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Den Modernen Fünfkampf im Olympiastützpunkt Brandenburg, Bereich Potsdam, langfristig sichern und die finanzielle Förderung durch den Bund bis einschließlich der Olympischen Spiele 2028 sicherstellen

dip / drucksache 21.04.2026 · WP 21 · 21/5495 · Antrag · Original ↗

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Den Modernen Fünfkampf im Olympiastützpunkt Brandenburg, Bereich Potsdam, langfristig sichern und die finanzielle Förderung durch den Bund bis einschließlich der Olympischen Spiele 2028 sicherstellen Antrag der Abgeordneten Jörn König, Thomas Korell, Lars Schieske, Andreas Bleck, Edgar Naujok, Bastian Treuheit, Alexander Arpaschi, Dr. Christina Baum, Joachim Bloch, René Bochmann, Erhard Brucker, Thomas Dietz, Dr. Ingo Hahn, Udo Theodor Hemmelgarn, Olaf Hilmer, Steffen Janich, Heinrich Koch, Dr. Maximilian Krah, Kerstin Przygodda, Bernd Schuhmann, Thomas Stephan, Martina Uhr, Sven Wendorf, Dr. Daniel Zerbin, Kay-Uwe Ziegler, Jörg Zirwes, Ulrich von Zons und der Fraktion der AfD Den Modernen Fünfkampf im Olympiastützpunkt Brandenburg, Bereich Potsdam, langfristig sichern und die finanzielle Förderung durch den Bund bis einschließlich der Olympischen Spiele 2028 sicherstellen Der Bundestag wolle beschließen: I. Der Deutsche Bundestag stellt fest: Der Moderne Fünfkampf ist eine traditionelle olympische Sportart, die fünf verschiedene Einzeldisziplinen in Form eines Mehrkampfs kombiniert. Dazu gehören Laser- Run (Schießen und Laufen kombiniert), Fechten, Schwimmen, Hindernisparcours (ab 2024) und Laufen. Das Besondere am Modernen Fünfkampf sind die sehr unterschiedlichen Anforderungen an die Sportler in den unterschiedlichen Einzeldisziplinen.1 Deutschland war im Modernen Fünfkampf sehr erfolgreich, insbesondere durch Lena Schöneborn. Sie gewann bei Welt- und Europameisterschaften insgesamt 34 Medaillen und als Höhepunkt Gold bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking. Sie gilt als erfolgreichste Fünfkämpferin. Bei den Männern zeigten die Athleten Marvin Dogue und Fabian Liebig zuletzt bei den Olympischen Spielen in Paris starke Leistungen. Marvin Dogue gehört mit seiner Platzierung unter den Top Ten ebenfalls zu den besten Modernen Fünfkämpfern der Welt. Fabian Liebig überzeugte mit einem starken zwölften Platz und unterstrich sein Potenzial für die Zukunft. Beide Top-Athleten gehören zu der Trainingsgruppe, die am Olympiastützpunkt (OSP) Brandenburg, Bereich Potsdam trainiert. Der OSP Brandenburg, Bereich Potsdam gilt als eines der Talentzentren des Deutschen Verbandes für Modernen Fünfkampf (DVMF). Der Standort bietet moderne Einrichtungen, einschließlich Fechtbahnen und Krafträume im Sportpark Luftschiffhafen. Zudem arbeitet er eng mit der Sportschule Potsdam zusammen, um Nachwuchsleistungssportler auszubilden. Aktuell erlebt der Moderne Fünfkampf eine schwere Krise durch interne Machtkämpfe im Verband, Betrugsvorwürfe bei Mitgliederzahlen und finanzielle Probleme, die den 1 www.dvmf.de/faszination-moderner-fuenfkampf Deutscher Bundestag Drucksache 21/5495 21. Wahlperiode 21.04.2026 Sport existenziell gefährden, trotz internationaler Erfolge. Auslöser war die unterschiedliche Auffassung über die sportliche Ausrichtung. Trotz der hervorragenden Trainingsbedingungen am OSP Brandenburg, Bereich Potsdam gab es innerhalb des Präsidiums Initiativen, den Stützpunkt für Modernen Fünfkampf nach Bonn (NRW) zu verlegen. Im Jahr 2020 eskalierte der Machtkampf. Mit der Folge, dass der amtierende Präsident vom Rechtsausschuss des DVMF wegen erheblichem Verstoß gegen die Satzung und Verbandsschädigung von seinem Amt als Präsident abberufen wurde. Hinzu kamen massive Vorwürfe des Machtmissbrauchs gegen den Männer- Bundestrainer, die die Verbandsspitze ignorierte. Der Konflikt fand seinen Höhepunkt Ende 2024 als die Wahl des Präsidenten mit einer Pattsituation zwischen den verfeindeten Parteien endete. Auch eine weitere Wahl löste die Situation nicht, da zwei voneinander unabhängige Verbandstage stattfanden, auf denen jeweils eine Verbandsspitze gewählt wurde. Beide sahen sich als legitim an und beanspruchten die Leitung des Verbandes. Schließlich wurde ein Notvorstand bis zum 15. September 2025 bestellt. Sollte es dem Verband bis dahin weiterhin nicht gelingen, einen von allen Seiten akzeptieren und rechtmäßigen Vorstand zu wählen, drohte dem Verband, zum 1. Oktober 2025 Insolvenz anmelden zu müssen. Die Folgen des Machtkampfs waren gravierend. Der Bund stoppte die Fördermittel an den DVMF, die der Verband für internationale Wettkämpfe, Trainingslager und den Sportbetrieb allgemein benötigte. Lediglich von Januar bis April 2025 wurde die Förderung im Bereich des Leistungssportpersonals aufrechterhalten, um zumindest Trainer oder Mitarbeiter der Geschäftsstelle zu bezahlen. Ab Mai 2025 wurden die Zahlungen ganz eingestellt. „Die „Wiederaufnahme“ einer dauerhaften Finanzierung knüpfe man an eine „ordnungsgemäße Geschäftsführung“, die nach dem Ausscheiden des Notvorstandes zum 15. September 2025 vorzuliegen habe“ – so ein Sprecher des Staatsministeriums für Sport und Ehrenamt.2 Auch der organisierte Sportbetrieb war faktisch zum Erliegen gebracht. Dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) lagen unterschiedliche Kaderlisten vor, die von verschiedenen Seiten im Verband eingereicht wurden. Aufgrund dessen stoppte der DOSB alle Kadermaßnahmen mit der Folge, dass die Sportförderung für die Athleten entfiel. Wer dennoch zu den Wettkämpfen reiste, musste dies auf eigene Kosten tun. Der Start im Nationaldress wurde verboten.3 Förderstellen bei der Bundeswehr konnten weder verlängert noch neu besetzt werden und Nachwuchsathleten mit Anspruch auf eine Förderstelle konnten nicht berücksichtigt werden. Etlichen Top- Fünfkämpfern drohte aufgrund des Förderstopps das Karriere-Aus, andere wie Rebecca Langrehr – zweimalige Weltmeisterin – wechselten ins Ausland. Auf einer außerordentlichen Verbandstagung Ende September 2025 einigte man sich schließlich auf einen Kompromiss und wählte je einen Vertreter aus beiden gegnerischen Lagern zu gleichberechtigten Vizepräsidenten bis zum Jahr 2028; das Amt des Präsidenten blieb unbesetzt. Mit dem neuen Vorstand ist der DVMF zumindest wieder handlungsfähig und die Voraussetzung für eine „ordnungsgemäße Geschäftsführung“ liegen vor. Dennoch ist weiterhin ungewiss, ob und wann die Sportförderung wieder aufgenommen wird. Ungeklärt ist auch, wie es für den Modernen Fünfkampf am OSP Brandenburg, Bereich Potsdam weitergeht. Ende 2024 entschied das Bundesverwaltungsamt, den OSP Brandenburg, Bereich Potsdam für den Modernen Fünfkampf nur bis 31. Dezember 2025 zu verlängern und nicht – wie für andere Bundesstützpunkte üblich – bis zum Ende des nächsten Olympiazyklus, das heißt bis 31. Dezember 2028. Vorab hatte das BMI Anfang 2024 mitgeteilt, dass eine weitere Anerkennung unter dem Vorbehalt ei- 2 www.sportschau.de/deutschlands-modernem-fuenfkampf-droht-aus,moderner-fuenfkampf-dvmf-verbands- tag-foerderung-lizenzen-streit-100.html 3 www.kicker.de/graben-statt-fuenfkampf-zoff-und-chaos-laehmen-verband-1118562/artikel ner Neubewertung durch die unabhängige Sportagentur nach ihrer Arbeitsaufnahme steht. Das im Herbst 2024 neu gewählte Präsidium setzt sich für die Fortführung des Bundesstützpunktes in Potsdam ein. Jedoch beruft sich der DOSB gegenüber dem Bundeskanzleramt auf den alten Strukturplan des DVMF. Das „alte“ Präsidium wollte den Modernen Fünfkampf zum 1. Januar 2026 von Potsdam nach Bonn verlegen. Daraufhin wurde auch die Einschulung in die Elite Schule