polradar

Schriftliche Frage 76 von Hauke Finger (AfD): Wie setzten sich die Kerosin-Importe Deutschlands im Jahr 2025 vor der Blockade der Meerenge von Hormus prozentual nach Ländern am Gesamtimp…

dip / schriftliche_frage 30.04.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 27. April 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Im Graph öffnen

Text

Schriftliche Frage 76 von Hauke Finger (AfD): Wie setzten sich die Kerosin-Importe Deutschlands im Jahr 2025 vor der Blockade der Meerenge von Hormus prozentual nach Ländern am Gesamtimp… Frage 76 (Hauke Finger, AfD): Wie setzten sich die Kerosin-Importe Deutschlands im Jahr 2025 vor der Blockade der Meerenge von Hormus prozentual nach Ländern am Gesamtimport zusammen, und wie viele Tage decken die strategischen Reserven der Bundesrepublik Deutschland den deutschen Kerosinverbrauch? Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 28. April 2026: Nach vorläufigen Daten des BAFA wurden im Jahr 2025 6,1 Millionen Tonnen an Flugturbinenkraftstoff (schwer; FTK) importiert und 1,4 Millionen Tonnen exportiert. Als Herkunftsland der Importe weisen die Daten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) mit etwa 5,24 Millionen Tonnen die Niederlande aus, gefolgt von Belgien mit etwa 0,5 Millionen Tonnen. Daneben kamen geringere Mengen aus Frankreich, Sierra Leone, Österreich und Luxemburg. Die aus dem ARA-Raum (verkehrsreiches Gebiet der Seehäfen Antwerpen, Rotterdam und Amsterdam) importierten Kerosinmengen werden nur zum Teil in den dortigen Raffinerien hergestellt. Die europäischen Raffinerien deckten 2025 insgesamt etwa 60 Prozent des Bedarfs. Es ist bekannt, dass erhebliche Mengen an Kerosin aus dem Nahen Osten, Asien und den USA nach Europa importiert werden. Die Internationale Energieagentur IEA gibt den Anteil der Importe aus dem Nahen Osten im Verhältnis zum Bedarf Europas für 2025 mit etwa 23 Prozent an (375 kb/d von 1.600 mb/d). Die strategischen Kerosinvorräte des Erdölbevorratungsverbandes (EBV) belaufen sich auf knapp 1,1 Millionen Tonnen. Der Verbrauch schwankt saisonal zwischen etwa 0,65 und 0,9 Millionen Tonnen pro Monat, sodass die Reserven allein rechnerisch etwas über einem bis anderthalb Monaten des gesamten deutschen Verbrauchs entsprechen (ohne deutsche Raffinerieproduktion). Nimmt man noch die Industrievorräte hinzu, würden die Kerosinvorräte einer Vollabdeckung für etwa anderthalb bis zwei Monate entsprechen. Unter der theoretischen Annahme einer fortdauernden Schließung der Straße von Hormus, aber der Beibehaltung der – wenn auch eingeschränkten – Kerosinimporte sowie der Eigenproduktion ergäbe sich aus rein nationaler Sichtweise rechnerisch eine Vollversorgung des deutschen Kerosinbedarfs über etwa die nächsten fünf Monate. Allerdings lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten, wie sich die Situation in Gesamteuropa darstellt, sodass sich Änderungen bei der Berechnung einstellen könnten. Deutschland setzt sich daher für mehr Transparenz der Daten auf EU-Ebene ein.

Relationen