Schriftliche Frage 111 von Violetta Bock (DIE LINKE): Welche belastbaren Daten liegen der Bundesregierung über die Biomasse-Potenziale für die Berechnungen der THG-Quote und des Klimaschutzprogr…
Teil von Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 30. März 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung · Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit.
Text
Schriftliche Frage 111 von Violetta Bock (DIE LINKE): Welche belastbaren Daten liegen der Bundesregierung über die Biomasse-Potenziale für die Berechnungen der THG-Quote und des Klimaschutzprogr…
Frage 111 (Violetta Bock, Die Linke):
Welche belastbaren Daten liegen der Bundesregierung über die Biomasse-Potenziale für die Berechnungen der THG-Quote und des Klimaschutzprogramms vor, und wie wurden diese bezüglich Verfügbarkeit und Nachhaltigkeitskriterien überprüft?
Antwort der Parlamentarischen Staatssekretärin Rita Schwarzelühr-Sutter vom 2. April 2026:
Die Begrenztheit biogener Ressourcen macht eine nachhaltige Biomassenutzung notwendig. Die Grundsätze einer möglichst langlebigen stofflichen Nutzung, die Förderung der Kreislaufführung und die Umsetzung des Kaskadenprinzips stehen dabei im Mittelpunkt. Die Maßnahmen des Klimaschutzprogramms (KSP) orientieren sich an diesen Grundsätzen, um die Biomassenutzung insgesamt effizienter zu gestalten und über alle Sektoren hinweg eine möglichst starke Klimaschutzwirkung zu erreichen. Zur Erfüllung der Verpflichtung zur Treibhausgasminderung bei Kraftstoffen nach § 37a des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (THG-Quote) müssen Biokraftstoffe die Vorgaben der Biokraftstoff- Nachhaltigkeitsverordnung einhalten. Zum inländisch verfügbaren Potenzial an biogenen Reststoffen und Abfällen für die Herstellung von fortschrittlichen Biokraftstoffen für den Verkehr liegen umfangreiche Quellen und Studien vor, darunter die Bio- Rest-Studie des Umweltbundesamtes und die TATBio-Studie sowie die Ressourcen-Datenbank des Deutschen Biomasseforschungszentrums. Summarisch ergeben sich rein rechnerisch aus Holz, Landwirtschaft und Abfällen inländische Gesamtpotenziale von ca. 130 PJ an flüssigen Kraftstoffen und ca. 100 PJ an Biomethan. Diese Potenziale stehen jedoch für Biokraftstoffe für die THG-Quote nur unter der Voraussetzung zur Verfügung, dass sie nicht für andere Anwendungen verwendet werden. Der Einsatz an Biokraftstoffen aus Abfällen wie Altspeiseölen und tierischen Fetten sowie aus Nahrungs- und Futtermittelpflanzen zur Erfüllung der THG-Quote sind EU-rechtlich bzw. national begrenzt.
Relationen
- asked ← Violetta Bock (Schriftliche Frage)
- part_of → Schriftliche Fragen mit den in der Woche vom 30. März 2026 eingegangenen Antworten der Bundesregierung