Rede von Frank Spieth (DIE LINKE) – Drucksache 16/7467
Teil von Protokoll der 133. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 10 a und 10 b: Drucksache 16/7467 –.
Text
Rede von Frank Spieth (DIE LINKE) – Drucksache 16/7467
Kollege Schiewerling, sind Sie erstens bereit,
zuzugeben, dass jeder Patient, der in ein Krankenhaus muss,
28 Tage in einem Kalenderjahr Krankenhaustagegeld,
und zwar täglich 10 Euro, zahlen muss?
Sind Sie zweitens bereit, zuzugeben, dass das
Krankenhaustagegeld, das die Patienten zahlen müssen, von
Norbert Blüm, dem damaligen Minister der CDU/CSU,
mit der Begründung eingeführt wurde, dass die Patienten
damit einen Teil der „Hotelleistungen“ des
Krankenhauses – so wurde das genannt – finanzieren sollen, das
heißt, dass sie beispielsweise für Verpflegungsleistungen
zahlen sollen?
Sind Sie drittens bereit, zuzugeben, dass man
Arbeitslosengeld-II-Empfänger, wenn man ihnen dieses
Krankenhaustagegeld abverlangt und ihnen gleichzeitig
Mittel durch eine pauschale Kürzung entzieht, doppelt zur
Kasse bittet, hier also, verglichen damit, wie andere
Patienten behandelt werden, eine Ungleichbehandlung
vorliegt? Sind Sie bereit, zu akzeptieren, dass dies sozial
unzulässig ist und dem entschieden zu widersprechen ist?
(Beifall bei der LINKEN sowie des Abg.
Markus Kurth [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN])