Rede von Karl Schiewerling (CDU/CSU) – Drucksachen 16/2211, 16/4210
Teil von Protokoll der 88. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 4 a bis 4 c und 19 b: Drucksachen 16/2211, 16/4210 –.
Text
Rede von Karl Schiewerling (CDU/CSU) – Drucksachen 16/2211, 16/4210
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Liebe
Frau Pothmer, es ist schön, dass Sie anwesend sind. Die
letzte Aktuelle Stunde haben Sie leider verpasst. Ich
glaube, dadurch ist dem Parlament einiges entgangen.
(Brigitte Pothmer [BÜNDNIS 90/DIE GRÜ-
NEN]: Schön, dass Sie es gemerkt haben!)
Ich halte es für problematisch, wie Sie das, was wir
im Rahmen des Systems SGB II weiterentwickelt haben,
herunterputzen. Was Sie sagen, stimmt nicht; denn wir
haben die nötigen Konsequenzen aus dem, was noch
nicht funktionierte, gezogen und mithilfe des SGB-II-
Fortentwicklungsgesetzes das lernende System SGB II
verbessert, womit wir den betroffenen Menschen helfen.
Auch Sie wissen das ganz genau.
(Beifall bei der CDU/CSU – Widerspruch der
Abg. Kornelia Möller [DIE LINKE])
Das SGB II ist seit etwas mehr als zwei Jahren in
Kraft. Mit der Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe
und der Sozialhilfe zur Grundsicherung für
Arbeitsuchende haben wir einen richtigen Weg eingeschlagen.
Ich bin froh, dass dies von den meisten Mitgliedern des
Hohen Hauses – nicht nur von Mitgliedern der beiden
Regierungsfraktionen, sondern auch von Mitgliedern der
Grünen und der FDP – auch nach zwei Jahren noch
genauso gesehen wird.
Ich finde es gut, dass wir diesen Weg eingeschlagen
haben. Dieser neue Weg hat alle Beteiligten viel Kraft
Karl Schiewerlinggekostet; das ist keine Frage. Er hat zwangsläufig zu
neuen Erfahrungen geführt und wird immer noch mehr
neue Erfahrungen bringen. Das SGB II ist und bleibt ein
lernendes System, das sich der jeweils neuen Situation
anpassen muss. Es erfordert wie kaum ein anderes
soziales System individuelle Lösungen.
Mit dem Prinzip des Forderns und Förderns sind
wir auf dem richtigen Weg. Dieses Grundprinzip des
Zweiten Sozialgesetzbuches besagt, dass Menschen
ohne Arbeit ihren Lebensunterhalt möglichst rasch
wieder aus eigener Kraft bestreiten sollen. Schließlich
wollen wir Menschen in Arbeit bringen und sie damit aus
dem Leistungsbezug und der staatlichen Förderung
herausnehmen. Ziel der Grundsicherung ist es unter
anderem auch, den Menschen eine materielle Sicherung zu
geben. Es ist eben ein System der Grundsicherung und
kein System, in dem die Menschen auf Dauer verbleiben
sollen.
Das SGB II macht entgegen allen Äußerungen, die
wir gerade von der Fraktion Die Linke immer wieder
hören, nicht arm. Es fängt Menschen auf, fördert und
fordert. Das geht allerdings nur, wenn sich alle Beteiligten
in diesem System engagieren.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie des Abg.
Rolf Stöckel [SPD])
Das Ziel der Grundsicherung ist die schnelle und
passgenaue Integration der Betroffenen in den
Arbeitsmarkt. Der Erfolg hängt vom Arbeitsmarkt ab, aber auch
von den Betroffenen selbst und dem engagierten
Zusammenwirken aller Beteiligten.