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Schriftliche Frage 102 von Mirze Edis (DIE LINKE): Ist der Bundesregierung die Prognose der J. P. Morgan bekannt, nach welcher die meisten Ölund Gaslieferungen nach Europa am 10. April 2026 s…

dip / schriftliche_frage 10.04.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 7. April 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

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Schriftliche Frage 102 von Mirze Edis (DIE LINKE): Ist der Bundesregierung die Prognose der J. P. Morgan bekannt, nach welcher die meisten Ölund Gaslieferungen nach Europa am 10. April 2026 s… Frage 102 (Mirze Edis, Die Linke): Ist der Bundesregierung die Prognose der J. P. Morgan bekannt, nach welcher die meisten Ölund Gaslieferungen nach Europa am 10. April 2026 stoppen könnten, und wenn ja, welche Konsequenzen zieht sie hieraus, und gibt es Pläne der Bundesregierung und der EU, um dieser möglicherweise bevorstehenden gravierenden Lücke von fossilen Energieträgern zu begegnen, und wenn ja, welche (siehe www.newsweek.com/ma p-shows-when-oil-deliveries-to-us-could-stop-117 62782)? Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 8. April 2026: Die Bundesregierung beteiligt sich derzeit an einer von der IEA koordinierten internationalen Freigabe von Reserven an Rohöl und Ölprodukten. Diese Reserven werden den Mitgliedsunternehmen des Erdölbevorratungsverbandes angeboten, um möglichen physischen Knappheiten vorzubeugen. Aktuell ist die Versorgung mit Mineralölprodukten weiterhin gesichert. Für den Fall einer weiteren Verschärfung der globalen Versorgungslage stehen ebenfalls weiterhin ausreichend Notfallreserven bereit. In der zitierten Meldung geht es ausschließlich um Lieferung aus der Golfregion. Aus der Golfregion erhält die EU jedoch lediglich unter 4 Prozent ihrer Gasimporte. Deutschland bezieht gar kein Gas aus der Region. Aktuell sind die Anlandemengen an deutschen LNG-Terminals hoch. Damit erreichen derzeit ausreichend viele LNG-Importe die deutschen und europäischen Terminals, sodass ausreichend LNG in Europa verfügbar ist, auch wenn das Angebot aufgrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten weltweit verknappt ist. Wie stark sich die Lage im Iran auf den Gasmarkt mittelfristig auswirkt, ist weiter nicht abschätzbar, da unbekannt ist, wann die Lieferungen aus der Region wieder aufgenommen werden können. Sollte der Export von LNG aus der Golfregion dauerhaft unterbrochen bleiben, droht weiterhin keine Gasmangellage in Deutschland oder der EU, allerdings könnten die Preise weiter steigen und ein Bieterwettbewerb zwischen Europa und Asien entstehen. Preissenkend dürfte wirken, dass das weltweite LNG durch zusätzliche Produktion in den USA und Kanada noch dieses Jahr um ca. 10 Prozent (d. h. um ca. 65 Milliarden Kubikmeter oder billion cubic metres – bcm) anwachsen soll.

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