Entwicklung rechtsextremer Taten und rechtsextremen Personenpotenzials in Deutschland
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Entwicklung rechtsextremer Taten und rechtsextremen Personenpotenzials in Deutschland
Deutscher Bundestag Drucksache 21/4551
21. Wahlperiode 05.03.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Irene Mihalic, Marcel Emmerich, Dr. Konstantin
von Notz, Marlene Schönberger, Schahina Gambir, Helge Limburg,
Lukas Benner, Lamya Kaddor, Leon Eckert, Dr. Lena Gumnior und
der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Entwicklung rechtsextremer Taten und rechtsextremen Personenpotenzials in
Deutschland
Seit Jahren sind in Deutschland gefährliche rechtsextreme und
rechtsterroristische Entwicklungen zu beobachten. Diese zeigen sich nicht nur in den
kontinuierlich hohen bzw. steigenden Fallzahlen der Politisch motivierten Kriminalität
(PMK) im Phänomenbereich „rechts“, sondern auch in der zunehmenden
Aktivität, Vernetzung und teilweisen Radikalisierung rechtsextremer und
rechtsterroristischer Gruppierungen und Einzelpersonen. Dabei spielen auch
verschiedene Reichsbürgergruppen eine relevante Rolle, die jedoch von den
Sicherheitsbehörden noch immer als eigener Phänomenbereich und nicht als
rechtsextremistisch eingeordnet werden. Nach Auffassung der fragestellenden Fraktion
sind Reichsbürger aufgrund ihrer antisemitischen, völkischen,
geschichtsrevisionistischen und demokratiefeindlichen Weltanschauung eindeutig dem
rechtsextremen Einstellungsspektrum zuzuordnen. Vor diesem Hintergrund möchte
die fragenstellende Fraktion einen Überblick über Entwicklungen des
rechtsextremen Personenpotenzials, rechtsextremer Straftaten und aktueller
Bedrohungsszenarien erhalten.
Die fragenstellende Fraktion bittet die Bundesregierung, den Stichtag für die
Veröffentlichung der PMK-Zahlen 2025 (31. Januar 2026) bei der
Beantwortung der Kleinen Anfrage zu berücksichtigen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie hoch ist Stand Februar 2026 das rechtsextreme Personenpotenzial in
Deutschland insgesamt, bitte aufschlüsseln nach
a) Parteien,
b) parteiunabhängigen bzw. parteiungebundenen Strukturen und
c) weitgehend unstrukturiertem Personenpotenzial?
2. Wie viele Personen werden dem gewaltorientierten Rechtsextremismus
zugerechnet?
3. Wie viele rechtsextremistische Straftaten wurden im Jahr 2025 verübt
(bitte nach Straf- und Gewalttaten und nach Bundesländern und
Geschlecht der Täterinnen und Täter aufschlüsseln)?
4. Wie viele politisch motivierte Gewalt- und Tötungsdelikte gab es im Jahr
2025, und welcher PMK-Kategorie werden diese jeweils zugeordnet?
5. Wie viele nicht vollstreckte Haftbefehle liegen aktuell gegen Personen der
rechtsextremistischen Szene vor?
6. Wie viele Personen ordnet die Bundesregierung Stand 1. Januar 2026 dem
Reichsbürger/Selbstverwalter-Spektrum zu?
7. Wie viele der Reichsbürger/Selbstverwalter werden dem
rechtsextremistischen Spektrum zugeordnet?
8. In welche weiteren Untergruppierungen wird dieses Personenspektrum
aus dem Reichsbürger/Selbstverwalter-Spektrum von den
Sicherheitsbehörden unterteilt?
9. Was sind die fünf personell größten Reichsbürger/Selbstverwalter-
Gruppierungen, und in welchen Regionen sind sie aktiv (bitte nach
Bundesländern aufschlüsseln)?
10. Wie viele nicht vollstreckte Haftbefehle liegen aktuell gegen sog.
Reichsbürger/Selbstverwalter vor?
11. Wie bewertet die Bundesregierung auf Grundlage der aktuellen Zahlen
und Lageerkenntnisse die Gefahr von Terroranschlägen oder anderen
Angriffen durch rechtsextreme Gruppierungen sowie insbesondere auch von
sog. radikalisierten Einzeltätern, und inwiefern unterscheiden sich diese
nach aktuellen Lageeinschätzungen in Motivlage, Gefährdungspotenzial
und Unterstützungsnetzwerken von anderen Gruppierungen?
12. Welche spezifischen Bedrohungsszenarien hält die Bundesregierung
derzeit für wahrscheinlich, und wie werden diese Szenarien in den Risiko-
und Einsatzplanungen der Sicherheitsbehörden berücksichtigt?
13. Erkennt die Bundesregierung Einfluss ausländischer Akteure auf
rechtsextreme Radikalisierungsprozesse und die Verbreitung von
rechtsextremen Narrativen im Netz, wenn ja, in welcher Form, und durch
welche Akteure?
14. Welche Bedeutung misst die Bundesregierung ausländischer
Einflussnahme im Bereich rechtsextremer Aktivitäten und Strukturen in Deutschland
zu?
Berlin, den 4. März 2026
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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