Konsequenzen der Blockade der Straße von Hormus für Düngertransporte nach Deutschland - Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernährungssicherheit reduzieren (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4946)
Text
Konsequenzen der Blockade der Straße von Hormus für Düngertransporte nach Deutschland - Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernährungssicherheit reduzieren (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/4946)
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5385
21. Wahlperiode 15.04.2026
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (10. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Bernd Schattner, Stephan Protschka, Peter
Felser, weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/4946 –
Konsequenzen der Blockade der Straße von Hormus für Düngertransporte nach
Deutschland – Auswirkungen auf Landwirtschaft und Ernährungssicherheit
reduzieren
A. Problem
Die antragstellende Fraktion stellt dar, dass die Sperrung der Straße von Hormus
negative Auswirkungen auf den weltweiten Handel mit Vorprodukten für die
Herstellung von Düngemitteln habe. Die Fraktion sieht ein wachsendes Risiko in der
zunehmenden strukturellen Importabhängigkeit Europas bei zentralen
landwirtschaftlichen Betriebsmitteln, da sie die Verwundbarkeit gegenüber geopolitischen
Krisen, Handelskonflikten und Beeinträchtigungen internationaler Transportwege
erhöhe. Die Produktionskapazität für Stickstoffdünger in Deutschland und den
EU-Staaten sei teilweise zurückgegangen. Zu den Ursachen zählten hohe
Energiepreise, steigende regulatorische Belastungen und wirtschaftliche
Unsicherheiten für energieintensive Industrien. Zudem habe China seine Exporte von
Stickstoff-Kalium-Düngemittelmischungen, Harnstoff und Phosphat in der jüngeren
Vergangenheit zum Teil drastisch reduziert. Einschränkungen der Versorgung
oder starke Preissteigerungen bei Düngemitteln könnten zu sinkenden Erträgen,
steigenden Produktionskosten und höheren Lebensmittelpreisen führen.
Darüber hinaus wirft die antragstellende Fraktion die Frage auf, inwiefern die
Sperrung der Straße von Hormus von der Europäischen Kommission dazu genutzt
werde, die im Europäischen Green Deal formulierten Ziele Dekarbonisierung und
Ersatz energieintensiver Düngemittel voranzutreiben.
Die Bundesregierung solle Maßnahmen ergreifen, welche die Versorgung mit
landwirtschaftlichen Produktionsmitteln langfristig sichern, die Abhängigkeiten
von einzelnen Lieferregionen reduzieren und die Rahmenbedingungen für eine
wettbewerbsfähige Produktion in Deutschland und den EU-Staaten verbessern
sollen.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Wurden nicht erörtert.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/4946 abzulehnen.
Berlin, den 15. April 2026
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Hermann Färber
Vorsitzender
Caroline Bosbach
Berichterstatterin
Bernd Schattner
Berichterstatter
Dr. Franziska Kersten
Berichterstatterin
Karl Bär
Berichterstatter
Marcel Bauer
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Caroline Bosbach, Bernd Schattner, Dr. Franziska
Kersten, Karl Bär und Marcel Bauer
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat in seiner 68. Sitzung am 26. März 2026 den Antrag der Fraktion der AfD auf
Drucksache 21/4946 an den Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur federführenden Beratung sowie
zur Mitberatung an den Auswärtigen Ausschuss, den Ausschuss für Wirtschaft und Energie, den
Verkehrsausschuss und den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union überwiesen.
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die antragstellende Fraktion fordert von der Bundesregierung unter anderem eine umfassende Risikoanalyse zu
den Folgen geopolitischer Konflikte, Einschränkungen internationaler Handelsrouten sowie steigender
Energiepreise auf die Versorgung Deutschlands mit Düngemitteln. Auf EU-Ebene soll sie prüfen, welche Auswirkungen
bestehende Handelsbeschränkungen oder Sanktionsregelungen auf die Versorgung mit Düngemitteln haben und
gegebenenfalls Anpassungen vornehmen. Sie soll die Importabhängigkeit bei Stickstoffdüngern und deren
Vorprodukten reduzieren, die Produktionskapazitäten für Ammoniak und Stickstoffdünger in Deutschland stärken
und die Rahmenbedingungen für energieintensive Industrien verbessern, um eine wettbewerbsfähige Produktion
von Düngemitteln in Deutschland langfristig zu sichern. Ferner soll die Bundesregierung energieeffiziente und
innovative Verfahren in der Düngerproduktion fördern und die Forschung zu effizienten Düngetechnologien,
Präzisionslandwirtschaft und Nährstoffrecycling ausbauen. Außerdem soll die Produktion von Düngemitteln nicht in
der CO2-Bilanzierung berücksichtigt werden. Landwirtschaftliche Betriebe sollen bei außergewöhnlichen und
kurzfristigen Preissteigerungen bei zentralen Betriebsmitteln entlastet werden. Die Bundesregierung soll darüber
hinaus zum Ausmaß der Exportbeschränkungen Chinas und deren Folgen für die deutsche Landwirtschaft Bericht
erstatten.
III. Stellungnahmen der mitberatenden Ausschüsse
Der Auswärtige Ausschuss hat in seiner 21. Sitzung am 15. April 2026 mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die
Ablehnung des Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/4946 empfohlen.
Der Ausschuss für Wirtschaft und Energie hat in seiner 31. Sitzung am 15. April 2026 mit den Stimmen der
Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der
AfD die Ablehnung des Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/4946 empfohlen.
Der Verkehrsausschuss hat in seiner 28. Sitzung am 15. April 2026 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU,
SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des
Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/4946 empfohlen.
Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat in seiner 22. Sitzung am 15. April 2026
mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die
Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/4946 empfohlen.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat den Antrag der Fraktion der AfD auf
Drucksache 21/4946 in seiner 22. Sitzung am 15. April 2026 abschließend ohne Debatte beraten und mit den Stimmen
der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD beschlossen, dem Deutschen Bundestag zu empfehlen, den Antrag auf Drucksache 21/4946 abzulehnen.
Berlin, den 15. April 2026
Caroline Bosbach
Berichterstatterin
Bernd Schattner
Berichterstatter
Dr. Franziska Kersten
Berichterstatterin
Karl Bär
Berichterstatter
Marcel Bauer
Berichterstatter
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ISSN 0722-8333
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