Auswirkungen hoher staatsbedingter Standortkosten auf den deutschen Luftverkehr
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Auswirkungen hoher staatsbedingter Standortkosten auf den deutschen Luftverkehr
Deutscher Bundestag Drucksache 21/5979
21. Wahlperiode 19.05.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Sebastian Münzenmaier, Dario Seifert, Erhard Brucker, Marcel
Queckemeyer, Manfred Schiller und der Fraktion der AfD
Auswirkungen hoher staatsbedingter Standortkosten auf den deutschen
Luftverkehr
Der Luftverkehrsstandort Deutschland befindet sich seit mehreren Jahren unter
erheblichem Wettbewerbsdruck. Während sich der europäische und
internationale Luftverkehr nach den Pandemiejahren weitgehend erholt hat, bleibt
Deutschland im Vergleich zurück. Die Standortkosten für Fluggesellschaften
sind hierzulande seit 2019 deutlich stärker gestiegen als in anderen
europäischen Staaten. Insbesondere die zum 1. Mai 2024 angehobene
Luftverkehrsteuer – die inzwischen die höchste europaweit und eine der höchsten weltweit
ist – hat die Kostenstruktur deutscher Flughäfen und Airlines zusätzlich
belastet. Gleichzeitig sind energie- und sicherheitsbezogene Gebühren erheblich
gestiegen. Die Folgen sind bereits sichtbar: Zahlreiche Fluggesellschaften haben
Kapazitäten aus Deutschland abgezogen oder angekündigt, dies zu tun.
Mehrere Flughäfen verzeichnen gegenüber 2019 deutlich reduzierte
Flugverbindungen, was zu sinkenden Passagierzahlen führt. Gleichzeitig wurden vonseiten
der Branche bereits negative Effekte der ab 2026 geltenden Abschaffung der
kostenlosen Allokation von Emissionszertifikaten für Flugzeugbetreiber
angemahnt (www.acumen.aero/blogs/eu-ets-aviation-in-2026-when-carbon-become
s-a-line-item).
Dies betrifft nicht nur die Luftfahrtbranche selbst, sondern auch nachgelagerte
Bereiche wie Tourismus, Messewesen und Hotellerie, die für viele Regionen
von erheblicher wirtschaftlicher Bedeutung sind. Besonders der Mittelstand
sowie industrie- und technologieorientierte Cluster, die auf eine zuverlässige
internationale Anbindung angewiesen sind, melden zunehmend
Standortnachteile. Gleichzeitig stehen mehrere regionale Flughäfen vor strukturellen
Herausforderungen.
Die künftige Ausrichtung des Bundes bei der Förderung oder Unterstützung
dieser Standorte ist in den Augen der Fragesteller daher von hoher Relevanz.
Vor diesem Hintergrund besteht nach ihrer Auffassung ein erhebliches
öffentliches Interesse an der Frage, welche konkreten Maßnahmen die
Bundesregierung ggf. plant, um den Luftverkehrsstandort Deutschland zu stabilisieren, die
Anbindung der Regionen zu sichern und die wirtschaftlichen Auswirkungen
zunehmender Verlagerungstendenzen zu begrenzen. Die Bundesregierung wird
daher gebeten, umfassend und transparent über die aktuellen Entwicklungen,
geplanten Entlastungen und ihre Einschätzung der mittel- und langfristigen
Folgen Auskunft zu geben.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Welche Maßnahmen, abgesehen von der angekündigten Senkung der
Luftverkehrsteuer, plant die Bundesregierung ggf., um den Wirtschaftsstandort
Deutschland als Knotenpunkt des internationalen Luftverkehrs und die
Luftfahrtbranche wettbewerbsfähig zu halten?
2. In welchen Bereichen des Haushalts plant die Bundesregierung, die durch
die Senkung der Luftverkehrsteuer entstehenden Mindereinnahmen von
über 350 Mio. Euro auszugleichen?
3. Welche Folgen für den nationalen Luftverkehr stellt die Bundesregierung
durch die Abschaffung kostenloser Allokation von Emissionszertifikaten
(full auctioning) seit Jahresbeginn fest?
4. Welche mittel- und langfristigen Folgen für den nationalen Luftverkehr
erwartet die Bundesregierung infolge der Abschaffung kostenloser Allokation
von Emissionszertifikaten?
5. Welche mittel- und langfristigen Folgen sieht die Bundesregierung für den
Mittelstand und Industriecluster in Regionen, deren Anbindung an den
internationalen Luftverkehr möglicherweise erheblich eingeschränkt wird?
6. Welche Überlegungen gibt es ggf. innerhalb der Bundesregierung zur
Einführung bzw. Fortführung zielgerichteter Fördermaßnahmen für den Erhalt
regionaler Flughäfen, insbesondere vor dem Hintergrund der geplanten
Änderungen bei den Bundeszuschüssen zu Flugsicherungsleistungen ab 2026?
Berlin, den 4. Mai 2026
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333
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