Rede von Marc Bernhard (AfD) – Bernhard, Kay Gottschalk, Carolin
Teil von Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 17a und 17b: Bernhard, Kay Gottschalk, Carolin.
Das Protokoll 21/99 liegt bei DIP nur als Vorabfassung vor: Der Text endet vor dem Schluss der Sitzung, zu Protokoll gegebene Reden fehlen in polradar (der endgültige Bericht war für den 13.10.2026 angekündigt). Vollständig im Plenarprotokoll (PDF) ↗.
Text
Rede von Marc Bernhard (AfD) – Bernhard, Kay Gottschalk, Carolin
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! 70 Prozent
der Menschen in der EU leben in den eigenen vier
Wänden. In Italien sind es 77 Prozent, in Polen 79 Prozent und
in der Slowakei sogar 91 Prozent. Und bei uns? Im
angeblich reichsten Land Europas sind es gerade mal
mickrige 43 Prozent, der tiefste Stand seit 20 Jahren. Damit
sind wir so ziemlich das absolute Schlusslicht auf der
ganzen Welt, und der Trend verschlechtert sich von Jahr
zu Jahr. Gerade einmal 30 Prozent der 30- bis 45-Jährigen
leben in den eigenen vier Wänden. Das heißt, sieben von
zehn Menschen leben zur Miete, ohne irgendeine
Hoffnung, sich jemals die eigenen vier Wände leisten zu
können. Und das ist kein Zufall, das ist auch nicht
gottgegeben, sondern es ist das direkte Ergebnis Ihrer
Regierungspolitik, und zwar völlig egal, ob Schwarz,
Rot, Grün oder Dunkelrot.
Sie alle haben das zu verantworten.
Das bestätigt auch eine Studie der Deutschen
Bundesbank, die klar und eindeutig feststellt, dass die Gründe für
die niedrige und immer weiter sinkende
Wohneigentumsquote im Wesentlichen die Grunderwerbsteuer und die
steuerliche Nichtabsetzbarkeit von Kauf- und Baukosten
sind. In den meisten anderen europäischen Ländern mit
viel höheren Wohneigentumsquoten läuft es
folgendermaßen: Man kauft sich mit 25 die erste kleine Wohnung,
kauft sich dann mit 30 zur Familiengründung eine
größere Wohnung und mit 40 ein Haus, und wenn die Kinder
groß sind und man selbst in Rente geht, wieder eine
kleinere Wohnung. So was ist in Deutschland völlig
unmöglich; denn Sie müssten dann mindestens viermal die
Grunderwerbsteuer bezahlen.
(Dr. Johannes Fechner [SPD]: Das ist doch
Unsinn!)
Bei jedem Verkauf werden bis zu 6,5 Prozent Steuern auf
den Kaufpreis draufgeschlagen, was dazu führt, dass die
eigenen vier Wände immer unbezahlbarer werden.
Genau das ist einer der entscheidenden Gründe,
weshalb die Wohneigentumsquote im europäischen Schnitt
fast doppelt so hoch ist wie in Deutschland.
(Dr. Johannes Fechner [SPD]: Aber nicht
wegen der Grunderwerbsteuer!)
Und die Krone bei der Ausbeutung der eigenen Bürger
haben Sie dann dadurch noch draufgesetzt, dass die
normalen Menschen die Grunderwerbsteuer zahlen müssen,
während Großinvestoren und Immobilienkonzerne von
dieser Steuer faktisch befreit sind.
(Hanna Steinmüller [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Aber das hätten wir ändern können!)
Asozialer kann man das eigene Volk wirklich nicht mehr
ausbeuten!
(Beifall bei der AfD – Mayra Vriesema
[BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Sie haben
nicht zugestimmt!)
Dann bestrafen Sie noch ausgerechnet jene Bürger, die
Verantwortung übernehmen und sich ein Zuhause für ihre
Familie schaffen. Wer vermietet, kann Anschaffungs-
und Baukosten steuerlich geltend machen. Wer exakt
dieselbe Wohnung selbst bewohnt, geht leer aus. Das ist
zutiefst ungerecht. Die eigenen vier Wände sind kein
Luxus, sondern Schutz für die Familie, soziale Sicherheit
und Altersvorsorge.
Und trotzdem halten Sie von der Bundesregierung an
dieser Benachteiligung fest und verbauen so Millionen
Menschen den Weg ins Eigentum. Schluss damit! Kauf-
und Baukosten von selbstgenutzten Wohnungen müssen
steuerlich absetzbar sein.
(Zuruf der Abg. Hanna Steinmüller [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN])
Wir werden das nach der nächsten Bundestagswahl
auch genau so machen, indem wir dafür sorgen, dass
jeder einmal im Leben 200 000 Euro vom Kaufpreis einer
Wohnung von der Steuer absetzen kann, indem wir Ihren
Klima- und Dämmwahn beenden und damit die
Baukosten massiv senken, indem wir die Grundsteuer und die
Grunderwerbsteuer völlig abschaffen. So werden wir
Deutschland von einem Land der Mieter zu einem Land
der Eigentümer machen.
Relationen
- part_of → Protokoll der 99. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Gewachsene Heimat erhalten - Lokales Bauland an Einheimische vergeben
- part_of_vorgang → Vom Mieter zum Eigentümer - Wohneigentum wieder bezahlbar machen
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