des Sports zum Schuljahr 2025/2026 gestoppt. Einschulungen sind erst wieder möglich, wenn der BSP-Status in Potsdam erhalten bleibt und der Verbleib der Sportart im Olympischen Programm über 2028 gesichert ist. Eine Entscheidung dazu wird bestenfalls im Juni 2026 getroffen, erfahrungsgemäß aber deutlich später. Zum Jahreswechsel wurde kurzfristig eine Verlängerung des BSP-Status vom Bundeskanzleramt bis zum 31. Dezember 2026 beschieden; die Einschulung in die Sportschule ist weiterhin gestoppt. Alle Verbundpartner wie das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport (MBJS), OSP und der Landessportbund (LSB) setzen die Förderung und Unterstützung der bestehenden Bundeskader im Hinblick auf die Olympischen Spiele 2028 weiter fort. Eine Reduzierung von Fördermitteln und Trainerstellen ist vom Landessportbund vorerst nicht angedacht. Um zu verhindern, dass eine traditionelle olympische Sportart in Deutschland wegbricht, ist es wichtig, dass die Bundesregierung zeitnah handelt. II. Der Deutsche Bundestag fordert daher die Bundesregierung im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel und unter Wahrung der Sportautonomie auf, 1. eine Wiederaufnahme der Sportförderung – falls noch nicht erfolgt – zeitnah zu prüfen; 2. die Sportförderung bis zu den Olympischen Spielen 2028 sicherzustellen; 3. den Bundesstützpunkt Status für den Modernen Fünfkampf im OSP Brandenburg, Bereich Potsdam bis 31. Dezember 2028 zu verlängern. Berlin, den 21. April 2026 Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion Begründung Der Deutsche Verband für Modernen Fünfkampf befand sich in den letzten Jahren in einer tiefen Krise, hervorgerufen durch interne Machtkämpfe, juristische Auseinandersetzungen, unterschiedliche Vorstellungen über die sportliche Ausrichtung und organisatorische Missstände. Diese Probleme hatten weitreichende Auswirkungen auf die finanzielle Förderung, Athleten, Trainer und die gesamte Sportart in Deutschland. Der Moderne Fünfkampf verbindet die fünf unterschiedlichen athletischen Disziplinen Fechten, Schwimmen, Obstacle, Laufen und Laserschießen miteinander. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er sehr unterschiedliche und oft konträre Disziplinen miteinander verbindet.4 Dieser Sport erfordert von den Athleten nicht nur körperliche Fitness und technische Fähigkeiten, sondern auch mentale Stärke und taktisches Geschick. Der Trainingsaufwand ist immens und daher ist es umso wichtiger, dass die Athleten hervorragende Trainingsmöglichkeiten haben. 4 www.dvmf.de/faszination-moderner-fuenfkampf Der Olympia Stützpunkt Brandenburg, Bereich Potsdam ist ein führender Stützpunkt für Modernen Fünfkampf in Deutschland. Er bietet speziell für diese Sportart eine der besten Ausstattungen in Deutschland. Mit einer Fechthalle, einer Schwimmhalle, einem Kraftraum und einem speziell für den Laser-Run gebauten Schießstand im Leichtathletikstadion bietet der Bundesstützpunkt ausgezeichnete Rahmenbedingungen.5 Cross-Country- Pfade sorgen für realistische Wettkampfsimulationen. Der Standort Potsdam verfügt bereits über eine große Obstacle-Anlage, nachdem 2024 das Reiten als fünfte Disziplin durch das Obstacle-Course-Racing ersetzt wurde. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Anlage auf die Regeln der Union Internationale de Pentathlon Moderne (UIPM) abgestimmt ist. Diese Einrichtungen sind nicht nur auf den neuesten Standards, sondern auch zentral für die Athleten. Neben den Top-Trainingsbedingungen gewährleistet der OSP Brandenburg, Bereich Potsdam zudem eine qualitativ hochwertige und komplexe Betreuung der Spitzensportler während ihrer gesamten Karriere. Zu den Servicebereichen gehören Sportmedizin, Sportphysiotherapie, Laufbahnberatung, Sportpsychologie, Ernährungsberatung und Trainings- und