Zustand der Eisenbahnbrücke über die Hunte in Oldenburg (Antwort zu Drs. 21/3417)
Text
Zustand der Eisenbahnbrücke über die Hunte in Oldenburg (Antwort zu Drs. 21/3417)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3840
21. Wahlperiode 26.01.2026
Antwort
der Bundesregierung
auf die Kleine Anfrage der Abgeordneten Matthias Gastel, Tarek Al-Wazir, Victoria
Broßart, Swantje Henrike Michaelsen und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
– Drucksache 21/3417 –
Zustand der Eisenbahnbrücke über die Hunte in Oldenburg
V o r b e m e r k u n g d e r F r a g e s t e l l e r
Die Huntebrücke in Oldenburg ist aktuell unzuverlässig. Nach der Feststellung
von Rissen in Tragteilen und Gegengewichten war die Brücke nur
eingeschränkt befahrbar. Nach der erfolgten Sicherung der Brücke ist jetzt der
Bahnbetrieb wieder möglich, die eigentlichen Reparaturarbeiten stehen aber
noch an (www.ndr.de/nachrichten/niedersachsen/oldenburg_ostfriesland/hunte
bruecke-in-oldenburg-zuege-fahren-wieder-ohne-einschraenkungen,huntebrue
cke-118.html).
Daneben ist auch eine weitere Eisenbahnbrücke über die Hunte beschädigt.
Die Brücke bei Elsfleth ist aktuell eine Behelfsbrücke, seitdem ein
Binnenschiff die dort stehende Eisenbahnbrücke beschädigte.
Die Verfügbarkeit der Bahnstrecke mit der erforderlichen Kapazität ist von
großer Bedeutung für die Pendlerinnen und Pendler in der Region sowie die
Industrie in Norddeutschland. Sowohl interne als auch externe Faktoren haben
die Verfügbarkeit der Strecke zuletzt eingeschränkt. Es ist sicherzustellen,
dass zukünftig Störungen möglichst nicht mehr anfallen, Auswirkungen
reduziert und Instandhaltungsmaßnahmen sowie Ersatzinvestitionen erfolgen, die
eine dauerhafte Verfügbarkeit sicherstellen.
1. Was sind die bisher getroffenen Maßnahmen bezüglich der Hunte Brücke
in Oldenburg?
Nach Angaben der DB InfraGO AG finden Arbeiten an der Huntebrücke seit
2025 fortlaufend statt. Zu den jüngsten Maßnahmen zählen der vorsorgliche
Austausch mehrerer Hubzylinder und die Modernisierung der gesamten
Brückensteuerung. Bei den aktuellen Arbeiten sind zwei speziell angefertigte große
Stützen eingebaut worden, um das Gegengewicht zu entlasten. Parallel dazu
sind vorbereitende Maßnahmen für die Beseitigung des Risses und für
Oberbauarbeiten im Bereich der Brücke durchgeführt worden.
Die Antwort wurde namens der Bundesregierung mit Schreiben des Bundesministeriums für Verkehr
vom 26. Januar 2026 übermittelt.
Die Drucksache enthält zusätzlich – in kleinerer Schrifttype – den Fragetext.
2. Welche weiteren Maßnahmen plant die DB InfraGO bezüglich der
Huntebrücke in Oldenburg, und bis wann sind diese umgesetzt?
Nach Angaben der DB InfraGO AG ist zur Beseitigung des Risses an der
Huntebrücke geplant, nicht nur den betroffenen Obergurt, sondern vorsorglich auch
die übrigen drei Obergurte auszutauschen, um mögliche zukünftige
Einschränkungen von vornherein zu vermeiden. Die Arbeiten an der betroffenen
Brückenseite sind für das Frühjahr 2026 vorgesehen. Anschließend soll die
gegenüberliegende Seite entsprechend bearbeitet werden.
3. Ist ein vollständiger Ersatz der Brücke geplant, und wenn ja, bis wann?
Nach Angaben der DB InfraGO AG ist mittelfristig Neubau unter Verzicht auf
eine Klappfunktion vorgesehen. Wegen der für die Schifffahrt notwendigen
Durchfahrtshöhe erfordert dies eine Höherlegung der Gleistrasse und damit die
Aufgabe einiger benachbarter Bahnübergänge mit Ersatz durch nicht-
höhengleiche Lösungen sowie eine konzeptionelle Berücksichtigung der westlich des
Hauptbahnhofs Oldenburg liegenden Pferdemarktbrücke.
