Ausländische Staaten und staatliche Akteure als Halter deutscher Staatsanleihen
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Ausländische Staaten und staatliche Akteure als Halter deutscher Staatsanleihen
[Deutscher Bundestag Drucksache 21/169
21. Wahlperiode 15.05.2025
Kleine Anfrage
der Abgeordneten Dr. Michael Espendiller, Peter Boehringer, Marcus Bühl, Kay
Gottschalk, Rainer Groß, Gerrit Huy, Thomas Korell, Andreas Mayer, Reinhard
Mixl, Iris Nieland, Christian Reck, Ulrike Schielke-Ziesing, Jan Wenzel Schmidt,
Wolfgang Wiehle und der Fraktion der AfD
Ausländische Staaten und staatliche Akteure als Halter deutscher Staatsanleihen
Die Bundesrepublik Deutschland emittiert jährlich Staatsanleihen in
Milliardenhöhe zur Finanzierung ihrer Haushalte. Diese Anleihen werden über den
Kapitalmarkt ausgegeben und befinden sich im Umlauf bei einer Vielzahl
institutioneller Investoren – darunter auch ausländische Zentralbanken, Staatsfonds
oder staatlich kontrollierte Finanzinstitute.
Öffentliche Daten der Deutschen Bundesbank legen nahe, dass rund die Hälfte
der ausgegebenen Bundeswertpapiere von ausländischen Investoren gehalten
wird (siehe S. 43 im Monatsbericht Mai 2022 der Deutschen Bundesbank –
Halterstruktur der Bundeswertpapiere). Jedoch werden in der amtlichen
Statistik ausländische Halter in der Regel nicht nach Ländern differenziert. Eine
klare Aufschlüsselung, welche Staaten bzw. staatliche Akteure Anteile an
deutschen Staatsanleihen halten, ist nicht öffentlich zugänglich.
Dabei ist insbesondere relevant, ob geopolitisch bedeutsame Staaten – etwa die
Volksrepublik China, Russland oder die Golfstaaten – in erheblichem Umfang
deutsche Staatsanleihen besitzen. Solche Beteiligungen könnten nach
Einschätzung der Fragesteller potenziell auch zur politischen Einflussnahme oder zur
gezielten Marktsteuerung genutzt werden.
Ein zusätzliches Problem ergibt sich nach Auffassung der Fragesteller durch
die Verwahrung über internationale Clearingstellen, wie z. B. Clearstream oder
Euroclear. Diese ermöglichen es, dass die wirtschaftlich Berechtigten hinter
Anleihekäufen nicht öffentlich sichtbar sind. So könnten beispielsweise
ausländische staatliche Akteure deutsche Staatsanleihen indirekt halten, ohne
namentlich in den Registerdaten aufzuscheinen.
Wir fragen die Bundesregierung:
1. Wie viele deutsche Staatsanleihen (in Euro und Prozent des
Gesamtvolumens) werden nach Kenntnis der Bundesregierung aktuell von
ausländischen Akteuren (Staaten, Zentralbanken etc.) gehalten (bitte nach Ländern
in Euro und Prozent des Gesamtvolumens und maschinenlesbar
aufschlüsseln)?
2. Welcher Anteil der deutschen Staatsanleihen wird nach Kenntnis der
Bundesregierung über internationale Verwahrstellen wie Euroclear (Belgien)
oder Clearstream (Luxemburg) gehalten, und wie viel davon (in Euro und
Prozent) lässt sich ausländischen Zentralbanken oder Staaten indirekt
zuordnen (bitte nach Verwahrstellen und Ländern und maschinenlesbar
aufschlüsseln)?
3. Welche Methoden oder Datenquellen nutzt die Bundesregierung, um die
wirtschaftlichen Eigentümer von deutschen Staatsanleihen zu identifizieren,
die über Drittstellen wie in Luxemburg oder Belgien verwahrt werden?
4. Liegen der Bundesregierung Schätzungen oder Analysen vor, wie viele
deutsche Staatsanleihen von bestimmten Ländern (z. B. China, USA, Japan)
über solche Verwahrstellen gehalten werden (wenn ja, bitte diese
Schätzungen angeben)?
5. Wie hat sich nach Kenntnis der Bundesregierung der Anteil der von
ausländischen Zentralbanken und Staaten direkt oder indirekt über Verwahrstellen
gehaltenen deutschen Staatsanleihen seit dem Jahr 2000 entwickelt (bitte
die Angaben pro Jahr und maschinenlesbar darstellen)?
6. Welche Informationen hat die Bundesregierung über die Motivation
ausländischer Zentralbanken und Staaten, deutsche Staatsanleihen zu erwerben,
insbesondere im Hinblick auf die Nutzung internationaler Verwahrstellen
zur möglichen Verschleierung von Beständen?
Berlin, den 28. April 2025
Dr. Alice Weidel, Tino Chrupalla und Fraktion
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ISSN 0722-8333]
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