Schriftliche Frage 103 von Dr. Götz Frömming (AfD): Wie will die Bundesregierung angesichts des geringen aktuellen Füllstands der deutschen Gasspeicher, Exportausfällen aufgrund des Iran- Krie…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 7. April 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.
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Schriftliche Frage 103 von Dr. Götz Frömming (AfD): Wie will die Bundesregierung angesichts des geringen aktuellen Füllstands der deutschen Gasspeicher, Exportausfällen aufgrund des Iran- Krie…
Frage 103 (Dr. Götz Frömming, AfD):
Wie will die Bundesregierung angesichts des geringen aktuellen Füllstands der deutschen Gasspeicher, Exportausfällen aufgrund des Iran- Krieges und Umleitungen von LNG-Schiffen von Europa nach Asien und Afrika das Ziel eines Füllgrades von ca. 70 Prozent (gewichteter Durchschnitt über alle deutschen Speicher) zum 1. November 2026 gewährleisten, und welche Mehrkosten erwartet sie gegenüber 2025?
Antwort des Staatssekretärs Frank Wetzel vom 8. April 2026:
Am 1. April 2026 betrug der Füllstand der deutschen Erdgasspeicher ca. 22,3 Prozent und lag damit ca. 6,4 Prozentpunkte unter dem Vorjahreswert von 28,7 Prozent. Aus der Golfregion erhält die EU lediglich ca. 3,8 Prozent ihrer Gasimporte. Deutschland bezieht gar kein Gas aus der Region. Zwar besteht die Möglichkeit von Umlenkungen von ursprünglich für den europäischen Markt bestimmten Lieferungen von Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas – LNG), seit Beginn des Krieges wurden jedoch nur 11 für Europa bestimmte Lieferungen nach Asien umgeleitet. Im selben Zeitraum erreichten 120 Lieferungen Europa. Für Deutschland bestimmte Lieferungen wurden bislang nicht umgeleitet. Damit erreichen derzeit ausreichend viele LNG-Importe die deutschen und europäischen Terminals, sodass ausreichend LNG in Europa verfügbar ist, auch wenn das Angebot aufgrund der geopolitischen Lage im Nahen Osten weltweit verknappt ist. Trotz niedriger Speicherfüllstände und der faktischen Blockade der Straße von Hormus ist die Versorgungssicherheit Deutschlands und der EU derzeit also nicht gefährdet. Das gilt auch für die Speicherbefüllung für den nächsten Winter. Die Einspeichersaison beginnt im April, relevante Einspeicherungen finden oftmals erst ab Mai/Juni statt. Um einen durchschnittlichen Speicherfüllstand von 70 Prozent zu erreichen, ist es für die meisten Speicher ausreichend, wenn sie ab August/September befüllt werden. Bereits am 1. April 2026 waren ca. 71,6 Prozent der deutschen Speicherkapazitäten für den Winter 2026/27 vermarktet (Vorjahreswert von 52,4 Prozent), sodass es derzeit keine Anzeichen für eine unzureichende Befüllung der Speicher gibt. Die Mehrkosten der Speicherbefüllung hängen stark von den Termingeschäften der Speicherkunden (Händler, Lieferanten, Versorger) ab. Üblicherweise sichern sich Speicherkunden zum Zeitpunkt der Speicherbuchung am Gasmarkt ab (Gaseinkauf auf Termin für die Einspeicherung im Sommer und Gasverkauf auf Termin zur Ausspeicherung im Winter). Inwieweit die Speicherkunden hiervon Gebrauch gemacht haben, entzieht sich der Kenntnis der Bundesregierung.
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