Rede von Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) – Drucksache 16/4845
Teil von Protokoll der 95. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 28: Drucksache 16/4845 –.
Text
Rede von Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE) – Drucksache 16/4845
Herr Präsident! Meine Damen und Herren! Die
Linksfraktion verlangt sofortige Abstimmung.
(Beifall bei der LINKEN – Widerspruch bei
der CDU/CSU und der SPD)
Wir sind der Auffassung, die Positionen zu diesem
Thema sind wirklich in ausreichendem Maße
ausgetauscht worden. Inzwischen hat die Linksfraktion schon
ihren dritten Antrag in Sachen Mindestlohn vorgelegt.
Es ist daher an der Zeit, endlich eine Entscheidung zu
treffen. Unser Antrag ist kurz, knapp und sehr
übersichtlich. Jeder kann ihn, ohne eine intellektuelle
Höchstleistung vollbringen zu müssen, verstehen. Wir haben sehr
lange über dieses Thema diskutiert. Die Fakten liegen
auf dem Tisch. Lassen Sie uns abstimmen. Schluss mit
der Eierei in diesem Parlament!
(Beifall bei der LINKEN – Rolf Stöckel
[SPD]: Die Sache ist viel zu ernst, als dass
man jetzt darüber abstimmen könnte!)
Die Situation ist übersichtlich: Die FDP hat heute
erneut ihr Nein zum Mindestlohn bestätigt und deutlich
gemacht, dass sie den Kündigungsschutz einschränken
möchte. Das ist, wie ich denke, eine klare Ansage. Das
muss man so akzeptieren. Was die CDU/CSU betrifft, ist es etwas schwieriger:
Es gibt offenkundig eine klare Mehrheit gegen die
Einführung von Mindestlöhnen. Dennoch führt zum
Beispiel die CDA eine Unterschriftensammlung durch.
Darüber hinaus habe ich in dieser Woche einen Artikel
von Norbert Blüm gelesen, in dem er sich für die
Einführung eines Mindestlohns ausgesprochen hat.
Offensichtlich ist dieses Thema für Sie nicht gerade einfach.
Nichtsdestotrotz könnte sich die Mehrheit heute
entscheiden.
(Hartmut Koschyk [CDU/CSU]: Zur
Geschäftsordnung!)
– Das ist zur Geschäftsordnung.
(Hartmut Koschyk [CDU/CSU]: Herr
Präsident, Frau Enkelmann redet nicht zur
Geschäftsordnung!)
Das Bündnis 90/Die Grünen hat gefordert, dass
schnell gehandelt werden soll. Das können wir mit einer
sofortigen Abstimmung tun.
Liebe Genossinnen und Genossen von der SPD,
der Text unseres Antrags dürfte Ihnen sehr vertraut sein,
sodass Sie sich nicht weiter damit auseinandersetzen
müssen. Das haben Sie nämlich dank Ihrer
Unterschriftenkampagne bereits getan.
Sie fordern im Rahmen Ihrer Unterschriftenkampagne
ein klares Ja zur Forderung unseres Antrags. Ich finde,
das sollten Sie heute deutlich machen. Lassen Sie Ihren
Worten endlich Taten folgen. Stimmen Sie unserem
Antrag heute zu. Die sofortige Abstimmung ist möglich.
Das sollten wir auch tun.
Danke.