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Rede von Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W.

dip / rede 13.12.2007 · WP 16 · Original ↗

Teil von Protokoll der 133. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 17 a und 17 b: Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W..

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Rede von Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W. Sehr geehrte Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Sehr geehrte Damen und Herren! Wie auch heute fängt jede Diskussion über das Berliner Schloss mit der Frage an: Wie hältst du es damit? – Ich will an der Stelle ganz klar sagen: Ich hielt und halte die Idee, das Schloss mit den barocken Fassaden wiederaufzubauen, für eine rückwärtsgewandte, altertümliche Idee. In diesem Zusammenhang möchte ich gerne den berühmten Architekt Daniel Libeskind zitieren, der gesagt hat: Ich glaube nicht, dass man Architektur und Geschichte einfach zurückspulen und so tun kann, als sei nichts geschehen (Frank Spieth [DIE LINKE]: Neofeudaler Barock!) Nicht nur ich, sondern auch viele meiner Kollegen hätten sich, selbst 2002, lieber eine zeitgenössische architektonische Lösung gewünscht. Als ich mir die Beschlüsse noch einmal anschaute, fiel mir auf, dass im Beschluss über die Wiedererrichtung eines Gebäudes auf dem Schlossareal vor allen Dingen der Begriff der Stereometrie im Vordergrund stand und dass dieser Beschluss mit großer Mehrheit in diesem 1) Anlage 9 Peter HettlichHause gefasst wurde. Der Beschluss über die Wiedererrichtung der historischen Fassaden und des Schlüterhofes wurde dagegen hier im Jahre 2002 – da war ich noch nicht im Bundestag – nur sehr knapp gefasst. Insofern plädiere ich ausdrücklich dafür, dass wir diese Diskussion etwas differenzierter führen. (Hellmut Königshaus [FDP]: Aber es war eine Entscheidung!) – Es war eine knappe Entscheidung, lieber Kollege Königshaus. Ich finde, wenn wir jetzt den Architektenwettbewerb durchführen, sollten wir ein bisschen mehr Offenheit für mögliche Ergebnisse aus dem Architektenwettbewerb zeigen. So viel Souveränität sollte das Parlament doch haben. Nun zum Antrag der Linkspartei. Wir Grünen verfahren nicht nach dem Prinzip: rin in die Kartoffeln, raus aus den Kartoffeln. Der Beschluss des Bundestages steht für uns. Wir halten uns auch daran, trotz meiner kritischen Haltung, die ich eben vorweg dargelegt habe. Damit ist auch klar, dass wir den Antrag der Linkspartei ablehnen. – Aber jetzt kommt es, Kollege Königshaus: Vielem von dem, was Sie eben gesagt haben, kann ich nicht zustimmen. Die Abwatscherei der Linken war an dieser Stelle völlig ungerechtfertigt. Man muss sich nur einmal anschauen, was in meiner Heimatstadt Köln nach dem Krieg geschehen ist. Das Verbrechen, was dem zugrunde lag, war übrigens der Zweite Weltkrieg. Dieser wurde von den Nationalsozialisten begonnen. Die infolge dieses Krieges passierten Zerstörungen waren die Barbarei. Die Frage, ob beispielsweise die Kölner Oper hätte gerettet werden können oder auch viele andere Gebäude, kann man an anderer Stelle diskutieren. Der historisierende Wiederaufbau der Stadt Hildesheim jedoch, bei dem vor Stahlbetonkonstruktionen irgendwelche historisierenden Fachwerkfassaden gehängt wurden, entspricht nicht meinem Verständnis von Denkmalschutz. (Beifall der Abg. Dorothée Menzner [DIE LINKE])

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