Lärmbelastung durch die Talbrücken Schwarza und Rotes Tal bei Kühndorf - Thüringen
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Lärmbelastung durch die Talbrücken Schwarza und Rotes Tal bei Kühndorf - Thüringen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2815
21. Wahlperiode 13.11.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Robert Teske, René Bochmann, Stefan Henze, Wolfgang
Wiehle, Ulrich von Zons, Otto Strauß, Alexis L. Giersch und der Fraktion der AfD
Lärmbelastung durch die Talbrücken Schwarza und Rotes Tal bei Kühndorf –
Thüringen
Wie ein aktueller Bericht der Europäischen Umweltbehörde (European
Environment Agency, EEA) zum Thema „Umgebungslärm in Europa 2025“
feststellte, sind über 20 Prozent der Europäer schädlichen Verkehrslärmwerten
ausgesetzt (vgl. www.eea.europa.eu/en/analysis/publications/environmental-
noisein-europe-2025/environmental-noise-in-europe-2025-summary-for-policyma
kers). Legt man die strengeren Schwellenwerte der
Weltgesundheitsorganisation an, steigt dieser Wert auf über 30 Prozent (ebd.). In diesem
Zusammenhang hebt die Behörde den Straßenverkehr als die am weitesten verbreitete
Quelle von Verkehrslärm hervor. Schätzungsweise sind 92 Millionen Menschen
(innerhalb der EU) Lärmpegeln ausgesetzt, die über dem END-Grenzwert von
55 dB für den Tag-Abend-Nacht-Zeitraum liegen. Zum Vergleich: 18 Millionen
Menschen sind vom Schienenverkehr und 2,6 Millionen Menschen vom
Fluglärm betroffen.
Mehrere Studien heben die höhere Lärmbelastung durch Brücken hervor. So
kommen Sergii Laslov et al. in einer Studie aus dem Jahr 2022 zu dem
Ergebnis, dass die durchschnittliche Lärmbelastung des Verkehrs auf Brücken um
10 dB höher ist als die durchschnittliche Lärmbelastung auf Straßen (https://pa
pers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=4070927).
In Südthüringen gehören die Talbrücken Schwarza und Rotes Tal zu den
größten Brücken und stellen als Autobahnbrücken der A 71 potenzielle Lärmquellen
dar.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Gab es seit Inbetriebnahme der Talbrücken Schwarza und Rotes Tal nach
Kenntnis der Bundesregierung Lärmmessungen in Kühndorf oder den
angrenzenden Bereichen, und wenn ja, wann fanden diese Messungen mit
welchen Ergebnissen statt (bitte außerdem die mit der Messung
beauftragten Institutionen bzw. Firmen auflisten)?
2. Sind weitere Lärmmessungen in der Region um Kühndorf geplant, und
wenn ja, zu welchem Zeitpunkt, und durch wen sollen sie durchgeführt
werden?
3. Welche Maßnahmen wurden bisher ergriffen, um Lärmbelastung durch den
Verkehr auf der A 71 bzw. auf den Talbrücken Schwarza und Rotes Tal für
die Anwohner in Kühndorf zu reduzieren, und welche weiteren
Maßnahmen zur Lärmminderung sind geplant?
4. Sofern für die in Frage 3 erwähnten Streckenabschnitte keine Maßnahmen
zur Lärmminderung eingeleitet wurden, aus welchen Gründen nicht?
5. Gibt es spezifische bauliche oder technische Besonderheiten der Talbrücken
Schwarza und Rotes Tal, die die Umsetzung von Lärmschutzmaßnahmen
er-schweren oder verhindern?
6. Welche langfristigen Strategien verfolgt die Bundesregierung grundsätzlich,
um die Lärmbelastung entlang der Bundesautobahnen in Thüringen zu
reduzieren?
Berlin, den 13. November 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
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