Rede von Klaus Brandner (SPD) – Drucksache 16/4845
Teil von Protokoll der 95. Sitzung des 16. Deutschen Bundestages · TOP 28: Drucksache 16/4845 –.
Text
Rede von Klaus Brandner (SPD) – Drucksache 16/4845
Sehr geehrter Herr Präsident! Liebe Kolleginnen und
Kollegen! Um es klar zu sagen: Wir wollen
Mindestlöhne. Wir wollen Armutslöhne in diesem Land
verhindern.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD, der LIN-
KEN und des BÜNDNISSES 90/DIE GRÜ-
NEN)
Wir wollen gute Bezahlung für gute Arbeit.
(Dr. Heinrich L. Kolb [FDP]: Herr Kollege, es
geht gerade darum, ob wir heute abstimmen
wollen! – Frank Spieth [DIE LINKE]: Wann
denn? 3008?)
Klaus BrandnerDaran gibt es überhaupt keinen Zweifel. Wir sagen ganz
deutlich: Dort, wo die Tarifautonomie nicht zu den
erhofften Ergebnissen führt, sondern zur Folge hat, dass
gar keine oder unbefriedigende Tarifverträge
geschlossen werden, ist der Gesetzgeber gefordert, tätig zu
werden. Auch daran gibt es keinen Zweifel.
Wir befinden uns in guten Gesprächen und führen
Verhandlungen mit unserem Koalitionspartner,
(Zurufe von der LINKEN: Aha! – Na,
so etwas!)
der in der gestrigen Debatte erneut erklärt hat, dass er
gegen Lohndumping ist. Wir sind auf dem Weg zu einem
fairen Kompromiss.
Unter diesem Gesichtspunkt möchte ich darauf
hinweisen, dass diese Debatte mit Blick auf den
bevorstehenden 1. Mai stattfindet. Das Motto des 1. Mai lautet zu
Recht: „Du hast mehr verdient!“
Die Menschen in diesem Land haben es verdient, dass
wir eine ehrliche, faire und angemessene Debatte über
dieses Thema führen.
(Beifall bei der SPD und der LINKEN sowie
bei Abgeordneten der CDU/CSU)
Weil wir verantwortungsbewusst handeln müssen,
dürfen wir keine Schnellschüsse organisieren.
(Beifall bei Abgeordneten der SPD und der CDU/
CSU – Widerspruch bei der LINKEN)
Der vorliegende Antrag muss an die Fachausschüsse
überwiesen und dort angemessen beraten werden. In den
Ausschüssen werden wir die richtigen Antworten finden.
Deshalb bitte ich Sie, diesen Antrag an die zuständigen
Ausschüsse zu überweisen.