Kumulative Erfassung der tatverdächtigen Personen aus Hauptherkunftsländern von 2015 bis 2024 in der Polizeilichen Kriminalstatistik
Text
Kumulative Erfassung der tatverdächtigen Personen aus Hauptherkunftsländern von 2015 bis 2024 in der Polizeilichen Kriminalstatistik
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/2121
21. Wahlperiode 09.10.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Christopher Drößler, Dr. Gottfried Curio, Dr. Christian Wirth,
Martin Hess, Dr. Bernd Baumann, Jochen Haug, Steffen Janich, Sascha Lensing,
Markus Matzerath, Arne Raue, Erhard Brucker und der Fraktion der AfD
Kumulative Erfassung der tatverdächtigen Personen aus Hauptherkunftsländern
von 2015 bis 2024 in der Polizeilichen Kriminalstatistik
Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) ist das zentrale Instrument zur
Beobachtung und Analyse der Kriminalitätsentwicklung in Deutschland. In der
PKS werden Tatverdächtige nach dem Prinzip der Echtzählung erfasst.
Innerhalb eines Kalenderjahres wird jede Person unabhängig von der Anzahl der
begangenen Straftaten nur einmal als tatverdächtig gezählt. Dadurch entsteht
jährlich eine möglichst unverzerrte Übersicht über den Umfang der polizeilich
bekannten tatverdächtigen Personen.
Allerdings ermöglicht diese Methodik ausschließlich jährliche
Momentaufnahmen. Bislang liegen keine kumulierten Auswertungen für einen
Mehrjahreszeitraum vor, die ausweisen, wie viele unterschiedliche Personen insgesamt als
Tatverdächtige in Erscheinung getreten sind oder wie häufig dieselben
Personen über mehrere Jahre hinweg registriert wurden. Eine solche kumulative
Mehrjahresbetrachtung wäre nach Auffassung der Fragesteller jedoch
essenziell, um das Ausmaß und die Entwicklung von Wiederholungstaten vollständig
einzuordnen und fundierte kriminalpolitische Bewertungen zu ermöglichen.
Ein in den Augen der Fragesteller besonderes öffentliches Interesse besteht an
der Kriminalitätsentwicklung von Zuwanderern aus Staaten, die seit dem Jahr
2015 zu den wichtigsten Herkunftsländern von Asylsuchenden zählen. Dazu
gehören insbesondere: Marokko, Algerien, Syrien, Afghanistan, Irak, Iran,
Eritrea, Nigeria, Pakistan und Somalia. Die bisherige Datenpraxis lässt jedoch aus
Sicht der Fragesteller keine belastbare Aussage darüber zu, wie sich die
Fallzahlen in Bezug auf diese Herkunftsländer im Mehrjahresvergleich entwickeln
und in welchem Umfang dauerhafte oder wiederkehrende Tatverdächtige zu
verzeichnen sind.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele tatverdächtige Personen aus den zehn Herkunftsstaaten Marokko,
Algerien, Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Eritrea, Nigeria, Pakistan und
Somalia wurden gemäß der Echtzählung in der Polizeilichen Kriminalstatistik
in den Jahren von 2015 bis 2024 erfasst (bitte tabellarisch nach
Staatsangehörigkeit und Straftaten insgesamt, jeweils ohne ausländerrechtliche
Verstöße, darstellen)?
2. Wie viele Straftaten wurden durch Tatverdächtige aus den in Frage 1
genannten Herkunftsstaaten begangen (bitte nach Straftaten insgesamt ohne
ausländerrechtliche Verstöße und darüber hinaus nach den Schlüsseln der
PKS 892 000 Gewaltkriminalität; 892 500 Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen; 111 000 Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller
Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge; 210 000
Raubdelikte; 222 000 gefährliche und schwere Körperverletzung; 3***00
Einfacher Diebstahl sowie 4***00 Schwerer Diebstahl)?
3. Verfügt die Bundesregierung über statistische Verfahren, die eine
kumulative Erfassung der Zahl tatverdächtiger Personen aus den genannten
Herkunftsstaaten im Zeitraum von 2015 bis 2024 ermöglichen, bei der
Mehrfachzählungen einzelner Personen vermieden und nicht lediglich jährliche
Werte addiert werden?
4. Wenn und soweit eine entsprechende Auswertung auf Grundlage der in
Frage 3 genannten Antwort möglich ist, wie stellen sich die Ergebnisse
tabellarisch nach Staatsangehörigkeit für den gesamten Zeitraum dar, und
zwar nach Straftaten insgesamt sowie differenziert nach den Schlüsseln der
PKS 892 000 Gewaltkriminalität; 892 500 Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen; 111 000 Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller
Übergriff im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge; 210 000
Raubdelikte; 222 000 gefährliche und schwere Körperverletzung; 3***00
Einfacher Diebstahl sowie 4***00 Schwerer Diebstahl?
5. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. darüber vor, ob und
in welchem Umfang tatverdächtige Personen aus den in Frage 1 genannten
Herkunftsstaaten in mehreren aufeinanderfolgenden Jahren in der PKS
erneut als Tatverdächtige registriert wurden?
6. Wie viele Tatverdächtige mit der Staatsangehörigkeit, der in Frage 1
genannten Herkunftsstaaten wurden in den Jahren von 2015 bis 2024 erfasst
(bitte tabellarisch nach Jahr und Staatsangehörigkeit sowie in einer
kumulierten Gesamtsumme für den Zeitraum darstellen)?
7. Welche methodischen, rechtlichen oder datenschutzrechtlichen Hürden
sieht die Bundesregierung bei der Erstellung und Veröffentlichung einer
kumulativen Mehrjahres-Echtzählung beziehungsweise kumulativen
Fallzählung, plant die Bundesregierung Maßnahmen, um diese zu überwinden, und
wenn ja, welche?
8. Wie viele Opfer von Straftaten wurden durch Tatverdächtige aus den in
Frage 1 genannten zehn Herkunftsstaaten registriert (bitte nach deutscher
und nichtdeutscher Staatsangehörigkeit differenzieren)?
9. Welche Erkenntnisse liegen der Bundesregierung ggf. zur Dunkelziffer von
Straftaten im Zeitraum von 2015 bis 2024 vor, die von tatverdächtigen
Personen mit der Staatsangehörigkeit der in Frage 1 genannten
Herkunftsstaaten begangen worden sein könnten, jedoch nicht in der Polizeilichen
Kriminalstatistik abgebildet sind (bitte nach Straftaten insgesamt sowie
unter besonderer Berücksichtigung der folgenden PKS-Schlüssel:
892 000 Gewaltkriminalität; 892 500 Mord, Totschlag und Tötung auf
Verlangen; 111 000 Vergewaltigung, sexuelle Nötigung und sexueller Übergriff
im besonders schweren Fall einschl. mit Todesfolge; 210 000 Raubdelikte;
222 000 gefährliche und schwere Körperverletzung; 3***00 Einfacher
Diebstahl sowie 4***00 Schwerer Diebstahl gliedern)?
Berlin, den 2. Oktober 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
Vertrieb: Bundesanzeiger Verlag GmbH, Postfach 10 05 34, 50445 Köln, Telefon (02 21) 97 66 83 40, Fax (02 21) 97 66 83 44, www.bundesanzeiger-verlag.de
ISSN 0722-8333]
Relationen
- asked ← Arne Raue (Kleine Anfrage)
- asked ← Bernd Baumann (Kleine Anfrage)
- asked ← Christian Wirth (Kleine Anfrage)
- asked ← Christopher Drößler (Kleine Anfrage)
- asked ← Erhard Brucker (Kleine Anfrage)
- asked ← Gottfried Curio (Kleine Anfrage)
- asked ← Jochen Haug (Kleine Anfrage)
- asked ← Markus Matzerath (Kleine Anfrage)
- asked ← Martin Hess (Kleine Anfrage)
- asked ← Sascha Lensing (Kleine Anfrage)
- asked ← Steffen Janich (Kleine Anfrage)
- authored ← Christopher Drößler
- authored ← Fraktion der AfD
- authored ← Gottfried Curio
- part_of_vorgang → Kumulative Erfassung der tatverdächtigen Personen aus Hauptherkunftsländern von 2015 bis 2024 in der Polizeilichen Kriminalstatistik (Kleine Anfrage)