Rede von Jens Peick (SPD) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Teil von Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 38a bis 38c: Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris.
Text
Rede von Jens Peick (SPD) – Sarah Vollath, Janine Wissler, Doris
Herr Präsident! Meine Damen und Herren
Abgeordnete! Wenn wir über die Rente sprechen, dann betrifft
das nicht nur die 20 Millionen Rentnerinnen und Rentner
in unserem Land, nein, es betrifft jeden und jede, der oder
die vorhat, in diesem Land alt zu werden. Das zeigt, dass
die gesetzliche Rente ein Riesenthema ist.
Gut die Hälfte der Menschen in Westdeutschland ist
ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen; im
Osten sind es drei Viertel der Menschen. Deshalb ist eine
Rentenreform natürlich auch immer mit Sorgen
verbunden. Die Menschen fragen sich: Was passiert hier? – Das
ist nachvollziehbar, und das nehmen wir ernst. Aber
Angst hilft uns nicht weiter, wenn wir darüber reden,
wie wir Probleme in der Rente lösen, wie wir Probleme
vermeiden können.
Und weil wir hier in diesem Parlament darüber
entscheiden, wie es mit der Rente weitergeht,
(Thomas Stephan [AfD]: Ja, wann? Im
Frühjahr?)
haben wir auch eine besondere Verantwortung. Wir
dürfen keine unbegründeten Ängste schüren, vor allem nicht
vor einem kollabierenden Rentensystem oder sinkenden
Renten.
Ich betone das hier, weil diese Debatte gezeigt hat, dass
das immer wieder passiert. Das ist Populismus, der
vielleicht auf Tiktok gut läuft, der aber den Menschen in
diesem Land gegenüber verantwortungslos ist.
(Beifall bei der SPD – Dr. Ralf Stegner [SPD]:
So ist es! – Bernd Rützel [SPD]: Jawoll! –
Thomas Stephan [AfD]: Machen Sie doch
mal was! – Peter Bohnhof [AfD]: Was Sie
machen, ist verantwortungslos, Herr Peick!)
Und schauen wir auf die Fakten, dann sehen wir, dass
die Alterssicherungskommission hier ein sehr
umfassendes Konzept vorgelegt hat. Sie hat einen klaren Weg
gezeichnet, wie die Renten in Deutschland nicht nur
stabil bleiben, sondern wieder steigen können, wie die
Menschen mehr Rente haben.
Diese Steigerungen müssen natürlich auch finanziert
werden. Auch hierzu hat die Rentenkommission
Vorschläge vorgelegt.
(Thomas Stephan [AfD]: Wann wird das
umgesetzt?)
Und vor allem – das wird in der Debatte oft gar nicht
klar –: Die Rentenkommission hat insgesamt 33
Vorschläge vorgelegt,
die Sie wahrscheinlich gar nicht alle kennen. 33
Vorschläge! Und über wenige diskutieren wir, und die werden wir
im parlamentarischen Verfahren beraten.
Natürlich wird es niemanden überraschen, dass ich die
Punkte wie zum Beispiel die abschlagsfreie Rente nach
45 Beitragsjahren so sehe wie mein Kollege aus der
Fraktion, Bernd Rützel.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der
Linken)
Und die Menschen werden auch feststellen, dass es einen
Unterschied zu dem gibt, was die Kollegen von der CDU
gesagt haben.
Aber ich sage Ihnen mal was – auch Ihnen, Herr
Pantisano –: Wenn Sie sagen: „Zeigen Sie Rückgrat!“,
antworte ich: „Machen Sie sich keine Sorgen um das
Rückgrat des Kollegen Rützel oder um mein Rückgrat!
Machen Sie sich auch keine Sorgen um das Rückgrat der
Kollegen aus der Union!“
Ich habe das Gefühl, hier wird nicht mehr verstanden,
wie Parlamentarismus und Demokratie funktioniert.
Wir werden das miteinander besprechen, und wir können
das miteinander besprechen, weil wir miteinander
vereinbart haben, Verantwortung für die Menschen zu
übernehmen, Verantwortung für dieses Land – auch wenn es
Widersprüche gibt –, und dann zu Lösungen zu kommen.
(Beifall bei der SPD und der CDU/CSU –
Bernd Rützel [SPD]: Sehr gut!)
Dabei ist uns immer klar: Wenn wir über die Rente
sprechen, dann geht es nicht um Zahlen, sondern es
geht um die Lebensleistung von Menschen. Deswegen
braucht es Verantwortung, Menschen keine Angst zu
machen, Lebensleistung anzuerkennen, Respekt zu haben
für das, was Menschen geleistet haben.
Denn wie hier heute schon gesagt wurde – im
Gegensatz zu dem, was die AfD gesagt hat –: Die Rente ist kein
Almosen. Die Rente haben sich die Menschen verdient.
Herzlichen Dank.
Relationen
- part_of → Protokoll der 100. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Abschlagsfreie Rente für besonders langjährig Versicherte erhalten
- part_of_vorgang → Altersteilzeit weiterhin ab 55 Jahren und im Blockmodell ermöglichen
- part_of_vorgang → Keine weitere Erhöhung der Regelaltersgrenze
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