Frage von Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/3773)
Teil von Protokoll der 55. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.
Text
Frage von Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/3773)
Wie schätzt die Bundesregierung die Versorgungssicherheit mit und Preisstabilität von Gas für Industrie und Verbraucher bei derzeit steigenden Gaspreisen, einem historisch niedrigen Speicherfüllstand von 42 Prozent am 18. Januar 2026 und weiterhin witterungsbedingt hohem Gasverbrauch ein?
Antwort der Parl. Staatssekretärin Gitta Connemann:
Die Gasversorgungsicherheit ist auch bei weiterhin niedrigeren Temperaturen derzeit gewährleistet. Der Gasspeicherfüllstand beträgt in Deutschland 39,7 Prozent per 21. Januar 2026. Auf dem Weltmarkt ist weiterhin ausreichend Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas – LNG) verfügbar, auch wenn die Nachfrage weltweit wetterbedingt angezogen hat. Die bisher recht schwache Nachfrage aus Asien ist zuletzt etwas gestiegen. Insgesamt steigt aber weiter das LNG-Angebot, insbesondere aus den USA. Über die derzeit weiter nicht ausgelastete LNG-Infrastruktur in Nordwesteuropa können große Mengen importiert werden.
Die Gaspreise befanden sich zunächst trotz des Temperaturabfalls in Europa weiterhin auf einem niedrigeren Niveau. In den letzten Tagen gab es jedoch einen Preissprung auf bis zu 39 Euro pro Megawattstunde. Ursache sind zum Teil die Wetteraussichten in Europa, wonach in Teilen Europas, aber auch in Asien die Temperaturen für Januar unter dem Normalniveau prognostiziert sind. Zum Teil liegt der Grund jedoch auch in Spekulationen auf den Finanzmärkten. Die Preisschwankungen haben daher deutlich zugenommen. Trotz dieses deutlichen Preisanstiegs liegt der Gaspreis aber noch deutlich niedriger als im vorigen Winter 2024/2025, als er zeitweise auf bis zu 59 Euro pro Megawattstunde anstieg. Wichtig ist, die Entwicklung weiter zu beobachten. Am Ende von Kalenderwoche 4 war jedoch wieder ein leichter Rückgang der Gaspreise zu beobachten.
Die Internationale Energieagentur geht in ihrem aktuellen Quarterly Gas Report davon aus, dass die Gaspreisvolatilität anhalten wird.
Relationen
- asked ← Michael Kellner (Frage)
- part_of → Protokoll der 55. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages