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Rede von Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W.

dip / rede 13.12.2007 · WP 16 · Original ↗

Teil von Protokoll der 133. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 17 a und 17 b: Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W..

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Text

Rede von Peter Hettlich (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Fischer (Hamburg), Renate Blank, Dr. Klaus W. Herr Königshaus, ich stimme Ihnen durchaus zu, dass es eine ganze Menge Gebäude gibt, bei denen man sich trefflich darüber streiten könnte. Ich als Kölner, der 1990 nach Sachsen gezogen ist, habe beispielsweise die Diskussion um den Wiederaufbau der Frauenkirche sehr aufmerksam verfolgt. Ich weiß auch, dass wir Intellektuelle zunächst eine ganz andere Herangehensweise hatten, dann aber erleben mussten, wie sich die Diskussion in der Stadt emotionalisierte. In meiner Geburtsstadt Köln sind ja die romanischen Kirchen, die das Stadtbild geprägt haben, nach dem Krieg auch wiederaufgebaut worden. Deshalb plädiere ich immer für eine differenzierte Sichtweise und spreche mich gegen Schwarz-Weiß-Denken aus. Zum Berliner Stadtschloss habe ich meine persönliche Meinung, auch wenn die Planungen für den Wiederaufbau schon sehr weit fortgeschritten sind. Mit einem Wiederaufbau, der sich an der Stereometrie orientiert, also einem entsprechenden Kubus an der Stelle, hätte ich mich sehr gut anfreunden können. Ich sage aber zugleich: Diese Debatte ist für uns gegessen, und wir sollten sie heute Abend nicht wieder aufleben lassen. Entscheidend ist, dass wir jetzt nach vorne schauen. (Beifall des Abg. Dr. Anton Hofreiter [BÜND- NIS 90/DIE GRÜNEN]) Wir werden in den nächsten Jahren noch einige Diskussionen über das Berliner Schloss im Deutschen Bundestag haben. Das kann ich Ihnen garantieren. Denn der Teufel steckt noch im Detail. Wir von den anderen Fraktionen werden wie die Kolleginnen Renate Blank und Petra Weis das Verfahren hinsichtlich des Wettbewerbs sehr aufmerksam verfolgen. Wahrscheinlich können wir als Gäste die entsprechenden Ausführungen im Preisgericht verfolgen. Wir werden die Entwicklung genau im Auge behalten. Ich habe schon dem Staatssekretär Lütke Daldrup und der Kollegin Karin Roth gesagt, dass ich, weil ich von Hause aus Projektleiter bin, auch auf die Kosten schauen werde. An diesem Punkt will ich den Finger in die Peter HettlichWunde legen. Wenn es heißt, der Kostenrahmen von 552 Millionen Euro wird überschritten – ich sage Ihnen ganz ehrlich, bei Projekten dieser Größenordnung kann das schnell passieren – und Sie daraufhin sagen, Sie wollen einsparen, dann müssen Sie mir erklären, an welcher Stelle Sie das tun wollen. Möglicherweise werden Sie genau an den Stellen einsparen wollen, die für Sie jetzt besonders wichtig sind, die Sie wie ein Mantra vor sich hertragen, wie zum Beispiel die Kuppel und die Schlüterhöfe. Das ist genau der Knackpunkt. Wenn wir alle der Meinung sind, dass es so gemacht werden soll, dann halte ich eine Vorfestlegung auf eine bestimmte Summe für sehr riskant. Wenn der Deutsche Bundestag sagt, aufgrund eines Kostenvoranschlags wird der Wiederaufbau garantiert nicht mehr als 600 Millionen Euro kosten, dann halte ich das für falsch. Ich bin zwar keiner, der will, dass das Geld zum Fenster herausgeschmissen wird. Aber ich bin der Meinung, dass man sich erst einmal das Ergebnis dieses Wettbewerbs anschauen, es bewerten und die Kosten berechnen sollte, bevor man eine Entscheidung trifft. Im Zweifelsfall muss man dann mit den Haushältern in die Bütt gehen. Dieses Verfahren halte ich für sinnvoll. Insofern plädiere ich für eine größere Offenheit. Ich bedanke mich für Ihre Aufmerksamkeit und wünsche uns noch einen schönen Abend. (Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und bei der SPD sowie bei Abgeordneten der CDU/CSU und der LINKEN)

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