Erhalt und Stärkung der deutschen Krabben- und Küstenfischerei (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/2551)
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Erhalt und Stärkung der deutschen Krabben- und Küstenfischerei (Beschlussempfehlung und Bericht zu Drs. 21/2551)
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/3380
21. Wahlperiode 19.12.2025
Beschlussempfehlung und Bericht
des Ausschusses für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (10. Ausschuss)
zu dem Antrag der Abgeordneten Stephan Protschka, Peter Felser, Julian Schmidt,
weiterer Abgeordneter und der Fraktion der AfD
– Drucksache 21/2551 –
Erhalt und Stärkung der deutschen Krabben- und Küstenfischerei
A. Problem
Die deutsche Küsten- und Krabbenfischerei ist, wie die Antragsteller darlegen,
von zentraler Bedeutung für die Kulturlandschaft und Wirtschaft der
Küstenregionen. Der Sektor werde aber durch die zunehmende Einschränkung von
Fanggebieten durch Offshore-Entwicklungen sowie steigende regulatorische und
ökologische Herausforderungen hohen Belastungen unterworfen, für die es bislang
keine Unterstützung gebe.
Als besonders problematisch in diesem Zusammenhang beschreiben die
Antragsteller eine mögliche Kürzung von Mitteln aus der sogenannten
Fischereikomponente nach § 58 des Windenergie-auf-See-Gesetzes sowie das Fehlen eines
verbrieften Fischereirechts. Ähnlich kritisch sehen sie Pläne auf Ebene der EU, in
Schutzgebieten die Grundschleppnetzfischerei pauschal zu verbieten. Außerdem
wird beanstandet, dass die bürokratischen Anforderungen bei der Beantragung
von Fördermitteln vor allem für kleinere Fischereibetriebe zu komplex seien. Mit
dem Antrag soll die Bundesregierung verschiedenen Maßnahmen für die deutsche
Küsten- und Krabbenfischerei aufgefordert werden.
B. Lösung
Ablehnung des Antrags mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD,
BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion
der AfD.
C. Alternativen
Wurden nicht erörtert.
D. Kosten
Wurden nicht erörtert.
Beschlussempfehlung
Der Bundestag wolle beschließen,
den Antrag auf Drucksache 21/2551 abzulehnen.
Berlin, den 17. Dezember 2025
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat
Hermann Färber
Vorsitzender
Christoph Frauenpreiß
Berichterstatter
Dario Seifert
Berichterstatter
Anja Troff-Schaffarzyk
Berichterstatterin
Dr. Zoe Mayer
Berichterstatterin
Marcel Bauer
Berichterstatter
Bericht der Abgeordneten Christoph Frauenpreiß, Dario Seifert, Anja
Troff-Schaffarzyk, Dr. Zoe Mayer und Marcel Bauer
I. Überweisung
Der Deutsche Bundestag hat in seiner 37. Sitzung am 6. November 2025 den Antrag der Fraktion der AfD auf
Drucksache 21/2551 erstmals beraten und an den Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zur
federführenden Beratung sowie zur Mitberatung an den Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union
überwiesen
II. Wesentlicher Inhalt der Vorlage
Die Antragsteller zielen auf eine Feststellung des Deutschen Bundestages, dass die Küsten- und Krabbenfischerei
ein wesentlicher Bestandteil des kulturellen Erbes und der sozialen Identität der deutschen Küstenregionen ist.
Zudem trägt sie, so der Antrag weiter, maßgeblich zur regionalen Wertschöpfung bei, schafft Arbeitsplätze und
erhält das traditionelle Handwerk. Daher soll sie gezielt durch Investitionen in moderne, umweltfreundliche
Technik und Fangmethoden sowie durch eine Förderung von Vermarktungs- und Verarbeitungsstrukturen unterstützt
werden, um den Verlust von Fangflächen durch den Ausbau von Offshore-Windparks, Sicherheitszonen und
Kabeltrassen auszugleichen.
Des Weiteren soll die Bundesregierung aufgefordert werden, einen Fischereifonds einzurichten, der unter
anderem Ausgleichzahlungen für den Verlust von Fanggebieten und Mittel für die Modernisierung von Schiffen
vorsieht. Außerdem soll die Bundesregierung ein Register für verbriefte Fischereirechte für den Erhalt traditioneller
Fanggebiete einführen und statt des pauschalen Verbots der Grundschleppnetzfischerei regionalspezifische
Managementpläne mit Ausnahmeregelungen und selektivere Fangmethoden entwickeln.
