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Spitzensportförderung - Duale Karriere für Spitzensportler stärken

dip / drucksache 09.06.2026 · WP 21 · 21/6358 · Antrag · Original ↗

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Spitzensportförderung - Duale Karriere für Spitzensportler stärken Antrag der Abgeordneten Jörn König, Lars Schieske, Thomas Korell, Andreas Bleck, Edgar Naujok, Bastian Treuheit, Alexander Arpaschi, Carsten Becker, Dr. Christoph Birghan, Joachim Bloch, Dr. Michael Blos, Erhard Brucker, Tobias Ebenberger, Mirco Hanker, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze, Nicole Hess, Karsten Hilse, Steffen Janich, Dr. Malte Kaufmann, Kurt Kleinschmidt, Heinrich Koch, Achim Köhler, Manuel Krauthausen, Sergej Minich, Denis Pauli, Tobias Matthias Peterka, Arne Raue, Dr. Rainer Rothfuß, Manfred Schiller, Dr. Paul Schmidt, Martina Uhr, Dr. Daniel Zerbin, Jörg Zirwes und der Fraktion der AfD Spitzensportförderung – Duale Karriere für Spitzensportler stärken Der Bundestag wolle beschließen: I. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Mit der Reform der Spitzensportförderung soll der Spitzensport in Deutschland wieder attraktiver, international wettbewerbsfähiger und zukunftsfest ausgestaltet werden. Ziel der Reform ist es, den deutschen Spitzensport durch mehr Transparenz, Planbarkeit und weniger Bürokratie zurück an die Weltspitze zu führen. Um sportliche Ergebnisse zu optimieren und Spitzenerfolge zu erreichen, sollen die Athleten neben ihrer sportlichen auch in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung unterstützt werden. So sollen Athleten ohne Sportförderstelle erstmals direkten Zugang zu staatlich unterstützten Ausbildungs- und Studienperspektiven erhalten (§ 5 Abs. 1 des Sportfördergesetzes). Das ist ein wichtiger Schritt, denn eine von dem Potenzialanalysesystem (PotAS) initiierte Umfrage zeigt, dass sich viele Athleten um ihre Zukunft sorgen.1 Zum Ende der Schulzeit stellt sich für alle Leistungs- und Nachwuchsleistungssportler die Frage, wie sich Spitzensport und Ausbildung oder Studium miteinander vereinbaren lassen. Häufig wird dabei der Sport zugunsten der beruflichen Zukunft aufgegeben. Das vom DOSB entwickelte und fortgeschriebene Zehn-Punkt-Programm zur dualen Karriere2 ist zwar im Ansatz richtig, die Umsetzung in der Praxis erweist sich jedoch als nicht durchgängig machbar. Trotz vorhandener Fördermöglichkeiten bestehen erhebliche Probleme wie unterschiedliche Zulassungsvoraussetzungen je Bundesland bei der Vorabquote, Ausnahme von Numerus-Clausus-Fächern wie Medizin von der Vorabquote, unzureichende Unterstützung an den Partnerhochschulen des Spitzensports, fehlende Flexibilität im Studium und Schwierigkeiten bei der Suche nach Ausbildungsplätzen. 1 file:///P:/RESTORE/datensicherung/NB030/Documents/04%20Parlamentari- sche%20Abl%C3%A4ufe/1pgf/20230403_Anforderungs-und%20Bewertungsleitfaden_SoSp24_final.pdf 2 www.dosb.de/themen/leistungssport/duale-karriere# Deutscher Bundestag Drucksache 21/6358 21. Wahlperiode 09.06.2026 Wegen der hohen zeitlichen Belastungen durch Training und Wettkämpfe ist der Leistungssport und eine Ausbildung oder ein Studium nur dann erfolgreich zu vereinbaren, wenn die Rahmenbedingungen an den Hochschulen, Ausbildungs- und Anstellungsbetrieben möglichst optimal auf die Anforderungen des Spitzensports ausgerichtet sind. Es ist daher erforderlich, geeignete Maßnahmen zu ergreifen. II. Der Deutsche Bundestag fordert daher die Bundesregierung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel auf, sich im Verbund mit den Ländern dafür einzusetzen, dass 1. landesspezifisch Vorabquoten Leistungssport für die Vergabe von Studienplätzen festgeschrieben werden; 2. landespezifisch eine Vorabquote Leistungssport mit der Stiftung für Hochschulzulassung für die Numerus-Clausus-Studienfächer Medizin, Pharmazie, Tiermedizin und Zahnmedizin vorgehalten wird; 3. einfachere Regelungen beim Wechsel des Studienganges und/oder des Studienorts eingesetzt werden; 4. flächendeckend mit Hochschulen als Partnerhochschulen des Spitzensports kooperiert wird; 5. zusammen mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) ein Gesamtkonzept entwickelt wird, das klare Regeln und standardisierte Abläufe der Zusammenarbeit aller Teilbereiche zugrunde legt; 6. Anreize für Firmen geschaffen werden, Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Leistungssportler zu schaffen; 7. Firmen dabei unterstützt werden, spezielle Recruiting-Maßnahmen zur Gewinnung von Spitzensportlern zu entwickeln. Berlin, den 9. Juni 2026 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und die Fraktion Begründung Spitzensportler gelten als Vorbilder für gesellschaftliche Werte und übernehmen eine wichtige Repräsentationsfunktion. In der heutigen Zeit