieren?
20. Plant das BMG evidenzbasierte Studien zur Persistenz und
Komorbiditäten in Deutschland, ähnlich der niederländischen Protokollkritik, und
wenn ja, welche?
21. Wie viele Klagen von Detransitionierern (z. B. aufgrund unzureichender
Screenings) gibt es seit 2023 nach Kenntnis der Bundesregierung, und
welche Lehren zieht das BMG ggf. aus dieser Entwicklung?
22. Warum existieren nach Kenntnis der Bundesregierung keine
Einschränkungen wie im Vereinigten Königreich, in Schweden und in Finnland für
Minderjährige mit Komorbiditäten?
23. Welche Aufklärungsmaßnahmen für Eltern zu Risiken sind nach Kenntnis
der Bundesregierung für Beratungsstellen (Komorbiditäten, Infertilität)
vor Zustimmung zu Therapien verpflichtend?
24. Fordert die Bundesregierung ein Verbot irreversibler Maßnahmen bei
Minderjährigen mit psychischen Vorerkrankungen?
25. Plant die Bundesregierung ggf. gesetzlichen Änderungen, um eine
obligatorische zwölfmonatige psychotherapeutische Probe vor Hormontherapie
einzuführen, unter Berücksichtigung der 72-Prozent-Komorbiditätsrate
(vgl. Vorbemerkung der Fragesteller), und wenn ja, welche?
Berlin, den 11. März 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333
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