Entwicklung der Rentenbezugsdauer von Altersrenten
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Entwicklung der Rentenbezugsdauer von Altersrenten
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/1257
21. Wahlperiode 18.08.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Ulrike Schielke-Ziesing, René Springer, Gerrit Huy, Jan Feser,
Achim Köhler, Lukas Rehm, Bernd Schuhmann, Thomas Stephan, Robert Teske
und der Fraktion der AfD
Entwicklung der Rentenbezugsdauer von Altersrenten
Die Lebenserwartung in Deutschland ist über Jahrzehnte kontinuierlich
gestiegen, stagniert jedoch seit einigen Jahren. Laut Sterbetafel 2024 beträgt die
Lebenserwartung bei Geburt für Männer 78,9 Jahre und für Frauen 83,5 Jahre,
womit nach einem zwischenzeitlichen Rückgang während der COVID-19-
Pandemie erst kürzlich wieder das Niveau von 2019 erreicht wurde (vgl.
Statistisches Bundesamt, abrufbar unter: www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilun
gen/2025/07/PD25_266_12621.html). Aufgrund der statistisch höheren
Lebenserwartung von Frauen besteht eine deutlich höhere Rentenbezugsdauer bei
Frauen (www.deutsche-rentenversicherung.de/SharedDocs/Downloads/DE/Stat
istiken-und-Berichte/Rentenatlas/2024/rentenatlas-2024-dauer-rentenbezu
g.pdf).
Untersuchungen legen nahe, dass Rentner mit niedrigeren
Haushaltseinkommen eine kürzere Rentenbezugsdauer haben als solche mit höheren
Haushaltseinkommen (vgl. Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung [DIW]
Wochenbericht Nr. 25/2024, abrufbar unter: www.diw.de/documents/publikationen/73/
diw_01.c.905130.de/24-25-1.pdf). Dies könnte auf einen Zusammenhang
zwischen Lebenserwartung und sozialem Status hindeuten, der u. a. vom
Bildungsniveau, Wohnverhältnissen, Gesundheitsverhalten und dem Zugang zu
medizinischen Leistungen beeinflusst wird. Auch der individuelle
Gesundheitszustand, beispielsweise beeinflusst durch einen vorherigen Bezug von
Erwerbsminderungsrenten, dürfte maßgeblich für die Bezugsdauer der Altersrente sein.
Da nach der Rentensystematik in der gesetzlichen Rentenversicherung (GRV)
von im Wesentlichen vergleichbaren Rentenbezugsdauern ausgegangen wird
(vgl. dazu auch die Rentenformel in § 64 des Sechsten Buches
Sozialgesetzbuch, www.gesetze-im-internet.de/sgb_6/__64.html), ist aus Sicht der
Fragesteller die Rentenbezugsdauer auf erhebliche Abweichungen hin zu
untersuchen. Wenn die erforderlichen Daten aktuell nicht direkt aus der Rentenstatistik
abzuleiten sind, sehen die Fragesteller fundierte Schätzungen als ausreichend
an.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie haben sich nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Lebenserwartung sowie die durchschnittliche Rentenbezugsdauer von
Altersrenten der gesetzlichen Rentenversicherung in Deutschland vom Jahr
2000 bis 2024 entwickelt (bitte jährliche Werte getrennt nach Geschlecht
tabellarisch darstellen)?
2. Wie hoch ist nach Kenntnis der Bundesregierung die derzeitige
durchschnittliche Lebenserwartung in den einzelnen Bundesländern (bitte
tabellarisch nach Bundesland und Geschlecht aufschlüsseln)?
3. Wie ist nach Kenntnis der Bundesregierung die durchschnittliche
Rentenbezugsdauer in Deutschland im Vergleich zu anderen EU-Staaten
einzuordnen, insbesondere vor dem Hintergrund der teilweise höheren
Lebenserwartung in anderen EU-Ländern (www.iwd.de/artikel/lebenserwartung-i
n-der-eu-deutschland-im-mittelfeld-649966/) als auch des früheren
Rentenzugangs (www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitsmarkt/rente-eintrittsalte
r-deutschland-eu-vergleich-100; soweit möglich, bitte tabellarisch
darstellen und erläutern)?
