Rede von Thomas Stephan (AfD) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 38a bis 38c: Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris.
Text
Rede von Thomas Stephan (AfD) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Herr Präsident! Lieber Bürger und Zuschauer! Wir
sprechen heute über gleich drei Anträge der Clanpartei
Die Linke. Meine Herren und Damen der SED-
Nachfolgeorganisation, Sie werden vielleicht verwundert sein:
Wir stimmen Ihnen in wesentlichen Aussagen Ihrer
Anträge sogar zu. Das wiederum ist allerdings kein Wunder.
(Zuruf des Abg. Tarek Al-Wazir [BÜND-
NIS 90/DIE GRÜNEN])
Denn bereits vor einem Jahr haben wir mit unserem
Antrag „Regelaltersgrenze von 67 Jahren sichern und
abschlagsfreie Rente nach 45 Arbeitsjahren einführen“ die
maßgebliche Vorlage für diese Diskussion eingebracht.
(Beifall bei der AfD – Kai Whittaker [CDU/
CSU]: Machen Sie jetzt gemeinsame Sache mit
der Clanpartei, oder wie ist das jetzt, Herr
Stephan? Dann sind Sie ja ein Mitkomplize!)
Warum also, liebe Salonkommunisten, kommen Sie
erst jetzt mit diesen Anträgen um die Ecke? Und da,
meine Damen und Herren der Koalition, kommen Sie
ins Spiel. Durch und mit Ihrer sogenannten
Rentenkommission und den unzähligen Diskussionen innerhalb Ihrer
zerstrittenen Koalition haben Sie den Menschen da
draußen Angst vor der Rente gemacht.
(Kai Whittaker [CDU/CSU]: Sie rennen doch
rum und sagen ständig, die Rente wäre pleite!
Sie machen doch die Angst, Herr Stephan!)
Allein dafür, meine Herren und Damen der Union, haben
Sie es verdient, dass Sie in Mecklenburg-Vorpommern
aus dem Parlament geflogen sind.
(Beifall bei der AfD – Dr. Götz Frömming
[AfD]: Genau! Das war erst der Anfang!)
Vielleicht erinnern Sie sich: Der Kanzler der zweiten
Wahl und die zuständige Ministerin sprachen noch vor
einigen Monaten von einem „Gesamtkunstwerk“. Alle
Vorschläge der Rentenkommission sollten eins zu eins
umgesetzt werden. Doch kaum waren diese großen Worte
verklungen, begann in der Koalition schon die Meuterei.
Man denke nur an den Brief der ostdeutschen
Ministerpräsidenten an die Regierungsdarsteller. Offenbar – das
ist das Gute daran – ging dann doch noch einigen
innerhalb der Koalition ein Licht auf: ein Licht der Erkenntnis,
dass 45 Beitragsjahre reichen müssen, ein Licht der
Erkenntnis, dass eine abschlagsfreie Rente eben doch kein
Privileg ist, sondern das Ergebnis harter Arbeit, und ein
Licht der Erkenntnis, dass man diejenigen nicht bestrafen
darf, die dieses Land jahrzehntelang am Laufen gehalten
haben.
Dieses Licht der Erkenntnis hat allerdings – das ist
sehr, sehr schade – noch nie das Kanzleramt erreicht.
Dort bleibt es leider weiterhin dunkel. Denn heute
Morgen lief über den Ticker, dass die Rentenreform ins
Frühjahr verschoben wird. Unglaublich! Diese Reform wird
wieder einmal verschoben, aber an der Abschaffung der
Rente nach 45 Jahren will der Kanzler aus dem Hause
Geppetto festhalten. Für die Bürger heißt das: Monate
weiterer Angst, Monate weiterer Ungewissheit und
Monate, in denen Millionen nicht wissen, wann sie in Rente
gehen dürfen. Schämen Sie sich dafür!
Wer 45 Jahre gearbeitet und Beiträge gezahlt hat, hat
unser aller Respekt und eine auskömmliche Rente
verdient.
Noch mal ein Wort an Sie, meine Damen und Herren
der Union: Merken Sie eigentlich noch irgendwas?
Merken Sie noch was? Sie stehen tatsächlich bei 18 Prozent in
den Umfragen. Sie sitzen wirklich da wie der Frosch im
Kochtopf, der nicht merkt, dass er gerade abgekocht wird.
Ihre Wirtschaftsministerin verlangt die Rentenreform bis
Ende des Jahres, und das SPD-Ministerium liefert noch
nicht mal einen Entwurf. Diese SPD kocht Sie gerade ab,
und Sie merken nichts. Sie haben die Arbeiter verloren,
Sie verlieren die künftigen Rentner, und am Ende
verlieren Sie Ihr komplettes Fundament. Noch können Sie
aus diesem Topf springen. Beenden Sie diese traurige
Koalition, solange Sie es noch aus eigener Kraft können –
aus Verantwortung für Deutschland!
Danke schön.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte erhalten
- part_of_vorgang → Altersteilzeit weiterhin ab 55 Jahren und im Blockmodell ermöglichen
- part_of_vorgang → Keine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze
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