Frage von Dr. Rainer Kraft (AfD) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/5419)
Teil von Protokoll der 73. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.
Text
Frage von Dr. Rainer Kraft (AfD) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/5419)
Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der über die Straße von Hormus importierten Stickstoff- und Phosphatdünger, gemessen am Gesamtverbrauch in Deutschland, und welche konkreten Maßnahmen ergreift die Bundesregierung, um die deutschen Landwirte vor weiteren Preissteigerungen zu schützen (www.mena-watch.com/irankrieg-beeintraechtigt-duengemittel/)?
Antwort der Parl. Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf:
Die wichtigsten Herkunftsländer für Stickstoffimporte sind Russland, Ägypten und Algerien. Phosphatdünger werden vor allem aus Marokko und Russland importiert. Damit besteht keine direkte Importabhängigkeit von Ländern, die Düngemittel über die Straße von Hormus exportieren. Eine Verknappung von Düngemitteln auf dem Weltmarkt führt jedoch auch in Deutschland zu Preissteigerungen.
Die Bundesregierung beobachtet die Entwicklungen auf den Energie- und Düngemittelmärkten und die möglichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft sehr genau. Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat geht weiterhin davon aus, dass die Düngemittelversorgung der deutschen Landwirtschaft für dieses Frühjahr grundsätzlich gesichert ist. Vor diesem Hintergrund sind mit Blick auf die aktuelle Markt- und Versorgungslage bei Düngemitteln in Deutschland derzeit keine direkten finanziellen Unterstützungsmaßnahmen für die Landwirtschaft vorgesehen. Unabhängig davon hat der Koalitionsausschuss am 12. April 2026 Maßnahmen zur Energiesteuersenkung beschlossen, von denen auch die Landwirtschaft profitieren wird.
Die Lage wird kontinuierlich analysiert. Parallel dazu findet ein Austausch mit Vertretern der relevanten Wirtschaftszweige (Landwirtschaft, Agrarhandel, Industrie) statt.
Parallel begleitet die Bundesregierung aktiv die von der EU-Kommission angekündigten Vorhaben wie den zeitweiligen Verzicht auf Düngerimporte aus Drittstaaten (ausgenommen Düngemittel mit Ursprung in Russland und Weißrussland) und die Erarbeitung eines Aktionsplans Düngemittel. Ziel ist es, die Resilienz des Sektors zu stärken und dafür sowohl finanziell tragbare Düngemittelpreise für die Landwirtschaft als auch eine krisenfeste EU-Düngemittelproduktion zu erreichen.
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