reicht es nicht aus, optimale Trainings- und Wettkampfbedingungen zu schaffen. Vielmehr muss das Ziel sein, bundeseinheitliche Rahmenbedingungen für eine Berufsausbildung oder - qualifikation zu schaffen, um die Sportler bestmöglich zu unterstützen. Schwerpunkte der länderübergreifenden Zusammenarbeit sind Hochschulquoten, flexible Studienbedingungen und die Auszeichnung spitzensportfreundlicher Betriebe.3 Generell gilt: Wer als Athlet ein Studium oder eine Ausbildung mit der Spitzensportkarriere vereinbaren will, steht vor erheblichen strukturellen und zeitlichen Herausforderungen. Diejenigen, die zum Zoll, zur Bundeswehr oder zur Bundespolizei gehen, können sich intensiv auf ihre sportliche Karriere konzentrieren und durchlaufen dazu parallel eine berufliche Ausbildung beim jeweiligen Träger. Anders ist es bei den Athleten, die sich nicht für eine staatliche Spitzensportförderung entscheiden. Grundsätzlich sind sie an den Ort gebunden, an dem das Training stattfindet, das heißt, Studien- oder Ausbildungsort müssen 3 www.dosb.de/themen/leistungssport/duale-karriere zumindest in der Nähe der Trainingsstätte liegen. Das schränkt wiederum auch die Wahl des Studiengangs oder Ausbildungsplatzes ein. Für denjenigen, der sich für ein Studium entscheidet, wird die Zulassung zum Studium über die Vorabquote erleichtert. 13 Länder haben in ihrem „Gesetz über die Zulassung zum Hochschulstudium“4 eine derartige Quote bereits geregelt, um die Zulassung zum Studium zu vereinfachen. Fächer mit einem bundesweiten Numerus Clausus wie z. B. Medizin, Zahnmedizin, Pharmazie und Tiermedizin sind von den landesspezifischen Vorabquoten allerdings teilweise ausgenommen. Eine bundeseinheitliche Regelung wäre nicht nur wünschenswert, sondern notwendig. An den „Partnerhochschulen des Spitzensports“ sollen studierende Spitzensportler unterstützt werden, in dem auf die Bedürfnisse der Athleten besonders Rücksicht genommen wird – wie mit flexiblen Studienstrukturen, individuellen Prüfungsregelungen und digitalen Lehrangeboten. Dennoch zeigt sich vielfach in der Praxis, dass auch an den Partnerhochschulen studierende Athleten vom Wohlwollen einzelner Dozenten und Professoren abhängig sind.5 Zudem müssen mehr Hochschulen als Partner gewonnen werden, um den Bedarf zu decken. Im Wintersemester 2024/2025 zählen von den insgesamt 422 Hochschulen bundesweit nur 119 zu den „Partnerhochschulen des Spitzensports“.6 Aus der Erfahrung der letzten Jahre heraus müssen die Kooperationen mit den Partnern weiterentwickelt werden mit dem Ziel, noch mehr Flexibilisierung und Individualisierung zu erreichen. Wer sich für eine Berufsausbildung entscheidet, legt sich früh auf einen bestimmten Beruf und eine Branche fest. Für einen Leistungssportler ist es immer noch schwierig, eine Ausbildungsstelle und einen Arbeitgeber zu finden, der bereit ist, Arbeitszeiten individuell an den Trainingsplan anzupassen und den Sportler in trainingsintensiven Zeiten vor den Wettkämpfen freizustellen. Es bestehen bisher quantitativ und qualitativ keine ausreichenden Angebote. Es muss deshalb proaktiv kommuniziert werden, dass beide Seiten von einer Partnerschaft zwischen Sport und Wirtschaft profitieren. Der Spitzensport vermittelt Werte wie Leistungsbereitschaft, Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen, Teamgeist und Fair-Play – alles Eigenschaften, die auch im Berufsleben besonders gefordert sind. Ebenso ist es wichtig, für Ausbildungsbetriebe Anreize zu schaffen. Manche Bundesländer haben das Potential bereits erkannt und zeichnen Unternehmen als „Partnerbetrieb des Spitzensports“ aus,7 was diesen wiederum hohe Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit bringt. An den Olympischen Stützpunkten bestehen zum Teil eine Vielzahl an Zusammenschlüssen mit Unternehmen. Allerdings handelt es sich meist um regionale Kontakte. Auch hier gilt es, bundesweit zu denken und eine bessere Vernetzung überregional zu schaffen. Der Spitzensport ist ein relevanter Faktor für die Attraktivität des Standorts Deutschland. Die Förderung des Spitzensports liegt daher im öffentlichen Interesse. Insofern ist die Thematik der Dualen Karriere entscheidend für die Gestaltung der Zukunft des deutschen Leistungssports. 4 Als Beispiel: Gesetz über die Zulassung zum Hochschulstudium in Hamburg, www.landesrecht-hamburg.de/bsha/document/jlr-HSchulZulG- HAV14P3 5 www.deutschlandfunk.de/sport-am-samstag-duale-karriere-spitzensport-102.html 6 www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Hochschulen/Tabellen/hochschulen-hochschularten.html 7 www.baden-wuerttemberg.de/de/service/presse/pressemitteilung/pid/21-unternehmen-als-partnerbetrieb-des-spitzensports-ausgezeichnet Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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