Deutsche Diabetes Stiftung
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Deutsche Diabetes Stiftung
Tätigkeit: Privatrechtliche Organisation mit Anerkennung der Gemeinnützigkeit nach Abgabenordnung
Die Deutsche Diabetes Stiftung hat sich mit weiteren 24 wissenschaftlich-medizinischen Fachgesellschaften, Verbänden und Forschungseinrichtungen zusammengeschlossen zur Deutschen Allianz Nichtübertragbare Krankheiten. Um die Ausbreitung nichtübertragbarer Krankheiten einzudämmen, fordert die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten von den politisch Verantwortlichen die Umsetzung konkreter Maßnahmen, die alle Bürgerinnen und Bürger im Alltag erreichen. Die Interessenvertretung wird ausschließlich über diesen Zusammenschluss und stets in abgestimmter Kooperation ausgeübt, indem Gespräche mit Vertreterinnen und Vertretern der Bundesministerien sowie mit Mitgliedern des Deutschen Bundestags gesucht und geführt werden, um für mehr Maßnahmen der Verhältnisprävention zu werben und wissenschaftliche Notwendigkeit von Prävention zu vermitteln. Die Deutsche Allianz Nichtübertragbare Krankheiten formuliert außerdem Forderungspapiere und offene Briefe, geht mit aktiver Pressearbeit und bei Veranstaltungen mit politisch Aktiven ins Gespräch.
Interessenbereiche: Gesundheitsförderung; Lebens- und Genussmittelindustrie; Werbung; Sonstiges im Bereich "Landwirtschaft und Ernährung"
Regelungsvorhaben:
- Täglich mindestens eine Stunde Bewegung in Kita und Schule: Der Lebensstil wird in jungen Jahren geprägt. Viele Kinder bewegen sich heute zu wenig. Regelmäßige körperliche Aktivität zu fördern, um die weit verbreitete Bewegungsarmut zu bekämpfen, ist eine wesentliche Maßnahme zur Prävention von Übergewicht und Adipositas. Deshalb gehört eine Stunde Bewegung täglich auf den Stundenplan für Schulen und Kitas, da nur dort alle Kinder und Jugendlichen erreicht werden.
Eine tägliche Schulsportstunde kann die natürliche Bewegungsfreude von Kindern fördern und auch weniger bewegungstalentierte Heranwachsende zu sportlicher Betätigung motivieren. Dazu sollte der herkömmliche Schulsport, in dem gezielt einzelne Sportarten vermittelt werden, durch zusätzliche spielerische Elemente ergänzt werden.
- Adipogene Lebensmittel besteuern und gesunde Lebensmittel entlasten (Zucker- / Fettsteuer): Der Lebensmittelpreis kann das Verbraucherverhalten stark beeinflussen. In Deutschland sind vor allem ungesunde, stark verarbeitete Lebensmittel und Getränke mit hohem Zucker-, Salz- oder Fettgehalt billig – diese tragen zum Anstieg des Übergewichts in der Bevölkerung bei. Die WHO empfiehlt, politische Maßnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, einerseits den Zucker-, Fett- und Salzgehalt in Lebensmitteln zu reduzieren und andererseits den Konsum von gesunden Lebensmitteln zu fördern. Eine differenzierte Lebensmittelsteuer, die ungesunde Lebensmittel verteuert und gesunde Lebensmittel verbilligt, kann eine gesunde Ernährung unterstützen. Länder wie Dänemark, Ungarn, Finnland und Frankreich haben bereits differenzierte Lebensmittelsteuern eingeführt.
- Verbindliche Qualitätsstandards für die Kita- und Schulverpflegung: Kita und Schule übernehmen beim gesunden Aufwachsen von Kindern eine wichtige Rolle, da sie sich mit dem steigenden Anteil an Ganztagesschulen immer mehr zum zentralen Lebensort von Kindern und Jugendlichen entwickeln. Infolgedessen essen Kinder auch immer häufiger in der Schule. Die Zusammensetzung und Qualität des täglichen Essens beeinflusst nicht nur die körperliche und geistige Entwicklung der Kinder und Jugendlichen, sondern bestimmt auch maßgeblich, wie sich ihr Ernährungsverhalten bis ins Erwachsenenalter ausbildet und verfestigt.
Die Schulverpflegung spielt daher nicht nur eine zentrale Rolle in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen, sondern kann auch einen nachhaltigen Beitrag zum Gesundheitsverhalten in der Bevölkerung insgesamt leisten.
- Mehr Kinderschutz in der Lebensmittelwerbung: Die Lebensmittelindustrie bewirbt fast ausschließlich ungesunde Nahrungsmittel, die viel Zucker, Fett oder Salz enthalten und welche die Entstehung von Übergewicht fördern. Da die Ernährungsgewohnheiten in Kindheit und Jugend geprägt und dann zu einem hohen Grad im Erwachsenenalter beibehalten werden, versucht die Lebensmittelindustrie, Kinder als Kunden von morgen mit Hilfe spezieller Kinderprodukte und entsprechender Werbung frühzeitig an Marken und Produkte zu binden. Daten belegen, dass Kindermarketing das Risiko erhöht, überschüssiges Gewicht zuzulegen. Freiwillige Selbstverpflichtungen der Industrie haben sich als wirkungslos erwiesen. Daher sind verpflichtende Regelungen nötig.
Relationen
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