4. Welche konkreten Faktoren sieht die Bundesregierung als Ursache dafür,
dass Frauen im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung als Männer
haben und daher auch länger Rente beziehen, und bestehen auch signifikante
Unterschiede beim tatsächlichen Rentenzugang?
5. Welche aktuellen Studien und Daten liegen der Bundesregierung dazu vor,
wie sich die Lebenserwartung bzw. Rentenbezugsdauer abhängig vom
Erwerbseinkommen bzw. Haushaltseinkommen unterscheiden, und welche
Schlüsse zieht die Bundesregierung daraus (vgl. Vorbemerkung der
Fragesteller)?
6. Inwiefern unterscheiden sich nach Kenntnis der Bundesregierung die
durchschnittlichen Rentenbezugsdauern bei den verschiedenen
Altersrentenarten – insbesondere bei Altersrenten für schwerbehinderte
Menschen – von der abschlagsfreien Regelaltersrente?
7. Gibt es nach Kenntnis der Bundesregierung – neben entsprechenden
Anhaltspunkten in der Rentenwegfallstatistik, Tabelle 41.00 W im
Statistikband Rente 2024 der Deutschen Rentenversicherung – statistisch
belastbare Hinweise darauf, dass ein vorgezogener Rentenbeginn im Vergleich
zur Regelaltersrente mit einer verkürzten bzw. verlängerten
Rentenbezugsdauer verbunden ist?
8. Liegen der Bundesregierung belastbare Hinweise dafür vor, dass die
Rentenbezugsdauer bei Altersrenten für besonders langjährig Versicherte
(frühere „Rente mit 63“) gegenüber der Regelaltersrente verlängert ist, und
wie bewertet sie vor diesem Hintergrund die aus der DRV-
Rentenwegfallstatistik (DRV = Deutsche Rentenversicherung), Tabelle 41.00 W
ersichtlichen Werte zu der erst 2014 eingeführten Rentenart?
9. Wie lange war nach Kenntnis der Bundesregierung bei den
Rentenabgängen 2024 die durchschnittliche Bezugsdauer von Altersrenten,
differenziert nach der Rentenhöhe (bitte tabellarisch nach Rentenpunkten bzw.
geeigneten Kriterien aufschlüsseln, ggf. auf Daten aus dem Jahr 2023
zurückgreifen)?
10. Wie lange war nach Kenntnis der Bundesregierung bei den
Rentenabgängen 2024 die durchschnittliche Bezugsdauer von Altersrenten bei einem
unmittelbar vorausgegangenen Bezug einer Erwerbsminderungsrente bzw.
Erwerbsunfähigkeitsrente, und welche Abweichungen ergeben sich relativ
zur abschlagsfreien Regelaltersgrenze ohne Vorbezug einer
Erwerbsminderungsrente (ggf. Daten von 2023 nutzen)?
11. Wie wirkt sich nach Kenntnis der Bundesregierung ein unmittelbar
vorheriger Bezug einer Erwerbsminderungsrente auf die durchschnittliche
Bezugsdauer der Altersrente aus, und welche Korrelationen lassen sich
feststellen (vgl. Vorbemerkung der Fragesteller)?
12. Liegen der Bundesregierung – neben der „15. Koordinierten
Bevölkerungsvorausberechnung“ basierend auf dem Bevölkerungsstand am
31. Dezember 2021 – aktuelle Studien und Daten zur prognostizierten
Entwicklung der Lebenserwartung bis zum Jahr 2050 für Männer und
Frauen vor?
13. Welche Prognosen zur künftigen Entwicklung der Rentenbezugsdauer
liegen der Bundesregierung vor (bitte, soweit möglich, differenzierte
Angaben nach Alterskohorten und Geschlechtern machen)?
14. Wann genau wird die im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD
angekündigte Rentenkommission (Zeile 5943 des Koalitionsvertrages,
www.koalitionsvertrag2025.de/sites/www.koalitionsvertrag2025.de/files/k
oav_2025.pdf#page=21) ihre Arbeit aufnehmen, und wann werden dem
Deutschen Bundestag bzw. dem Ausschuss für Arbeit und Soziales erste
Ergebnisse konkret vorgelegt werden?
Berlin, den 15. August 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
Gesamtherstellung: H. Heenemann GmbH & Co. KG, Buch- und Offsetdruckerei, Bessemerstraße 83–91, 12103 Berlin, www.heenemann-druck.de
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ISSN 0722-8333]
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