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Das Deutsche Sportabzeichen als besondere Auszeichnung im Schulzeugnis integrieren

dip / drucksache 21.04.2026 · WP 21 · 21/5494 · Antrag · Original ↗

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Das Deutsche Sportabzeichen als besondere Auszeichnung im Schulzeugnis integrieren Antrag der Abgeordneten Jörn König, Thomas Korell, Lars Schieske, Andreas Bleck, Edgar Naujok, Bastian Treuheit, Alexander Arpaschi, Adam Balten, Carsten Becker, Dr. Christoph Birghan, Joachim Bloch, Dr. Michael Blos, Erhard Brucker, Marcus Bühl, Thomas Dietz, Tobias Ebenberger, Mirco Hanker, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze, Nicole Hess, Steffen Janich, Dr. Michael Kaufmann, Rocco Kever, Kurt Kleinschmidt, Heinrich Koch, Manuel Krauthausen, Knuth Meyer-Soltau, Reinhard Mixl, Iris Nieland, Denis Pauli, Arne Raue, Bernd Schattner, Volker Scheurell, Manfred Schiller, Dr. Paul Schmidt, Georg Schroeter, Martina Uhr, Sven Wendorf, Dr. Daniel Zerbin, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD Das Deutsche Sportabzeichen als besondere Auszeichnung im Schulzeugnis integrieren Der Bundestag wolle beschließen: I. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Die körperliche Leistungsfähigkeit von Kindern und Jugendlichen hat in Deutschland in den letzten Jahrzehnten drastisch abgenommen. Der Schulsport kann einen wichtigen Beitrag leisten, um dem Bewegungsmangel bei Kindern und Jugendlichen unabhängig von ihrem sozialen Hintergrund entgegenzuwirken. Dennoch ist er nicht ausreichend, um die Probleme zu lösen. Die Herausforderungen liegen in der begrenzten Stundenzahl, der Qualität des Unterrichts und den infrastrukturellen Mängeln. Vielen fehlt der Anreiz, sich auch außerhalb der Schule sportlich zu betätigen. Zudem empfinden viele Schüler die Sportnoten als demotivierend oder demütigend, besonders wenn sie auf subjektive Bewertungen beruhen. Das Deutsche Sportabzeichen dagegen belohnt persönliche Leistungen und Fortschritte, unabhängig vom Wettkampfdruck. Es ist eine Auszeichnung, die motorische Grundfähigkeiten wie Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination testet. Es wird vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vergeben und ist die höchste Anerkennung außerhalb des Wettkampfsports. Es wird bereits in vielen, aber nicht allen allgemein- und berufsbildenden Schulen im Sportunterricht integriert. Sofern die Lehrkräfte über eine gültige Sportabzeichen-Prüfer-Lizenz verfügen, kann die Sportabzeichen-Prüfung auch direkt im Sportunterricht durchgeführt werden. Obwohl das Abzeichen im Rahmen des Sportunterrichts abgelegt werden kann, ist es dennoch nicht Teil des Schulzeugnisses. Begründet wird es damit, dass es sich nicht um eine Pflichtleistung, sondern um eine freiwillige, außerschulische Auszeichnung handelt, die nicht direkt in den schulischen Bewertungsprozess integriert ist. Es bleibt eine zusätzliche, persönliche Leistung. Auch wenn das Sportabzeichen aufgrund der Deutscher Bundestag Drucksache 21/5494 21. Wahlperiode 21.04.2026 organisatorischen Trennung von schulischem Bewertungssystem und seines eigenständigen Charakters nicht ins Schulzeugnis integriert ist, sollte diese Leistung im Schulzeugnis separat als besondere Auszeichnung in Form eines Vermerks dokumentiert werden. Grundsätzlich sind zusätzliche Vermerke möglich. Sie dienen dazu, wichtige Informationen zu ergänzen, die nicht in den regulären Noten Platz finden. Dazu gehören Klassenkonferenzbeschlüsse, Notenschutz, Versetzungsgefährdung und weiteres. II. Der Deutsche Bundestag fordert daher die Bundesregierung auf, in Zusammenarbeit mit den Bundesländern darauf hinzuwirken, dass 1. die Inhalte der Vermerke in den jeweiligen Schulgesetzen und Verordnungen um den Vermerk „Besondere Auszeichnung: Ablegen des Deutschen Sportabzeichens“ ergänzt werden; 2. bundesweit einheitlich in den Lehrplänen aller allgemein- und berufsbildenden Schulen verbindlich vorgesehen wird, dass das Deutsche Sportabzeichen im Rahmen des Sportunterrichts abgelegt werden kann; 3. sichergestellt wird, dass die Lehrkräfte die nötigen Kenntnisse und die Berechtigung besitzen, das Sportabzeichen im Rahmen des Unterrichts abzunehmen. Berlin, den 21. April 2026 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion Begründung Bewegungsmangel bei Kindern ist ein wachsendes Problem, das zu Übergewicht, Entwicklungsstörungen, geringerem Selbstvertrauen und sogar zu schlechten Lernleistungen führen kann. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt Kindern und Jugendlichen täglich mindestens 60 Minuten moderate bis körperliche Aktivität. Nach einer Studie der Technischen Universität München (TUM) sind nur etwa ein Drittel der Kinder und Jugendlichen ausreichend aktiv.1 Alarmierend ist zudem die Zahl der Kinder, die nicht oder nicht sicher schwimmen können. Basierend auf repräsentativen Befragungen durch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) können etwa 20 % der Kinder zwischen sechs und zehn Jahren nicht schwimmen. Zudem geht die DLRG davon aus, dass trotz abgelegtem Schwimmabzeichen wie Seepferdchen oder Freischwimmer rund 60 % der Kinder am Ende der Grundschulzeit keine sicheren Schwimmer sind. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat 2023 eine Studie veröffentlicht, dass in Deutschland jährlich unter anderem durch Bewegungsarmut und Fehlernährung Kosten in Höhe von 60 Milliarden Euro entstehen. Es ist daher dringend notwendig, Kinder und Jugendliche so früh wie möglich an den Sport heranzuführen und sie für die Bewegung zu begeistern. Entscheidend ist daher ein ganzheitlicher Ansatz, um eine bewegungsfördernde Lebensweise nachhaltig zu etablieren. Schulen haben einen wichtigen Bildungsauftrag, wobei der Schulsport ein integraler Bestandteil ist. Er soll eine Grundlage für eine lebenslange Freude an Bewegung schaffen. Zusätzliche Sport AGs am Nachmittag oder Sportangebote im Rahmen der Ganztagsbetreuung sind zusätzliche freiwillige Möglichkeiten der Schüler, verschiedene sportliche Aktivitäten außerhalb des regulären Sportunterrichts auszuüben. Zudem bieten Sportvereine vielfältige Angebote an. Oftmals fehlt es aber an einem Anreiz. 1 www.hs.mh.tum.de/mh/news/article/bewegungs-zeugnis-2022-note-4-fuer-koerperliche-aktivitaet-und-koerperliche-fitness-von-kindern- undjugendlichen-in-deutschland/ Das Ablegen des Deutschen Sportabzeichens ist eine gute Möglichkeit, Anreize für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Die Teilnahme daran im Rahmen des Schulunterrichts ist niedrigschwellig und für alle Kinder und Jugendliche unabhängig von ihrer sozialen Herkunft zugänglich. Das Deutsche Sportabzeichen zeichnet überdurchschnittliche und vielseitige körperliche Leistungsfähigkeit in den Bereichen Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit und Koordination aus und erfordert zusätzlich einen Schwimmnachweis. Das vielfältige Übungsangebot fordert die unterschiedlichsten motorischen Fähigkeiten der Schüler heraus. Anders als im Sportunterricht werden die Leistungserbringungen nach Alter und Geschlecht der Teilnehmenden bestimmt. So werden die Übungen fair und den durchschnittlichen körperlichen Umständen entsprechend bewertet. Das Deutsche Sportabzeichen ist bereits für Schulen konzipiert. Das Kompetenzwerk Sportunterricht (KNSU) bietet auf seiner digitalen Plattform foto- und videogestützte Lernstufenpläne zum Deutschen Sportabzeichen an, die direkt in der Schule umgesetzt werden können. Seit 2024 können die Lehrer die Sportabzeichen-Daten und Leistungen über eine extra eingerichtete digitale Plattform (sportabzeichen-digital.de) verwalten und einreichen, was den Prozess vereinfacht. Das Deutsche Sportabzeichen ist nicht nur eine besondere Auszeichnung, sondern wird auch in sicherheits- und dienstleistungsbezogenen Bereichen, wo physische Leistungsfähigkeit eine Rolle spielt wie zum Beispiel bei der Polizei, Zoll oder Bundeswehr benötigt. Zudem dient es oft als Nachweis für Bewerbungen oder Ausbildungen, wodurch Schülern berufliche Chancen eröffnet werden. Von einigen Krankenkassen wird der Erwerb des Sportabzeichens als Ausweis der eigenen Gesundheitsvorsorge für deren Bonusprogrammen anerkannt. Das Deutsche Sportabzeichen sollte daher verpflichtend für Schulen, aber nicht verpflichtend für Schüler sein, sondern als optionales Angebot für Schüler eingeführt werden. Da es verschiedene Disziplinen abdeckt, kann es Schüler dazu anregen, über den regulären Sportunterricht hinaus aktiv zu werden. Es ist ein wertvolles Instrument zur Förderung und Bewegung. Daher sollte es als zusätzlicher Vermerk im Zeugnis erwähnt werden, um sportliches Engagement zu würdigen, ohne Benachteiligungen zu riskieren oder den pädagogischen Ansatz des Sportunterrichts zu untergraben. Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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