Frage von Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/5250)
Teil von Protokoll der 70. Sitzung des 21. Deutschen Bundestages. Zu Protokoll gegeben (Anlage), nicht im Plenum gesprochen.
Text
Frage von Michael Kellner (BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN) mit Antwort – Schriftliche Antworten auf Fragen der Fragestunde (Drucksache 21/5250)
In welchem Umfang sind nach Kenntnis der Bundesregierung im März 2026 im Vergleich zu Februar 2026 die Gaspreise gegenüber den Strompreisen gestiegen, und welchen Beitrag haben die erneuerbaren Energien geleistet, den Anstieg der Strompreise gegebenenfalls zu dämpfen?
Antwort der Parl. Staatssekretärin Gitta Connemann:
Der durchschnittliche Day-Ahead-Gaspreis am Trading Hub Europe stieg im März 2026 gegenüber dem Vormonat um rund 53 Prozent auf 53,29 Euro pro Megawattstunde. Der Börsenpreis für Strom stieg demgegenüber nur leicht, um knapp 3 Prozent, auf 99,29 Euro pro Megawattstunde.
Es kann allerdings nicht davon ausgegangen werden, dass Gas- und Strompreis im Regelfall eins zu eins miteinander korrelieren. Das hängt zum Beispiel damit zusammen, dass je nach Angebot und Nachfrage unterschiedliche Kraftwerke den Day-Ahead-Preis an der Strombörse setzen können, zum Beispiel erneuerbare, Gas- oder auch Kohlekraftwerke. Auch der CO2-Preis sowie der Wirkungsgrad des jeweiligen Grenzkraftwerks spielen für einen zeitlichen Vergleich der Day-Ahead-Börsenstrompreise eine Rolle.
Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass bei hohen Strompreisen eine höhere Erzeugung aus erneuerbaren Energien das Strompreisniveau an der Strombörse tendenziell senkt, weil dann in geringerem Umfang andere Kraftwerke gebraucht werden und somit kostengünstigere Kraftwerke zum Einsatz kommen können. Gleichzeitig reduziert ein höherer Anteil an erneuerbaren Energien die Rentabilität konventioneller Kraftwerke.
Welche Rolle die Erneuerbaren bei der Preisentwicklung im Februar und März 2026 spielten, lässt sich nicht sagen, da der Erzeugungsmix, der für einen Vergleich zu unterstellen wäre, nicht sinnvoll definiert werden kann.
Zudem ist zu beachten, dass für die Endverbraucherpreise nicht nur die Börsenstrompreise eine Rolle spielen, sondern die Systemkosten insgesamt, also zum Beispiel auch die Netzkosten und die Redispatchkosten, die ebenfalls vom Ausbau der Erneuerbaren beeinflusst werden.
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