Wegfall der IC- bzw. ICE-Anbindung Lübecks durch Bauarbeiten zur Festen Fehmarnbeltquerung
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Wegfall der IC- bzw. ICE-Anbindung Lübecks durch Bauarbeiten zur Festen Fehmarnbeltquerung
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3893
21. Wahlperiode 28.01.2026
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Matthias Gastel, Victoria Broßart, Swantje Henrike
Michaelsen, Tarek Al-Wazir, Dr. Konstantin von Notz und der
Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Wegfall der IC- bzw. ICE-Anbindung Lübecks durch Bauarbeiten zur Festen
Fehmarnbeltquerung
Mit dem im Dezember 2025 stattgefundenen Fahrplanwechsel verlor die
Hansestadt Lübeck ihren Anschluss an den Fernverkehr (www.deutschebahn.com/d
e/presse/presse-regional/pr-hamburg-de/aktuell/presseinformationen-regional/L
uebeck-und-Buechen-13692180). Lübeck wurde damit zu einer der größten
Städte in Deutschland ohne IC- oder ICE-Halt. Täglich nutzen über ca. 31 000
Menschen den Lübecker Hauptbahnhof (www.luebeck.de/de/stadtleben/tourism
us/luebeck/sehenswuerdigkeiten/luebecker-bahnhof.html). Schon heute sind die
Regionalzüge Richtung Hamburg, Büchen, Neustadt und Travemünde zu vielen
Zeiten überlastet. Der Wegfall des Fernverkehrs verschärft diese Lage
zusätzlich.
Die Deutsche Bahn AG verweist auf die Bauarbeiten zur Festen
Fehmarnbeltquerung und die damit verbundenen betrieblichen Einschränkungen. Während
ursprünglich von einer Fertigstellung der Querung einschließlich der
Schienenanbindung auf deutscher Seite im Jahr 2029 ausgegangen wurde, wird
inzwischen ein deutlich späterer Zeitpunkt genannt. Nach aktuellem Kenntnisstand
ist von einer Fertigstellung nicht vor dem Jahr 2032 auszugehen (https://beteili
gung.bund.de/DE/VorhabenFindenUndBeteiligen/Details/Vorhaben.html?id=
V-E100681). Sollte sich dieser Zeitplan bestätigen, wäre Lübeck über mehrere
Jahre hinweg ohne Fernverkehrsanbindung.
Für den Wirtschaftsstandort, den Tourismus und viele pendelnde Menschen
wäre das eine erhebliche Belastung. Andere norddeutsche Städte mit geringeren
oder vergleichbaren Fahrgastzahlen behalten ihren Fernverkehrsanschluss,
während Lübeck vollständig herausfällt.
Vor diesem Hintergrund besteht erheblicher Informationsbedarf zu den
tatsächlichen Planungen und Zeitschienen sowie zu Möglichkeiten, Lübeck in der
Übergangszeit besser zu bedienen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie lange wird Lübeck ohne regelmäßigen IC- bzw. ICE-Halt bleiben?
2. Wann wird die Fertigstellung der Festen Fehmarnbeltquerung sowie der
Schienenanbindung auf deutscher Seite erwartet, und wie hoch sind die
aktuell geschätzten Kosten?
3. Sofern eine Fertigstellung nicht bis 2029 erfolgt, welche Gründe gibt es
für eine verzögerte Inbetriebnahme der Hinterlandanbindung?
4. Wie viele Menschen pendelten in den Jahren von 2019 bis 2024
regelmäßig zwischen Lübeck und den Städten bzw. Kreisen Hamburg,
Ostholstein und Bad Oldesloe (bitte jeweils in absoluten Zahlen sowie getrennt
nach Einpendlern und Auspendlern angeben)?
5. Welche Auswirkungen auf Pendlerströme zwischen Lübeck und Hamburg
werden aufgrund der Streichung des Fernverkehrs erwartet (insbesondere
auf die Auslastung der Linien RE 8, RE 80 und RB 81)?
6. Welche Maßnahmen hält die Bundesregierung für geeignet, um die Zeit
ohne Fernverkehr abzufedern, insbesondere im Hinblick auf zusätzliche
Kapazitäten, dichtere Takte und ergänzende Angebote in touristischen
Spitzenzeiten?
7. Wie bewertet die Bundesregierung das Verhältnis zwischen den hohen
Fahrgastzahlen am Lübecker Hauptbahnhof und dem vollständigen
Verlust des Fernverkehrs?
8. Wie bewertet die Bundesregierung die Auswirkungen des Wegfalls des
Fernverkehrs für Personen mit eingeschränkter Mobilität, für die
Umstiege in Hamburg eine erhebliche Erschwernis darstellen können?
9. Welche Abstimmungen haben zwischen der Bundesregierung, der
Landesregierung Schleswig-Holstein und der Deutschen Bahn über die
Aufrechterhaltung eines Grundangebots im Fernverkehr stattgefunden, und mit
welchen Ergebnissen?
10. Welche Auswirkungen auf den touristischen Reiseverkehr in den
Regionen Timmendorfer Strand, Scharbeutz, Travemünde und Neustadt in
Holstein werden durch den Wegfall des Fernverkehrs erwartet?
Berlin, den 28. Januar 2026
Katharina Dröge, Britta Haßelmann und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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