Rede von Christine Scheel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Dr. Barbara Höll, Wolfgang Nešković, Ulla
Teil von Protokoll der 166. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 7 a bis 7 c: Dr. Barbara Höll, Wolfgang Nešković, Ulla.
Text
Rede von Christine Scheel (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) – Dr. Barbara Höll, Wolfgang Nešković, Ulla
Frau Präsidentin! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
Es wäre schön, wenn wir einem Antrag vonseiten der
SPD und der CDU/CSU zustimmen könnten, wenn es
ihn denn gäbe. Es gibt ihn aber nicht.
(Beifall der Abg. Dr. Barbara Höll [DIE
LINKE])
Das Problem besteht darin, dass innerhalb der Großen
Koalition anscheinend sehr individuell gearbeitet wird.
Die einen arbeiten in einer AG an einem Antrag; die
anderen haben andere Arbeitszusammenhänge und setzen
andere Prioritäten. Ich befürchte, dass es zum Thema
Steuerhinterziehung in dieser Legislaturperiode keinen
Christine Scheelgemeinsamen Antrag der Großen Koalition geben wird.
Das ist bedauerlich. Aus diesem Grund haben wir vom
Bündnis 90/Die Grünen einen konkreten Antrag mit
Handlungsmöglichkeiten vorgelegt.
(Beifall beim BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN –
Dr. Volker Wissing [FDP]: Mit bedauerlichem
Inhalt!)
– Der Inhalt ist richtig.
Herr Wissing, Sie sind von Beruf Jurist. Der Antrag
der Grünen ist nicht so zu verstehen, als ob wir
Staatsanwälten oder Richtern einen Vorwurf machen würden,
wie Sie ihn interpretiert haben. Im Gegenteil: Die
Grünen sind der Meinung, dass die Richter und
Staatsanwälte im Zusammenhang mit Ermittlungstätigkeiten
regelmäßig in Verfahren ertrinken. Deswegen wollen wir
mehr Effizienz und eine Personalaufstockung mit einer
Schwerpunktsetzung in diesem Bereich, wie es sie
derzeit nicht gibt.
Wir fordern ebenso wie bei der
Wirtschaftskriminalität die Einrichtung von
Schwerpunktstaatsanwaltschaften. Es geht nicht an, dass in der Bundesrepublik
Deutschland viele Verfahren nicht so zügig bearbeitet
werden können, wie es diejenigen gerne täten, die sie zu
bearbeiten haben.