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Überlebenschancen von Dialysepatienten verbessern - Cross-over-Lebendspende als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung erlauben

dip / drucksache 09.09.2025 · WP 21 · 21/1566 · Antrag · Original ↗

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Überlebenschancen von Dialysepatienten verbessern - Cross-over-Lebendspende als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung erlauben [Deutscher Bundestag Drucksache 21/1566 21. Wahlperiode 09.09.2025 Antrag der Abgeordneten Martin Sichert, Claudia Weiss, Dr. Christina Baum, Carina Schießl, Thomas Dietz, Dr. Christoph Birghan, Kerstin Przygodda, Kay-Uwe Ziegler, Alexander Arpaschi, Joachim Bloch, Dr. Michael Blos, René Bochmann, Erhard Brucker, Tobias Ebenberger, Hauke Finger, Rainer Galla, Alexis L. Giersch, Rainer Groß, Lars Haise, Udo Theodor Hemmelgarn, Stefan Henze, Olaf Hilmer, Nicole Höchst, Fabian Jacobi, Steffen Janich, Dr. Malte Kaufmann, Rocco Kever, Kurt Kleinschmidt, Pierre Lamely, Angela Rudzka, Lars Schieske, Jan Wenzel Schmidt, Georg Schroeter, Martina Uhr, Dr. Alexander Wolf, Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD Überlebenschancen von Dialysepatienten verbessern – Cross-over-Lebendspende als Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung erlauben Der Bundestag wolle beschließen: I. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Über 10.000 Dialysepatienten stehen auf der Warteliste für eine Spenderniere.1 Wegen der zu geringen Zahl der Spenderorgane beträgt die Wartezeit im Durchschnitt sechs bis acht Jahre.2 Dass Wartezeiten nicht noch ansteigen, liegt daran, dass viele Dialysepatienten versterben, bevor sie ein neues Organ erhalten.3 Mit der Dauer der Wartezeit nehmen die Erfolgsaussichten einer erfolgreichen Nierentransplantation außerdem ab, wodurch die Spenderorgane nicht optimal genutzt werden können. Die Alternative zum Warten auf ein postmortal entnommenes Organ ist die Lebendspende. Sie zeigt gegenüber der postmortalen Transplantation bessere Ergebnisse hinsichtlich der Langzeitüberlebenszeit des Organs. Darüber hinaus macht der Empfänger einen Platz auf der Warteliste für einen anderen Dialysepatienten frei. Die in Deutschland erlaubte Lebendnierenspende an Personen, denen der Spender in besonderer Weise nahesteht, scheitert aber in ca. einem Drittel der Fälle an Unverträglichkeiten. Abhilfe würde die Überkreuz-Lebendspende („Cross-over-Spende“) schaffen, bei der zwei geeignete Spender-Empfänger-Paare die gespendeten Organe untereinander tauschen.4 1 https://de.statista.com/statistik/daten/studie/239533/umfrage/personen-auf-der-eurotransplant-warte listefuer-organspenden-nach-organ/ 2 www.bundesverband-niere.de/informationen/transplantation#:~:text=Die%20Wartezeit%20auf%20eine- %20Nierentransplantation,Durchschnitt%20bei%206%2D8%20Jahren. 3 www.dnn.de/Dresden/Lokales/Fehlende-Organe-Jeden-Monat-sterben-zwei-Patienten-von-der-Leipziger- Warteliste 4 www.bundestag.de/resource/blob/516746/ac696b4c3b23179e7b61d0d552a19aa4/wd-9-022-17-pdf- data.pdf II. Der Deutsche Bundestag fordert die Bundesregierung auf, einen Gesetzentwurf vorzulegen, mit dem sichergestellt wird, dass 1. die Überkreuz-Lebendspende von Nieren in Deutschland durchgeführt werden darf; 2. die organisatorischen Voraussetzungen zur Identifizierung der passenden Spender-Empfänger-Paare geschaffen werden können und 3. diese Eingriffe von der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) bezahlt werden können. Berlin, den 9. September 2025 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion Begründung In den Medien wurde über Fälle berichtet, in denen deutsche Spender-Empfänger-Paare nach Spanien reisten, um die Eingriffe dort von deutschen Ärzten vornehmen zu lassen. Mal wurde das von der GKV bezahlt, mal nicht.5,6 Selbst die regelmäßige Übernahme der Kosten der Eingriffe im EU-Ausland durch die GKV kann keine sinnvolle Lösung sein. Warum sollten deutsche Ärzte deutschen Patienten nur im Ausland helfen dürfen? Das muss auch in Deutschland erlaubt sein. Die GKV soll die Kosten dafür übernehmen können. Der 125. Deutsche Ärztetag hat sich im November 2021 dafür ausgesprochen, § 8 Absatz 1 des Transplantationsgesetzes (TPG) entsprechend zu erweitern.7 Jede erfolgreich durchgeführte Nierentransplantation hat nicht nur Vorteile für den Kranken, sondern entlastet darüber hinaus finanziell. Ohne Fahrtkosten, Arzneimittel usw. kostet eine Dialyse über 20.000 Euro pro Jahr8, eine Nierentransplantation einmalig 50.000 bis 65.000 Euro.9 Die Zulassung der Cross-over-Lebendspende wird von Experten u. a. der Rechtswissenschaften und der Nephrologie unterstützt. Betont wurde dabei, dass es keine Hinweise darauf gäbe, dass damit das Risiko des Organhandels erhöhen würde. Derartige Sorgen hätten sich „in keinem westlichen Staat bestätigt“.10 5 www.stern.de/gesundheit/organspende-niere-ringtausch-tausch-simone-reitmaier-6939720.html 6 www.aerzteblatt.de/nachrichten/102505/Kassen-muessen-Lebendspenden-im-Ausland-nur-bei-Einhaltung-deutschen-Rechts-bezahlen 7 www.aerzteblatt.de/nachrichten/128663/Aerztetag-spricht-sich-fuer-Cross-over-Lebendspende-aus 8 www.kbv.de/tools/ebm/html/40823_2900021000758263251424.html 9 www.transplant-wissen.de/kosten-einer-leber-bzw-nierentransplantation/#:~:text=4%2C5-,Wie%20viel%20kostet%20eine%20 Nierentransplantation%3F,Durchschnitt%20zwischen%2050.000%20%E2%80%93%2065.000%20Euro. 10 www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2023/kw17-pa-gesundheit-cross-over-941598 Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333]

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