Rede von Rita Schwarzelühr-Sutter (Parl. Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit) – Fragestunde
Teil von Protokoll der 67. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages · TOP 2: Fragestunde.
Text
Rede von Rita Schwarzelühr-Sutter (Parl. Staatssekretärin beim Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit) – Fragestunde
Frau Präsidentin! Sehr geehrter Herr Kollege Wagner, die Bundesregierung verfügt über differenzierte Kenntnisse des volkswirtschaftlichen Nutzens von Ökosystemleistungen. Dazu gehören regelmäßig Daten über die Feinstaubfilterung durch Vegetation, die Kohlenstoffspeicherung durch Wälder, Moore, Wiesen sowie Meeres- und Küstenökosysteme, die Kühlung von Städten durch Stadtgrün, Ernteerträge aus Kulturpflanzen und den Holzzuwachs in Wäldern. Die Bundesregierung stützt sich dabei auf konkrete Zahlen des Statistischen Bundesamtes zu den physischen Ausprägungen, die auch öffentlich zugänglich sind, sowie auf die Klimaberichterstattung des Umweltbundesamtes. Auch zum Wasserrückhalt durch Böden und Vegetation liegen physische Leistungszahlen vor. Die regelmäßige Ableitung von Daten über Bestäubungsleistungen und Beiträge des Bodens zur Denitrifikation ist in Vorbereitung.
Die Nutzung der Daten erfolgt in der Zuständigkeit der einzelnen Ressorts. Das Bundesumweltministerium nutzt beispielsweise die Kenntnisse über die Klimaschutz- oder die Biodiversitätsleistung, um Programme zur Förderung von Ökosystemleistungen des Waldes zu gestalten. Die Förderung dieser Leistungen bringt einen erheblichen volkswirtschaftlichen Nutzen, der vom Markt nicht ausreichend vergütet werden kann.
Noch breiter setzt das Aktionsprogramm „Natürlicher Klimaschutz“ an; es soll die Klimaschutzfunktion der Ökosysteme bewahren und stärken, um die im Klimaschutzgesetz vorgegebenen Zielzahlen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen im Sektor „Landnutzung und Forstwirtschaft“ baldmöglichst zu erreichen. Regelmäßige Daten über Ökosystemleistungen unterstützen das diesbezügliche Monitoring.
Darüber hinaus fließen die Erkenntnisse in die Maßnahmenfolgenabschätzung und die Zustandsbewertung im Rahmen der Umsetzung der europäischen Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie ein.
Relationen
- part_of → Protokoll der 67. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages
- part_of_vorgang → Bewertung des BMWE-Berichts zur Einstufung des Atomausstiegs als strategischer Fehler der EU
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