4. Welche weiteren Maßnahmen an der anliegenden Strecke sind im
Zusammenhang mit der Reparatur geplant, und welche Verbesserungen
ergeben sich dadurch?
Die Arbeiten werden innerhalb festgelegter und in regelmäßigen Abständen
betrieblich eingeplanter Sperrzeiten durchgeführt. In diesen Zeiträumen werden
sämtliche notwendigen Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen gebündelt
umgesetzt, um die Einschränkungen für den laufenden Eisenbahnbetrieb so
gering wie möglich zu halten.
5. Wieso ist die Brücke kurzfristig reparaturbedürftig gewesen, obwohl die
Brücke gemäß der Brückenkarte der Deutschen Bahn mit einer
Zustandsnote ZK 2 festgehalten wird?
Nach Angaben der DB InfraGO AG handelt es sich bei der Eisenbahnbrücke
über die Hunte in Oldenburg um eine bewegliche Brücke mit besonderen
technischen Anforderungen. Der Schaden betrifft einen bisher unauffälligen
Bereich der Brücke. Beim Riss am Obergurt des rechten Haltearms, der das 500 t
Gegengewicht mitträgt, handelt es sich um eine konstruktive Störungsursache.
Solche Sachverhalte sind in der Vergangenheit nicht aufgetreten und haben
daher weder bei der Bewertung der Zustandskategorie (ZK) 2 noch in der
Prognose für die Betriebsdauer der Brücke eine Rolle gespielt.
6. Welche Maßnahmen zum Erhalt des Zustands der Brücke in ZK 2 sind
seit der letzten Erfassung des Zustands der Brücke erfolgt?
Für den Erhalt der Brücke in ZK 2 hat die DB InfraGO AG die Planungen für
eine umfassende Grundinstandsetzung eingeleitet. Diese Maßnahmen sind über
einen Zeitraum von etwa fünf Jahren vorgesehen und mit rund 3,5 Mio. Euro
veranschlagt, um die Brücke bis zu einer vorgesehenen Ersatzlösung
betriebsfähig zu erhalten. Zu den Maßnahmen zählten unter anderem der Austausch der
Rollenbahn und weiterer Zylinder sowie Lagerwechsel und
Korrosionsschutzarbeiten.
7. Wie viele Störungen sind seit 2017 bei der Brücke aufgetreten?
Im Zeitraum von 2020 bis heute gab es laut DB InfraGO AG durchschnittlich
17 Störungen pro Jahr, die den Bahnverkehr in unterschiedlichem Ausmaß
beeinflusst haben. Als Störung wurde dabei jeder Vorfall erfasst, der eine
Verzögerung von mindestens 90 Sekunden für mindestens eine Zugfahrt verursacht
hat, unabhängig von der tatsächlichen Störungsursache. Zahlen für den
Zeitraum 2017–2019 konnten von der DB InfraGO AG nicht in dem zur Verfügung
stehenden Zeitrahmen ermittelt werden.
8. Zu welchem Zeitpunkt erfolgte die letzte Zustandserfassung der Brücke,
und was war das genaue Ergebnis dieser Erfassung?
Nach Angaben der DB InfraGO AG ist die letzte Begutachtung im August
2024 durchgeführt worden. Dabei konnten keine konstruktiven
Standsicherheitsmängel festgestellt werden. Im vergangenen Jahr sind am
Schienenübergang zur Brücke verschiedene Oberbau- und Instandhaltungsmaßnahmen
durchgeführt worden.
9. Welche Gespräche wurden mit den verschiedenen Akteuren wie z. B. der
Stadtverwaltung geführt, und zu welchen Ergebnissen haben diese
Gespräche geführt?
Nach Angaben der DB InfraGO AG gab es bzgl. der bestehenden
Einschränkungen und des Fortschritts der laufenden Arbeiten einen regelmäßigen
Austausch mit allen relevanten Akteuren, darunter die Stadt Oldenburg, die
Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung und Eisenbahnverkehrsunternehmen.
Darüber hinaus finden in festgelegten Abständen gemeinsame Treffen zwischen
der Stadt Oldenburg und der DB InfraGO AG statt.
10. Bis wann ist geplant, die neue Eisenbahnbrücke in Elsfleth
fertigzustellen?
Derzeit rechnet die DB InfraGO AG mit einer Inbetriebnahme im Jahr 2028.
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