Bewegungswissenschaften, wobei der besondere Fokus auf die Vorbereitung für Olympische und Paralympische Spiele und Weltmeisterschaften liegt.6 Dagegen ist der Bundesstützpunkt in Bonn eher ein zentraler Standort für den Fechtsport. Nach Prüfung der Anerkennungskriterien für den Modernen Fünfkampf erhielt Bonn keinen BSP-Status für den Modernen Fünfkampf. Die Anlage für diese Sportart auszubauen, würde unnötig hohe Kosten verursachen. Auch aus sportlicher Sicht hat der OSP Brandenburg, Bereich Potsdam eine Erfolgsbilanz vorzuweisen. So stellte Potsdam bei den Olympischen Spielen 2016, 2021 und 2024 stets die beiden männlichen Teilnehmer aus Deutschland. Zu den prominenten Spitzensportlern gehörten zuletzt insbesondere Marvin Dogue und Fabian Liebig, die bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris antraten. Zu den bekanntesten Athleten zählen die Olympiateilnehmer von Paris 2024 neben Marvin Dogue und Fabian Liebig auch Patrick Dogue sowie die Nachwuchsathletin Janine Kohlmann. Eine Verlegung nach NRW ruft bei den Athleten Unverständnis hervor. „Wir haben Athleten, die sind ein bisschen älter, die werden definitiv nicht ihren Lebensmittelpunkt einmal quer durch Deutschland verlegen. Und wir haben auch jüngere Athleten, die sagen, dass sie sich in Potsdam wohlfühlen und an dem aktuellen Standort bleiben wollen“ – so der in Potsdam trainierende Patrick Dogue. Hervorzuheben ist auch die Anbindung an die Eliteschule des Sports „Friedrich Ludwig Jahn“. Seit 2002 können Moderne Fünfkämpfer an dieser Elite Schule des Sports ab Klasse 7 eingeschult werden. Dort besteht die Möglichkeit, im Schule-Leistungssport-Verbundsystem das Training und die Schulausbildung ideal miteinander zu verbinden. Zudem veranstaltet der Stützpunkt Potsdam regelmäßig Wettkämpfe für Talente aus ganz Deutschland. Umso dramatischer ist es, dass die Einschulung gestoppt ist. Der Moderne Fünfkampf bleibt weiterhin Teil des olympischen Programms. Der Weltverband UIPM hat die Aufnahme in das Programm für Los Angeles 2028 bestätigt. Nach den Vorfällen bei den Olympischen Spielen in Tokio stand die Sportart stark in der Kritik. Daher wurde das Springreiten durch einen Hindernisparcour (Obstacle Dicipline) ersetzt. Die Reform soll die Zukunft der Sportart bei Olympia langfristig sichern. Mit der Neuwahl eines von allen Seiten akzeptierten und rechtmäßigen Vorstandes bis 2028 wurden die Voraussetzungen für eine Neubewertung im Sinne des Bundeskanzleramts geschaffen. Zu berücksichtigen ist auch, dass der Moderne Fünfkampf der Männer in der sogenannten Potenzialanalyse (PotAS) im Jahr 2024 auf dem 49. Platz mit einer Gesamtwertung von 51,29 Punkten und der Moderne Fünfkampf der Frauen auf dem 53. Platz mit 48,70 Punkten lag – von insgesamt 99 Plätzen.7 In die Analyse fließen unter anderem die sportlichen Bilanzen bei wichtigen Wettbewerben einschließlich Olympia sowie der Blick auf die Kaderathleten und Talente ein. Eine Misswirtschaft aufgrund von internen Machtkämpfen ist den Sportlern nicht anzulasten. Wenn es nicht bald Planungssicherheit für die Sportler gibt, wird eine ganze Generation an Athleten wegbrechen. Die AfD-Fraktion appelliert daher an die Verantwortlichen, die Förderung wieder aufzunehmen und sicherzustellen sowie die Anerkennung des OSP Brandenburg, Bereich Potsdam für den Modernen Fünfkampf bis 31. Dezember 2028 zu verlängern. 5 www.dvmf.de/verband/stuetzpunkte 6 www.bmi.bund.de/DE/themen/sport/nationale-sportpolitik/spitzensportreform/effiziente-stuetzpunktstruktur/effiziente-stuetzpunktstruktur- node.html 7 www.potas.de/SharedDocs/Downloads/DE/Sportverfahren/abschlussbericht-potas-sommersport-2024.pdf?__blob=publicationFile&v=2 Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de ISSN 0722-8333

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