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Rede von Hansjörg Durz (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Deutscher Raketenstart Isar Aerospace – Ausdruck eines erfolgreichen Wissenschafts- und Forschungsstandortes Deutschland

dip / rede 24.09.2026 · WP 21 · Original ↗

Teil von Protokoll der 96. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP ZP 3: Aktuelle Stunde: Deutscher Raketenstart Isar Aerospace – Ausdruck eines erfolgreichen Wissenschafts- und Forschungsstandortes Deutschland.

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Rede von Hansjörg Durz (CDU/CSU) – Aktuelle Stunde: Deutscher Raketenstart Isar Aerospace – Ausdruck eines erfolgreichen Wissenschafts- und Forschungsstandortes Deutschland Sehr geehrte Frau Präsidentin! Verehrte Kolleginnen und Kollegen! Meine sehr geehrten Damen und Herren! Manchmal braucht es nur wenige Momente, um zu zeigen, wie sich die Zukunft eines Landes verändern kann. Am 5. September war genau so ein Moment. Vom norwegischen Weltraumbahnhof Andøya ist die Rakete Spectrum des deutschen Start-ups Isar Aerospace gestartet und hat erfolgreich die Umlaufbahn erreicht. Das ist weit mehr als ein erfolgreicher Raketenstart. Es ist ein Signal: Deutschland kann Technologie. Deutschland kann Hightech. Deutschland kann Raumfahrt. Isar Aerospace hat mit der zweiten Spectrum-Mission erstmals erfolgreich Satelliten in die Umlaufbahn gebracht. Damit ist das Unternehmen das erste kommerzielle europäische Unternehmen, dem ein solcher Orbitalflug von Kontinentaleuropa aus gelungen ist. Dazu möchte ich auch noch mal dem Team von Isar Aerospace aus Ottobrunn bei München ganz herzlich gratulieren. Denn hinter diesem Erfolg stehen nicht nur einige Minuten Flugzeit, dahinter stehen Jahre voller Forschung, Entwicklung, Rückschläge, neuer Versuche und ganz viel Mut. Und genau das ist Unternehmertum. Meine Damen und Herren, dieser Erfolg zeigt aber auch, wie wichtig der richtige politische Rahmen ist. Deutschland hat bei den Mikrolaunchern, also bei den kleinen Trägerraketen, einen anderen Weg eingeschlagen als bei vielen klassischen Großprojekten. Wir haben nicht gesagt: Der Staat entwickelt die Rakete. – Wir haben gesagt: Der Staat schafft Wettbewerb, schafft einen Rahmen und wird zum ersten Kunden. – Genau das war der Gedanke hinter dem Mikrolauncher-Wettbewerb der Deutschen Raumfahrtagentur im DLR. Wir fördern nicht eine bestimmte Technologie, wir fördern Wettbewerb, und wir fördern Wettbewerb um die beste Technologie. Genau das zahlt sich aus. Isar Aerospace ist heute ein international beachtetes Raumfahrtunternehmen. Das Unternehmen baut seine Produktionskapazitäten aus und hat bereits weitere kommerzielle Aufträge gewonnen. Aber – und das ist ebenso wichtig – Isar Aerospace ist gar nicht allein. Deshalb richtet sich unser und mein Blick auch in meine Heimat, nach Augsburg. Dort arbeitet die Rocket Factory Augsburg an ihrer RFA ONE. Auch die Rocket Factory hat im Rahmen des deutschen Mikrolauncher-Wettbewerbs den Zuschlag erhalten und ist inzwischen Teil der europäischen Launcher-Initiative. Die ersten Raketenstufen wurden bereits zum Weltraumbahnhof nach SaxaVord gebracht. Auch HighImpulse aus Neuenstadt gehört zu diesem neuen deutschen Raumfahrtökosystem. Das ist genau die Entwicklung, die wir wollen: Mehrere Unternehmen, unterschiedliche Konzepte, Wettbewerb um Kunden, Wettbewerb um Innovation, einfach Wettbewerb um die beste Lösung. Meine Damen und Herren, genau diesen Ansatz verfolgen wir konsequent weiter. Ministerin Dorothee Bär hat diesen Ansatz mit der European Launcher Challenge der ESA auch auf europäischer Ebene verankert und ganz stark nach vorne gebracht. Ziel ist ausdrücklich, den europäischen Zugang zum Weltraum unabhängiger und wettbewerbsfähiger zu machen. Das ist die richtige Antwort auf einen globalen Raumfahrtmarkt, auf dem Unternehmen wie SpaceX Maßstäbe setzen. Denn Zugang zum Weltraum ist heute nicht mehr nur eine Frage von Wissenschaft und Forschung. Es ist immer mehr auch eine Frage von Souveränität. Satelliten ermöglichen Kommunikation, Navigation, Erdbeobachtung und Wettervorhersagen. Sie spielen damit eine immer größere Rolle für unseren Alltag, für unsere Wettbewerbsfähigkeit und vor allem auch für unsere Sicherheit. Deshalb brauchen wir einen eigenständigen und resilienten europäischen Zugang zum All. Wir sehen gerade, wie daraus Realität wird. Unsere Ariane-Rakete bleibt natürlich eine wichtige Säule der europäischen Raumfahrt, aber daneben entsteht etwas Neues: eine junge, private, innovative Raumfahrtindustrie. Der erfolgreiche Spectrum-Start ist deshalb nicht das Ende einer Entwicklung; er ist der Anfang einer neuen. Und vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieses Starts: Wenn wir Wettbewerb zulassen, wenn wir jungen Unternehmern etwas zutrauen und wenn der Staat nicht alles selbst machen will, sondern den richtigen Rahmen setzt, dann kann aus einer Idee etwas wirklich Großes werden. Deutschland hat den Anschluss an den Wettlauf ins All nicht verpasst. Wir sind auf dem Weg nach oben. Vielen Dank.

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