polradar

Schriftliche Frage 74 von Stefan Schmidt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Hat die Bundesregierung Kenntnisse über die erwarteten Kapazitäten der Mineralölkonzerne bzw. Raffinieren hinsichtlich der Verfügbarkeit bzw…

dip / schriftliche_frage 08.05.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 4. Mai 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Im Graph öffnen

Text

Schriftliche Frage 74 von Stefan Schmidt (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Hat die Bundesregierung Kenntnisse über die erwarteten Kapazitäten der Mineralölkonzerne bzw. Raffinieren hinsichtlich der Verfügbarkeit bzw… Frage 74 (Stefan Schmidt, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN): Hat die Bundesregierung Kenntnisse über die erwarteten Kapazitäten der Mineralölkonzerne bzw. Raffinieren hinsichtlich der Verfügbarkeit bzw. des Gesamtangebots von Kerosin für die Luftfahrt in den kommenden zwei, vier und acht Wochen, und wenn ja, wie sehen diese aus, und welche Faktengrundlagen nutzt die Bundesregierung grundsätzlich für ihre Beurteilung der Verfügbarkeit von Kerosin (bitte Quellen angeben)? Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 5. Mai 2026: Laut Daten des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurden im Jahr 2025 etwa 50 Prozent des Bedarfs an Flugturbinenkraftstoff (schwer) – „Kerosin“ –, in deutschen Raffinerien produziert. Viele deutsche und europäische Raffinerien verfügen allerdings über gewisse Spielräume, um den Anteil an Kerosin zulasten anderer Mitteldestillate (Diesel, Heizöl) zu erhöhen. Dies hängt von der Raffineriekonfiguration und den verwendeten Rohölsorten ab. Schon allein vor dem Hintergrund der marktwirtschaftlichen Kalkulation haben einige Raffinerien ihre Produktion bereits angepasst und den Kerosin-Anteil maximiert. Exakte Produktionsdaten hierzu liegen noch nicht vor. Das bestehende Defizit kann damit kurzfristig allerdings nicht gänzlich ausgeglichen werden. Der monatliche Verbrauch an Kerosin schwankt je nach Jahreszeit zwischen etwa 650.000 bis 900.000 Tonnen. Stand Ende März waren etwa 1,1 Millionen Tonnen an Reserven des Erdölbevorratungsverbandes (EBV) vorhanden, die bei Bedarf den Mitgliedsunternehmen des EBV angeboten werden können, um physische Knappheiten zu vermeiden. Darüber hinaus verfügt die Industrie über etwa weitere 300.000 Tonnen an Industrielagerbeständen. Unter der Annahme einer fortdauernden Sperrung der Straße von Hormus, in Kombination mit weiterhin verfügbaren – wenn auch eingeschränkten – Kerosinimporten sowie der Eigenproduktion entsprächen die verfügbaren Mengen einer Volldeckung des deutschen Kerosinbedarfs von bis zu fünf Monaten. Allerdings lässt sich aus den verfügbaren Daten nicht ableiten, wie sich die Situation in Gesamteuropa darstellt, so dass sich die Berechnung ändern könnte.

Relationen