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Rede von Renate Blank (CDU/CSU) – Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W.

dip / rede 13.12.2007 · WP 16 · Original ↗

Teil von Protokoll der 133. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 17 a und 17 b: Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W..

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Rede von Renate Blank (CDU/CSU) – Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W. Frau Präsidentin! Kolleginnen und Kollegen! Im Gegensatz zu vor etwa drei Wochen, als die FDP hier die Debatte zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses angestoßen hat, ist heute die Zeit für die Diskussion im Parlament reif. Allerdings muss ich hinzufügen: Für dieses nationale Projekt wäre – das ist eine Bitte an die Geschäftsführer – eine bessere Beratungszeit angemessen. (Beifall bei der CDU/CSU, der SPD und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN sowie bei Abgeordneten der FDP) Das gilt vor allem, nachdem in diesem Bereich die Journalisten jeden Tag etwas über das Pro und Kontra des Berliner Schlosses, der Kuppel und des Kellers schreiben. Kolleginnen und Kollegen, der Beschluss zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist nach langjähriger Diskussion endlich zustande gekommen. Ich erinnere an unsere Anträge aus den Jahren 2000, 2003 und 2004; nun liegt ein weiterer Antrag vor. Die Entscheidung zur Rekonstruktion haben wir uns alle nicht leichtgemacht, vor allen Dingen im Hinblick auf die Nachbarschaft zur Museumsinsel, einem Weltkulturerbe. Vor dem Hintergrund ist es sehr wichtig, dass mit dem Wiederaufbau sehr sensibel umgegangen wird. Meine Damen und Herren, es wurde immer kritisiert, dass wir unseren Architekten nicht zutrauen, etwas Neues auf diesem Platz in der Mitte Berlins zu bauen. Hierzu kann ich nur sagen: Es ist kein Thema, dass wir den Architekten nichts Neues zutrauen. Aber es gibt in jeder Stadt Negativbeispiele, wo jedes Gebäude an sich sehr gut ist, wo aber das Ensemble insgesamt nicht mehr wirkt. Im Hinblick darauf ist nach jahrelanger Diskussion der Beschluss gefallen, das Berliner Schloss wieder aufzubauen. Es gab natürlich eine Diskussion über den Abriss des Palastes der Republik. Wenn ich dort vorbeifahre, freue ich mich jedes Mal, dass der Abriss voranschreitet. Ich hoffe, dass dieses Thema bald erledigt sein wird. Auf dem Gelände des zukünftigen Berliner Schlosses ist „White Cube“ als kulturelle Zwischennutzung vorgesehen. Ich gehe davon aus, dass diese Zwischennutzung zu Beginn des Wiederaufbaus des BerlinerSchlosses beendet ist. Diese Zwischennutzung darf keine Eigendynamik entwickeln. In den letzten Jahren ist immer vom Stadtschloss oder, wie von der Linken präferiert, vom Humboldt- Forum die Rede. Richtigerweise muss es heißen: Wiedererrichtung des Berliner Schlosses – Bau des Humboldt- Forums im Schlossareal Berlin. Das ist ein kleiner Hinweis an die Bundesregierung. Während der Haushaltsberatungen haben wir das Ganze in die richtige Reihenfolge gebracht: zuerst die Wiedererrichtung des Berliner Schlosses, dann der Bau des Humboldt-Forums. Wir wollen mit unserem vorliegenden Antrag die Bundesregierung unterstützen und weisen dabei deutlich darauf hin, dass wir am Wiederaufbau keine Abstriche machen und dass sich das Parlament das Heft des Handelns nicht aus der Hand nehmen lässt. Die zuständigen Ausschüsse sind damit zu befassen. Es gibt Personen, die meinen, dass dieser Antrag unnötig sei. Wir brauchen diesen Antrag aber deshalb, weil morgen der Auslobungstext international