Rede von Anton Schaaf (SPD) – Drucksache 16/9482
Teil von Protokoll der 193. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 3 a: Drucksache 16/9482 –.
Text
Rede von Anton Schaaf (SPD) – Drucksache 16/9482
Danke, Frau Präsidentin. – Herr Kolb, wenn Sie die
Rentenkasse und den darin enthaltenen Steueranteil ins
Spiel bringen, dann muss man dennoch darauf
hinweisen, dass dies die Rentenkasse zusätzlich sehr deutlich
belasten wird. Sie haben eine Diskussion mit dem Ziel
geführt, den Rentenversicherungsbeitrag abzusenken.
Das heißt, Sie belasten mit Ihrem Vorschlag die
Einnahmeseite der Rentenversicherung. Auf der anderen Seite
sind dann Mehrausgaben über den Weg zu tätigen, den
Sie beschrieben haben.
Das führt dazu, dass man die Staatsverschuldung
eventuell erhöhen muss. Man muss dann aber auch
ehrlich sagen, dass man das in Kauf nimmt. Sie plädieren
aber immer wieder dafür und haben auch im Rahmen der
Haushaltsberatungen gesagt, eine Nettoneuverschuldung
von 18,5 Milliarden Euro sei nicht notwendig. All das
haben Sie gesagt, und das steht im Widerspruch zu dem,
was Sie jetzt fordern.
Eines bleibt auch sicher. Sie waren dabei, als die
deutsche Einheit und die aus der deutschen Einheit
resultierenden Lasten falsch finanziert wurden.
Sie waren dabei, als die Sozialkassen mit den Kosten
der deutschen Einheit belastet worden sind.
Rot-Grün hat das langsam umgesteuert. Daher
kommen im Wesentlichen die 80 Milliarden Euro für die
Rentenversicherung, weil diese in den Jahren seit 1998
aufgewachsen sind.
Das ändert nichts daran, dass Sie mit Ihrem Vorschlag
das von den Menschen im Osten als ungerecht
empfundene System schlichtweg festschreiben und durch eine
Einmalzahlung sozusagen Ihr schlechtes Gewissen
beruhigen. An dieser Stelle können wir nicht mitmachen.
(Beifall bei der SPD sowie bei Abgeordneten
der CDU/CSU)