Rede von Dr. Stefan Nacke (CDU/CSU) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 38a bis 38c: Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris.
Text
Rede von Dr. Stefan Nacke (CDU/CSU) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Unsere Gesellschaft verändert ihr Gesicht. Die
Bevölkerungspyramide wird auf den Kopf gestellt. Wenn
sich das Verhältnis von Jung und Alt verändert, kann auch
die Rente nicht bleiben, wie sie ist.
Aber wenn wir über Reformen sprechen, müssen wir
vorher klären: Was soll die gesetzliche Rente eigentlich
leisten? Sie ersetzt nach einem langen Erwerbsleben das
Erwerbseinkommen, wenn man aufgrund des Alters nicht
mehr selbst dafür sorgen kann; das ist ihre
Grundfunktion. Rentnerinnen und Rentner sind deshalb keine
Almosenempfänger. Sie haben sich ihre Rente durch ihre
langjährigen Beiträge verdient.
Wenn Menschen heute länger leben und dabei gesund
bleiben, muss sich der Renteneintritt an die steigende
Lebenserwartung anpassen. Um das zu verstehen, reicht
Volksschule Sauerland, sagte Müntefering.
Die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren war
bei ihrer Einführung gut gemeint. Sie sollte besonders
den Menschen zugutekommen, die früh ins Berufsleben
gestartet sind, mit körperlich fordernden und oft schlecht
bezahlten Jobs.
Wir sehen aber, dass es andere sind, die von den
Regelungen profitieren.
Es ist nicht der vielzitierte Dachdecker; denn er kann es
sich oft nicht leisten, auf weitere Rentenpunkte zu
verzichten. Er arbeitet deshalb länger.
(Bernd Rützel [SPD]: Das ist ein Märchen! –
Gegenruf des Abg. Pascal Reddig [CDU/
CSU]: Das sind die Zahlen!)
Es sind Menschen mit hohen Renten, die diese Regelung
in Anspruch nehmen.
Im vergangenen Jahr waren das knapp 30 Prozent der
Neurentner. Sie beziehen eine um ein Drittel höhere
Rente als die anderen langjährig Versicherten. Die Kosten
des vorzeitigen Renteneintritts trägt die gesamte
Versichertengemeinschaft.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte erhalten
- part_of_vorgang → Altersteilzeit weiterhin ab 55 Jahren und im Blockmodell ermöglichen
- part_of_vorgang → Keine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze
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