III. Stellungnahme des mitberatenden Ausschusses
Der Ausschuss für die Angelegenheiten der Europäischen Union hat in seiner 14. Sitzung am 17. Dezember
2025 mit den Stimmen der Fraktionen CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die
Stimmen der Fraktion der AfD die Ablehnung des Antrags der Fraktion der AfD auf Drucksache 21/2551
empfohlen.
IV. Beratungsverlauf und Beratungsergebnisse im federführenden Ausschuss
1. Abschließende Beratung
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat hat den Antrag der Fraktion der AfD auf Drucksache
21/2551 in seiner 13. Sitzung am 17. Dezember 2025 abschließend beraten.
Die Fraktion der CDU/CSU führte aus, berechtigte Forderungen des Antrags seien bereits von der
Bundesregierung aufgegriffen worden. Für die Flottenanpassung habe das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung
und Heimat bereits 20 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Diese Maßnahme diene gleichzeitig dem
Umweltschutz und werde aus Mitteln der Ausschreibung von Offshore-Windparks finanziert. Aus diesen Mitteln würden
außerdem die Kosten für Transformationsmanager in Höhe von 3 Millionen Euro bestritten. Der von der Fraktion
der AfD geforderte Fischereifonds sei daher nicht erforderlich. Ebenso sei der gesamte Antrag obsolet.
Die Fraktion der AfD betonte, die Krabben- und Küstenfischerei verkörpere nicht nur Identität und Tradition
der Küstenländer, sondern von ihr hänge die Wertschöpfung in der Region und die Existenz unzähliger Familien
ab. Die Branche stehe unter hohem Druck aufgrund von Regulierung, von Umweltschutzauflagen und von
Fanggebietsverlusten. Um die Fischerei zu erhalten, bedürfe es eines zweckgebundenen Fischereifonds sowie
regionaler Managementpläne, in deren Erarbeitung die Fischer einbezogen werden müssten. Zudem gebe es zu viele
bürokratische Hürden und pauschale Verbote. Wichtig seien klare, verlässliche und transparente Regeln sowie
vereinfachte Fördererbedingungen, die Investitionen durch die Fischereibetriebe ermöglichten.
Die Fraktion der SPD erklärte, die Fischerei habe in der Küstenregion eine große Bedeutung. Daher müsse sie
mittels politischer Rahmenbedingungen zukunftsfest gemacht werden. Die schwerste Belastung der Fischerei sei
der Rückgang der Fischbestände. Das Bestandsmanagement und die Reduzierung von Fangmengen dienten der
Erhaltung der Fischerei. Im Antrag werde Umweltschutz als Problem dargestellt. Daneben werde nur ein
Aufwuchs von Mitteln gefordert, ohne zu benennen, wie Flottenmodernisierung oder Generationenwechsel gelingen
könne.
Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN wandte ein, es sei sinnvoller, Förderungen für die Fischerei mit
Tierschutzaspekten zu verknüpfen. In der Massenfischerei werde immer noch auf die Betäubung der Fische vor
der Schlachtung verzichtet, obwohl dies für andere Bereiche nach der Tierschutzschlachtverordnung
vorgeschrieben sei. Darum müsse sich gekümmert werden.
Die Bundesregierung führte an, durch die Informations- und Koordinierungsstelle Transformation Fischerei
die Betriebe bei den Umstellungsprozessen begleiten zu wollen. Darüber hinaus sollten mit innovativer und
nachhaltiger Technik Fischereifahrzeuge der Zukunft und umweltschonende Fanggeräte entwickelt werden.
2. Abstimmungsergebnis
Der Ausschuss für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat beschloss mit den Stimmen der Fraktionen
CDU/CSU, SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und Die Linke gegen die Stimmen der Fraktion der AfD dem
Deutschen Bundestag zu empfehlen, den Antrag auf Drucksache 21/2551 abzulehnen.
Berlin, den 17. Dezember 2025
Christoph Frauenpreiß
Berichterstatter
Dario Seifert
Berichterstatter
Anja Troff-Schaffarzyk
Berichterstatterin
Dr. Zoe Mayer
Berichterstatterin
Marcel Bauer
Berichterstatter
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ISSN 0722-8333]
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