bekannt gegeben wird. Es gibt eine Änderung: Wir kommen von einem international offenen Wettbewerb hin zu einer Auslobung als begrenzt offener, anonymer Realisierungswettbewerb in zwei Bearbeitungsphasen. Das heißt, dass im Rahmen eines offenen Bewerberauswahlverfahrens 150 Bewerber von einem von der Jury des Wettbewerbs unabhängigen Auswahlgremium anhand vorab festgelegter und öffentlich bekannt gemachter Mindestanforderungen und Auswahlkriterien ausgewählt werden. In der ersten Phase sind von den Teilnehmern grundsätzliche Lösungsansätze für die Wettbewerbsaufgabe zu entwickeln. Aus den eingereichten Beiträgen wählt das Preisgericht circa 30 bis 40 Teilnehmer für eine konkrete Bearbeitung der zweiten Phase aus. Ich möchte meine ganz persönliche Meinung zu der Änderung sagen. Ich hätte mir durchaus vorstellen können, dass wir bei einem international offenen Wettbewerb bleiben. Aber man beugt sich im Grunde Erkenntnissen. Ich gehe davon aus, dass sich auch junge Architekturbüros bewerben. Aufgrund der zwei Bearbeitungsphasen kommt dem unabhängigen Auswahlgremium eine große Bedeutung zu. Wir haben dafür gesorgt, dass bekannte und anerkannte Experten in diesem Auswahlgremium vertreten sind. Die Zusammenarbeit mit Berlin hat sich zu einer konstruktiven Mitarbeit entwickelt. Deswegen verwundert mich Ihr Antrag, meine Damen und Herren von der Linkspartei. Ich würde an Ihrer Stelle Abstand nehmen, da sich Berlin eindeutig für den Wiederaufbau des Berliner Schlosses entschieden hat und nicht für Ihren Lösungsansatz, der das Humboldt-Forum und einen Neubau vorsieht. Der Auslobungstext ist nun fertig. Es gab umfangreiche Diskussionen. Die Anforderungen für die Teilnahme – Büroumsatz, Zahl der Mitarbeiter, der Nachweis eines Projektes mit vergleichbarer Komplexität und Multifunktionalität – sind etwas zurückgeschraubt worden. Renate BlankIch betone ganz deutlich: Auch junge Architekten können sich beteiligen, zum Beispiel wenn sie sich zu Bürogemeinschaften zusammenschließen. Der Wiederaufbau des Berliner Schlosses ist von nationaler Bedeutung. (Beifall bei der CDU/CSU und der FDP sowie bei Abgeordneten der SPD) Das kulturelle Nutzungskonzept passt sich an die erfolgreiche Entwicklung des Areals der Museumsinsel an und berücksichtigt auch die geforderte kommunikativ- gesellschaftliche Nutzung. Mit der Wiedererrichtung des Berliner Schlosses und damit dem Bau des Humboldt- Forums werden die Weltkulturen in das Zentrum der deutschen Hauptstadt geholt. Auch den Dialog mit den europäischen Kulturen auf der Museumsinsel bringen wir voran. Ich komme auf die öffentliche Aufmerksamkeit, auch für Kuppel und Keller, zu sprechen. Die Kuppel ist im Auslobungstext zwingend vorgesehen. Was den Keller angeht, ist zunächst geplant, dass Ausgrabungen als archäologisches Fenster in das Gebäude einbezogen werden können. Ich möchte dem Förderverein, insbesondere Herrn von Boddien, dessen Traum jetzt, nach 15 Jahren, verwirklicht werden wird, für das große Engagement ganz herzlich danken. Wir werden das Einwerben von Spenden unterstützen – das steht auch in unserem Antrag –: mit einer Sondermünze, eventuell mit einer Schlosslotterie, mit Briefmarken usw. Dazu, wie die Zusammenarbeit zwischen Preußen und den Bayern, sprich: München, funktioniert, kann ich nur sagen, dass sich in München ebenfalls ein Förderverein zur Unterstützung des Wiederaufbaus des Berliner Schlosses gegründet hat. Ich hoffe, dass uns dieser Wiederaufbau, der eine einmalige Chance ist, in hervorragender Weise gelingen wird.

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